Rätsel in der Psychiatrie: Warum wurden Patientinnen nacheinander schwanger?

Alles begann unerwartet. In einer psychiatrischen Klinik, in der Patientinnen unter ständiger Beobachtung stehen, wurde plötzlich die erste Schwangerschaft festgestellt. Das medizinische Personal hielt es zunächst für eine Ausnahme – einen seltenen Fall, möglicherweise einen Fehler in der Krankengeschichte. Doch bald wurde klar: Das war erst der Anfang.

Eine Schwangerschaft nach der anderen kam vor. Erst eine Patientin, dann eine zweite, dann eine dritte – alle mit Diagnosen, die normalerweise keine angemessene Betreuung der Mutter ermöglichen würden. Sie waren verschlossen, vorsichtig und weigerten sich zu erklären, wie es dazu kam. Überwachungskameras, Besucherprotokolle und Personalakten zeigten jedoch keinerlei Verstöße gegen das Protokoll.

Jede neue Schwangerschaft löste neue Gerüchte und Ängste aus. Die Mitarbeiter wurden verhört, intern überprüft und psychologisch getestet. Ein Mitarbeiter geriet sogar zeitweise unter Verdacht, wurde aber vollständig entlastet – er war während des betreffenden Zeitraums beurlaubt, und alle seine Bewegungen wurden dokumentiert.

Inzwischen tauchten subtile Hinweise von anderen Patienten auf. Immer häufiger war von „heimlichen nächtlichen Spaziergängen“, einem „unbeobachteten Garten“ und „Treffen wie früher“ die Rede. Zunächst wurden diese Dinge als Fantasien der Patienten abgetan, doch die wiederholten Details lösten beim Personal Besorgnis aus.

Die Ärzte beschlossen, eine Kamera zu installieren, um zu verstehen, was vor sich ging – und was sie sahen, versetzte sie in Entsetzen.

Eine Untersuchung des Klinikgeländes, einschließlich selten genutzter Bereiche, wurde eingeleitet. Dann kam die Entdeckung: In einer entfernten Ecke des Gartens, unter einer Schicht Blätter, fanden sie eine Metallluke.

Darunter befand sich ein schmaler, aber stabiler Tunnel, der zur Männerstation führte. Der Tunnel war alt, stammte wahrscheinlich aus der Vorkriegszeit und war schon lange nicht mehr auf offiziellen Bauplänen verzeichnet.

Die nach dieser Entdeckung installierte versteckte Kamera enthüllte, was alle schockierte: Patienten aus beiden Stationen trafen sich heimlich und ohne Aufsicht des Personals. Keine Überwachung, keine Rücksicht auf Diagnosen, kein Verständnis für die Konsequenzen.

Für manche waren es kurze Momente des Trostes und der Intimität. Für andere führten sie zu einer Schwangerschaft und weiteren Traumata.

Nach dieser Enthüllung überarbeitete die Klinik ihre Protokolle.

Der Tunnel wurde abgeriegelt, der Zugang zum Garten eingeschränkt und Treffen zwischen männlichen und weiblichen Stationen wurden selten, streng überwacht und nur auf ärztliche Empfehlung in Begleitung des Personals erlaubt.

Schwangere Patientinnen wurden in die Obhut von Verwandten oder Sozialdiensten gegeben. Für die übrigen Patientinnen wurden neue Regeln eingeführt, die eine humane Behandlung mit Sicherheit und Kontrolle in Einklang bringen.

Die Geschichte erregte große Aufmerksamkeit. Die Gesellschaft war gespalten: Einige warfen der Klinik Fahrlässigkeit vor, andere kritisierten sie für ihre unmenschliche Vorgehensweise und die Versuche, Emotionen zu „unterdrücken“.

Doch die wichtigste Erkenntnis war: Auch hinter den Mauern psychiatrischer Anstalten geht das echte, komplexe menschliche Leben weiter.