Das schwedische Model Ingmari Lamy ist zu einem der führenden Gesichter der Boho-Kollektionen der Designerin Gudrun Sjödén geworden.
Lamy begann ihre Modelkarriere in den 1960er Jahren und erlangte schnell Bekanntheit als Gesicht großer Marken wie Yves Saint Laurent und Kenzo. Ihre Bilder zierten die Titelseiten von Vogue , Harper’s Bazaar und vielen anderen Top-Modemagazinen. Im Herzen ein Freigeist, pflegte Ingmari schon immer einen unkonventionellen Lebensstil, sowohl in ihrer Einstellung als auch in ihrer Mode. Auch heute noch ist sie in Kampagnen und Fotoshootings zu sehen und bleibt ihrem charakteristischen Boho-Chic-Stil treu.
Mit Ende 70 genießt Lamy heute mehr Anerkennung denn je – vor allem dank ihrer anhaltenden Partnerschaft mit der schwedischen Boho-Designerin Gudrun Sjödén. Trotz ihres frühen Ruhms in der Modewelt, der unter anderem durch große Kampagnen und ihren Status als Muse für Kenzo Takada geprägt war, ist es ihr aktuelles Image als Boho-Muse, das heute die größte Resonanz findet.

Ingmaris Karriere begann lange vor dem Aufkommen der Supermodel-Ära, als Millionenverträge zur Norm wurden. Als sie beispielsweise 1972 einen Fünfjahresvertrag mit Yves Saint Laurent unterschrieb, verdiente sie gerade einmal 10.000 Dollar – ein Betrag, der zehn Jahre später mindestens eine Million Dollar betragen hätte. Mit 29 Jahren beschloss Lamy, das Modeln aufzugeben und zog auf die ruhige spanische Insel Formentera, wo sie mit ihrem Mann, einem Modefotografen, und ihren Kindern ein einfaches Leben führte. Die Insel hatte damals keinen Strom, und die Familie lebte viele Jahre lang in bescheidenen Verhältnissen.

1981 kehrte sie in die Modebranche zurück – nicht als Model, sondern als Designerin und arbeitete mit Kenzo Takada zusammen. Ihre Zusammenarbeit war ein Erfolg, doch nachdem die Marke Kenzo Anfang der 90er Jahre von LVMH übernommen wurde, verließ sie das Unternehmen und zog zurück nach Schweden. Sie ließ sich auf der Insel Stora Holmen nieder und mietete einen Flügel eines alten Schlosses. Dort träumte sie davon, ein umweltfreundliches Spa zu eröffnen und eine Reihe nachhaltiger Produkte auf den Markt zu bringen. Obwohl das Spa-Projekt nie ganz verwirklicht wurde, gründete sie ihr eigenes Modelabel Ingmari Lamy – eine Linie, die sich von ihrem mittlerweile ikonischen Boho-Image abhob.

Dann kam eine unerwartete Wendung: Boho-Designer begannen, Lamy nicht nur als Designerin, sondern als perfekte Verkörperung der Bohème-Muse zu sehen. Mit ihrer ätherischen Präsenz und natürlichen Eleganz fügte sie sich mühelos in die skurrile, von der Natur inspirierte Welt der Boho-Mode ein. Fotografen fotografierten sie wunderschön in Outdoor-Szenarien und verliehen jeder Aufnahme Magie.

Der Boho-Stil selbst entstand um 1969, beeinflusst von afrikanischer und asiatischer Ästhetik, die in den späten 60er und frühen 70er Jahren immer beliebter wurde. Obwohl Lamy in ihrer Jugend gelegentlich diesen Look vorführte, nahm sie Boho erst später im Leben vollständig als ihre persönliche und berufliche Identität an.


Ihre Zusammenarbeit mit Gudrun Sjödén war besonders eindrucksvoll – gemeinsam schufen sie Bilder, die Schönheit, Freiheit und Individualität in jedem Alter zelebrieren. Lamys Präsenz verleiht dem Boho-Stil Eleganz und Authentizität und inspiriert Frauen aller Generationen, diesen ausdrucksstarken und unkonventionellen Modestil zu entdecken.