Es ist weit verbreitet, dass Gegenstände, die vor 20–30 Jahren hergestellt wurden, viel länger halten als heutige. Das gilt für alles – von Autos bis hin zu Möbeln. Ob das stimmt, können wir nicht mit Sicherheit sagen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass ältere Gegenstände sehr zuverlässig gebaut wurden. Daran wurden wir erinnert, als wir zufällig in einem verlassenen Schuppen eine alte Kommode fanden – über 50 Jahre alt, laut verblasstem Etikett. Obwohl sie noch recht solide war, musste sie unbedingt restauriert werden.
Zuerst dachten wir daran, die alte Kommode einfach wegzuwerfen. Nach genauerem Hinsehen entschieden wir uns jedoch für eine Restaurierung – zumal die Schubladen in einem ordentlichen Zustand waren und sich einige sogar problemlos öffnen ließen.



RESTAURIERUNG EINER KOMMODE VON HAND
Also begann das Restaurierungsprojekt! Zuerst wuschen wir die Kommode gründlich mit einem Hochdruckreiniger ab und entfernten Schmutz, Staub und Schimmel von den Wänden und Schubladen.
Es stellte sich jedoch heraus, dass das Abwaschen der Seitenteile nicht nötig war – die Kraft des Wassers ließ sie auseinanderfallen. Nachdem die Kommode getrocknet war, entfernten wir die Schubladen, zerlegten die Seiten- und Rückwände, den Boden und die Tischplatte.
Der Rahmen der Kommode bestand aus recht stabilen Brettern, einige waren jedoch von Holzwürmern beschädigt. Wir haben die Insektenlöcher, Dellen und rauen Stellen mit Holzspachtelmasse gefüllt.
Anschließend haben wir den Rahmen mit einem Schleifgerät sorgfältig von allen Seiten abgeschliffen.
Parallel dazu haben wir uns mit der Restaurierung der Schubladen beschäftigt. Diese wurden gereinigt, getrocknet und mit Acrylfarbe bemalt.
Wir haben die originalen alten Metallgriffe wiederverwendet, die noch Rostspuren aufwiesen. Solche Griffe sind heute kaum noch zu finden. Nach dem leichten Abschleifen mit feinem Schleifpapier haben wir sie außerdem frisch lackiert.


Anschließend haben wir die Schubladenfronten mit Schablonen in einem Kontrastton bemalt.
Um die zerstörten Seitenteile zu ersetzen, kauften wir 4 mm dickes Sperrholz. Nach dem Ausmessen der Maße schnitten wir das Sperrholz mit einer Kreissäge in die benötigten Teile.
Die Seitenteile wurden mit kleinen Ziernägeln am Rahmen befestigt. Um die Optik zu verbessern, haben wir die Kanten mit dekorativen Leisten eingefasst und die Ecken im 45-Grad-Winkel geschnitten.
Als nächstes nagelten wir die Tischplatte wieder fest und schleiften sie gründlich, bis sie glatt war.
Für den Boden der Kommode verwendeten wir 10 mm dickes Sperrholz und setzten es aus drei Teilen zusammen, da kein großes Stück verfügbar war. Das Sperrholz wurde mit Schrauben an Holzleisten befestigt, die wir zuvor am unteren Rand des Rahmens angebracht hatten.
Anschließend haben wir den Einbau einer großen Schublade getestet – das sah ganz gut aus!
Leider war die unterste Schublade völlig zerstört. Anstatt sie durch eine weitere Schublade zu ersetzen, haben wir uns daher für den Einbau einer Tür entschieden.
Wir haben die Öffnung ausgemessen, die Maße auf eine 25 mm dicke Platte übertragen und diese mit einer Kreissäge zugeschnitten.
Das Brett wurde gründlich abgeschliffen und die Kanten mit dekorativen Leisten versehen, die wir von der Originalkommode geborgen hatten.
Um die Tür an der Kommode zu befestigen, mussten wir aufliegende Scharniere installieren.



Dazu schnitten wir Aussparungen in die Innenseite der Tür. Dazu befestigten wir eine Metalllochsäge an einer Bohrmaschine und entfernten vorsichtig überschüssiges Holz.
Vor dem Einbau haben wir die Tür in der gewählten Farbe lackiert.
Wichtig war, vorsichtig zu bohren, um das Brett nicht komplett zu durchbohren. Wir arbeiteten langsam und verwendeten einen schmalen Meißel, um die Aussparungen fein zu bearbeiten.
Zum Schluss haben wir die Scharniere mit kurzen Schrauben an der Tür befestigt.
Um zu verhindern, dass die Tür nach innen gedrückt wird, haben wir auf jeder Seite der Öffnung einen kleinen Holzblock montiert.
Wir haben die Tür mit Klammern festgeklemmt und die Scharniere am Boden der Kommode befestigt (da die Rückwand noch nicht montiert war).
Das untere Regal war nun fertig. Anschließend haben wir dekorative Griffe angebracht und eine Schablone auf die Türfront aufgebracht. So entstand ein überraschend neuer Raum – perfekt für die Schuhaufbewahrung!
Es war Zeit, die Rückwand anzubringen. Wir haben sie festgeschraubt.
Als nächstes haben wir die gesamte Kommode mit Acrylfarbe bemalt.
Nachdem die Farbe getrocknet war, haben wir alle Elemente mit Acryllack überzogen, um die Oberflächen vor Abnutzung zu schützen.
Schließlich haben wir die Schubladen wieder eingebaut – und schon sah die alte Kommode aus wie neu!
Damit die Schubladen noch leichter gleiten, haben wir einen alten Trick angewandt: Wir haben die Schienen mit Kerzenwachs eingerieben.
Wie sich herausstellte, war die alte Kommode tatsächlich mit großer Handwerkskunst gefertigt. Und nun, nach einer kleinen Restaurierung, wird sie uns noch viele Jahre gute Dienste leisten.
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