Janice Dickinson zieht vor den High Court: Supermodel klagt Sender nach dramatischem Dschungelcamp-Sturz

Janice Dickinson (70) steht wieder im Scheinwerferlicht – und dieses Mal geht es nicht um Laufstege oder glamouröse Fotos, sondern um eine bittere juristische Auseinandersetzung, die das einstige Topmodel mitten ins Zentrum eines internationalen Skandals gestellt hat. Die ehemalige Mode-Ikone zeigte sich zuletzt ungeschminkt und mit ernster Miene in Los Angeles, nachdem sie in der Vergangenheit drastische Fotos ihrer Gesichtsverletzungen veröffentlicht hatte, die sie eigenen Angaben zufolge bei den Dreharbeiten zu „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ erlitten hat.

Der Vorfall liegt bereits drei Jahre zurück, doch die Konsequenzen haben Janice Dickinsons Leben nachhaltig verändert. Während der Dreharbeiten zur südafrikanischen Staffel des Dschungelcamps stolperte sie angeblich auf dem Weg zur Toilette in der stockdunklen Camp-Kulisse und fiel schwer. Laut den Gerichtsunterlagen sei eine wichtige Nachtbeleuchtung nicht eingeschaltet gewesen, was zur Folge hatte, dass Dickinson ungebremst zu Boden ging. Sie wirft dem britischen Sender ITV und dem Produktionsteam vor, fahrlässig gehandelt zu haben und sie unzureichend vor solchen Gefahren geschützt zu haben.

Doch damit nicht genug: In den Dokumenten wird angegeben, dass ein von ITV beschäftigter Arzt der 70-Jährigen zuvor Schlafmedikamente verabreicht haben soll, die Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen zur Folge hätten. Dickinsons Anwälte argumentieren, dass diese Medikamente sie „besonders verletzungsanfällig“ gemacht hätten und der Sender somit eine doppelte Verantwortung verletzt habe.

Die Folgen des Sturzes sind gravierend. Ärzte bescheinigen Dickinson laut Medienberichten permanente Narben im Gesicht sowie Nervenschäden, die nicht operativ zu beheben sind. Diese Verletzungen hätten nicht nur ihr Aussehen verändert, sondern auch alltägliche Fähigkeiten wie Sprechen, Essen und Trinken beeinflusst, so veröffentlichte Fotos und Aussagen aus den Gerichtsakten.

ITV weist die Vorwürfe ausdrücklich zurück. Der Sender betont, hohe Sicherheitsstandards bei „I’m a Celebrity“ einzuhalten und erklärt, dass Dickinson nach dem Unfall medizinisch versorgt worden sei, alle entstandenen Kosten übernommen wurden und sie nach Los Angeles zurückgeflogen worden sei. Zudem betont das Unternehmen, dass der Kontakt mit Dickinson und ihren Vertretern auch nach dem Vorfall über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten worden sei.

Für Dickinson, die einst als einer der begehrtesten Namen der Modebranche für Luxusmarken wie Chanel, Dior oder Versace stand und später als Reality-TV-Star und Jurorin bei „America’s Next Topmodel“ bekannt wurde, ist dieser rechtliche Schritt ein schwerer Einschnitt. Trotz ihrer früheren Begeisterung für das Dschungelcamp-Format, die sie in Podcasts und Interviews teilweise zum Ausdruck gebracht hatte, hat sie nach eigenen Aussagen tief unter dem fehlenden Respekt und teilweise spöttischen Kommentaren nach dem Sturz gelitten. Freunde beschreiben sie als zäh und loyal, doch privat ziehe sie sich zurzeit zurück und suche in Los Angeles Kraft bei ihrer Familie und engen Vertrauten.

Mit der Klage verlangt Janice Dickinson Schadensersatz und richtet ihren Gang vor den High Court in London – ein Schritt, der nicht nur für sie persönlich, sondern auch für das Reality-TV-Genre eine mögliche Zäsur markieren könnte, wenn Gericht und Öffentlichkeit nun Stellung zu den Vorwürfen eines der bekanntesten Gesichter der Showbusiness-Welt beziehen.