Ein langjähriges Weihnachtskonzert im Kennedy Center in Washington, D.C., wurde nach heftiger Kritik an Änderungen im Zusammenhang mit Donald Trumps Engagement in der ikonischen Kulturinstitution abgesagt.

Der Jazzmusiker Chuck Redd, der fast zwei Jahrzehnte lang die Christmas Eve Jazz Jam veranstaltet hatte, sagte die Veranstaltung ab, nachdem er erfahren hatte, dass Trumps Name in das Branding des Kennedy Centers aufgenommen worden war. Das alljährliche Konzert, eine Weihnachtstradition seit 2006, sollte dieses Jahr wie gewohnt stattfinden, wurde aber aus Protest kurzfristig abgesagt.

Redd, Schlagzeuger und Vibraphonist, erklärte, er habe die Entscheidung getroffen, sobald er die Namensänderung sowohl auf der Website des Kennedy Centers als auch am Gebäude selbst bemerkt habe. Gegenüber der Associated Press sagte er, die Umbenennung des Veranstaltungsortes habe ihn dazu bewogen, die Aufführung trotz der langen Geschichte und des treuen Publikums abzusagen.

Auf der Website des Kennedy Centers ist die kostenlose Jazz-Session am Heiligabend für 2025 abgesagt. Die Veranstaltung war als Nachmittagsevent angekündigt worden, das mit Live-Jazzmusik festliche Stimmung verbreiten sollte. In einer separaten Stellungnahme gegenüber CNN bestätigte Redd, dass er das Konzert unmittelbar nach Bekanntwerden der Umstrukturierung abgesagt habe.

„Ich trete seit Beginn meiner Karriere im Kennedy Center auf“, sagte Redd und fügte hinzu, er sei zutiefst enttäuscht über die Entscheidung, den Namen der Institution zu ändern, die den ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy ehrt.

Die Kontroverse entbrannte, nachdem Donald J. Trumps Name über Kennedys Namen an der Fassade des Gebäudes angebracht worden war, was breite Kritik auslöste. Die demokratische Abgeordnete Joyce Beatty aus Ohio reichte daraufhin Klage gegen den Verwaltungsrat ein und argumentierte, Bundesrecht verbiete es, das Zentrum jemand anderem als Kennedy zu widmen, der 1963 ermordet wurde. Kennedys Nichte, Kerry Kennedy, erklärte ebenfalls, sie beabsichtige, Trumps Namen nach dessen Ausscheiden aus dem Amt entfernen zu lassen.

Dies ist nicht der erste Streitfall um das Kennedy Center in diesem Jahr. Mehrere Künstler, darunter Issa Rae, haben Auftritte aus Protest gegen Trumps Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden abgesagt und dabei Bedenken hinsichtlich der Werte und des Erbes der Institution geäußert.