Bei einem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Ferienort Crans-Montana in der Silvesternacht wurden Dutzende junger Feiernder lebensgefährlich verletzt, viele kämpfen noch immer um ihr Leben, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Das Feuer in der Bar „Le Constellation“ forderte bisher mindestens 40 Todesopfer und 119 Verletzte. Die Behörden warnten jedoch, dass die Zahlen noch steigen könnten.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Feuer wahrscheinlich durch Wunderkerzen, die an Champagnerflaschen befestigt waren, ausgelöst wurde, die zu nah an die Decke gehalten wurden. Laut Staatsanwältin Beatrice Pilloud führte dies offenbar zu einem sich schnell ausbreitenden und heftigen Brand, obwohl die genaue Ursache noch nicht endgültig geklärt ist. Die Ermittler prüfen außerdem, ob Dämmmaterialien in der Decke zur raschen Ausbreitung der Flammen beigetragen haben und ob Fahrlässigkeit eine Rolle spielte.

Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurden oder werden rund 50 Opfer in spezialisierte Verbrennungszentren in ganz Europa verlegt, darunter auch in Einrichtungen in Deutschland und Frankreich. Der Walliser Regionalbeamte Mathias Reynard erklärte, viele der Verletzten befänden sich weiterhin in kritischem Zustand.
Die Behörden beschrieben die Identifizierung der Opfer aufgrund des Ausmaßes der Verbrennungen als langsam und äußerst heikel. Bislang konnten 113 Verletzte identifiziert werden, doch die Beamten gaben an, dass die formelle Identifizierung aller Todesopfer mehrere Tage dauern könnte.

Unter den Verletzten befinden sich Schweizer Staatsangehörige sowie Besucher aus Frankreich, Italien, Serbien, Bosnien, Belgien, Polen, Portugal und Luxemburg. Mehrere Personen aus Italien und Frankreich werden weiterhin vermisst, weshalb die Botschaften die Angehörigen bei der Suche nach Informationen unterstützen.
Überlebende berichteten von Momenten des Grauens, als die Sicht verschwand und die Ausgänge überfüllt waren. Ein Zeuge gab an, er sei entkommen, indem er sich hinter Möbeln versteckte und ein Fenster einschlug.
Die Tragödie hat die Gemeinde tief erschüttert. Trauernde versammelten sich in der Nähe des abgesperrten Unglücksortes, zündeten Kerzen an und legten Blumen nieder. Viele junge Menschen zeigten sich schockiert und sagten, sie oder ihre Freunde hätten geplant, an der gleichen Gedenkfeier teilzunehmen. Dies unterstreicht, wie knapp einige einer der schlimmsten Katastrophen der modernen Schweizer Geschichte entgangen sind.