Istanbul wurde am Donnerstag von einem der stärksten Stürme der letzten Jahre heimgesucht. Heftige Winde, Starkregen und eisige Temperaturen legten das Leben in der ganzen Stadt lahm. Meteorologische Daten verzeichneten Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde (62 mph), was einer Stärke von 11 auf der Beaufort-Skala entspricht – ein Wert, der als schwerer Sturm, knapp unterhalb eines Hurrikans, eingestuft wird. Die Behörden warnten, dass sich die Lage weiter verschärfen würde, da die ungewöhnlich warme Witterung in einen strengen Winter übergehen würde.
Das Katastrophenschutzzentrum der Istanbuler Stadtverwaltung (IBB, AKOM) meldete, dass sich Sturm und Starkregen im Laufe des Tages verstärkten und die Temperaturen von zuvor 17–18 °C um etwa 10 Grad Celsius sanken. Der gesamte Fährverkehr in der Stadt wurde aufgrund der unsicheren Lage eingestellt.

Starke Winde ließen in mehreren Stadtteilen Bäume umstürzen, beschädigten Fahrzeuge und behinderten den Verkehr. In Bakırköy begrub ein umgestürzter Baum vier geparkte Autos auf der Küstenstraße unter sich und blockierte vorübergehend die Fahrspuren in Richtung Yeşilköy. Einsatzkräfte räumten die Trümmer mit Kettensägen weg, bevor die Straße wieder freigegeben wurde. In Bahçelievler wurde eine Person verletzt, nachdem sie unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt worden war. In einigen Stadtteilen wurden Windböen mit Geschwindigkeiten von über 70 km/h gemeldet.
Der Sturm beeinträchtigte auch benachbarte Regionen: Heftige Regenfälle führten zu Überschwemmungen in Edirne, legten das tägliche Leben in Izmir lahm und legten den Schiffsverkehr in Çanakkale lahm. Der türkische Wetterdienst hatte bereits seit Tagen Warnungen herausgegeben und darauf hingewiesen, dass Winde der Stärke 11 Beaufort Gebäudeschäden verursachen, große Bäume entwurzeln und ungesicherte Gegenstände in gefährliche Geschosse verwandeln könnten.
Der Seetransport wurde eingestellt.
Bursa Sea Buses (BUDO) hat den Fährverkehr zwischen Mudanya und dem Istanbuler Bezirk Kabataş sowie den Strecken Armutlu und Ihlas wegen unsicherer Seebedingungen eingestellt. Alle Hauptdienste zwischen 7 und 13 Uhr wurden eingestellt. Istanbuls öffentlicher Fährbetreiber Şehir Hatları hat ebenfalls mehrere Routen eingestellt, darunter Verbindungen zu den Prinzeninseln von Maltepe, Bostancı, Beşiktaş und Kabataş sowie Morgenfahrten zwischen Anadolu Hisarı und Eminönü.

Landesweite Wetterwarnung:
Das Innenministerium gab am Mittwochabend unter Berufung auf den staatlichen Wetterdienst eine landesweite Wetterwarnung heraus. Für mehrere Regionen, darunter die östliche Marmararegion, das westliche Mittelmeergebiet, Süd- und Ostanatolien, das zentrale und östliche Schwarzmeergebiet sowie die westlichen Schwarzmeergebiete, wurden starke Winde, Stürme, Gewitter und Lawinengefahr vorhergesagt. In Balıkesir, Çanakkale, Izmir, Manisa, Aydın, Bursa, Kütahya, Muğla, Antalya und Konya wurden Starkregen und Gewitter erwartet, während in den Hochlagen des östlichen Schwarzmeergebiets sowie in Nord- und Ostanatolien Lawinengefahr bestand.
Die Behörden riefen die Bewohner angesichts von Verkehrsbehinderungen, Dachschäden, herabfallenden Gegenständen, Überschwemmungen, Blitzeinschlägen, Kohlenmonoxid-Gefahr und Lawinen zur Vorsicht auf und betonten, wie wichtig es sei, die offiziellen Warnungen genau zu befolgen.