Sie startete ihre Fernsehkarriere mit 61 und führte mit 94 ihre eigenen Stunts durch. Können Sie dieses inspirierende Kraftpaket erraten?

June Squibbs Aufstieg zum Ruhm geschah alles andere als über Nacht – er war das Ergebnis jahrzehntelanger Hingabe auf der Bühne, lange bevor sie jemals vor der Kamera stand. Geboren 1929 in Vandalia, Illinois, wuchs sie in einem kreativen Elternhaus mit einer musikalischen Mutter und einem Marineveteranen auf. Ihre erste Leidenschaft für die Schauspielerei begann mit Stepptanz in lokalen Bars und einer Rolle als Goldlöckchen in ihrer Kindheit. Diese Leidenschaft führte sie nach Chicago und in den 1950er Jahren ans Cleveland Play House, wo sie ermutigt wurde, sich der Komödie und dem Musical zu widmen – ein Wendepunkt, der ihr den Weg für eine lebenslange Bühnenarbeit ebnete.

1959 sorgte Squibb bereits am Broadway für Furore, als sie als Stripperin in der Originalfassung von „Gypsy“ an der Seite der legendären Ethel Merman debütierte. In den darauffolgenden Jahrzehnten erarbeitete sie sich eine beeindruckende Bühnenkarriere mit Auftritten in „The Happy Time“ , „Sacrilege“ sowie unzähligen nationalen Tourneen und regionalen Produktionen. Sie unterrichtete außerdem am New Yorker HB Studio und betreute eine neue Generation von Schauspielern, während sie gleichzeitig eine starke Präsenz im Live-Theater beibehielt. Als die Filmindustrie in New York boomte, wagte Squibb mit 61 Jahren den Sprung auf die Leinwand.

Ihr Filmdebüt gab sie mit Woody Allens Alice (1990), und dank der Casting-Direktorin Ellen Lewis erhielt sie bald Rollen in Der Duft der Frauen und Zeit der Unschuld . Was als späte Veränderung im Leben begann, entwickelte sich zu einer blühenden Filmkarriere. Ihre Rolle in About Schmidt an der Seite von Jack Nicholson im Jahr 2002 ebnete ihr den Weg für ihren Durchbruch in Alexander Paynes Nebraska (2013), der ihr eine Oscar-Nominierung einbrachte – eine Rolle, die sie, wie sie stolz sagte, von ihrer Mutter inspiriert hatte.

Squibb ließ sich nie vom Alter definieren. Mit der Unterstützung ihres Mannes, dem Schauspiellehrer Charles Kakatsakis, trotzte sie weiterhin den Branchennormen, widerstand jeder Rollenzuweisung und entwickelte ihre Kreativität weiter. Mit 94 Jahren erreichte sie einen neuen Meilenstein: ihre erste Hauptrolle in der Actionkomödie „Thelma“ (2024 ). Der Film basiert auf einem echten Schwindel, der auf Senioren abzielte, und ermöglichte es Squibb, die meisten ihrer Stunts selbst zu machen – sie ließ sich von klassischen Actionfilmen inspirieren und lieferte eine Performance voller Herz, Humor und Biss ab.

Auch mit über 90 ist June Squibb weiterhin eine dynamische Persönlichkeit in Hollywood. Sie lebt unabhängig und wird dabei von einem Assistenten unterstützt, übernimmt weiterhin Rollen und leiht neuen Projekten ihre Stimme. Ihre sieben Jahrzehnte währende Karriere ist der Beweis dafür, dass Leidenschaft nicht mit dem Alter erlischt – und dass Träume in jedem Lebensabschnitt wahr werden können. Squibb ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was es bedeutet, seinen eigenen Weg zu gehen und die Regeln des Möglichen neu zu definieren.