Janice Dickinson, einst als eines der bekanntesten Gesichter der Modewelt gefeiert, sorgt jetzt für Schlagzeilen, die weit über Glamour und Rampenlicht hinausgehen. Das 70-jährige Ex-Supermodel, das in den 70er und 80er Jahren für Größen wie Dior, Chanel und Versace auf den Laufstegen dieser Welt stand, hat offiziell eine Klage gegen den britischen Sender ITV und das Produktionsteam von „I’m a Celebrity… Get Me Out of Here!“ eingereicht. Die dramatischen Vorwürfe, die Dickinson erhebt, drehen sich um einen Sturz, der ihr Leben laut eigener Aussage nachhaltig verändert hat — und der nun vor dem High Court verhandelt werden soll.
Der Vorfall ereignete sich während der 2023 im südafrikanischen Dschungel gedrehten All-Stars-Ausgabe der beliebten Reality-Show. Dickinson sagt aus, sie sei in völliger Dunkelheit auf dem Weg zur Toilette gestolpert, nachdem die Sicherheitsnotbeleuchtung nicht funktionierte und sie zuvor angeblich Schlafmittel verabreicht bekommen hatte, die ihre Balance und Wahrnehmung beeinträchtigten. Bei dem Sturz habe sie schwere Verletzungen im Gesicht, am Kopf und an den Handgelenken erlitten, die laut Gerichtsakten zu dauerhaften, nicht korrigierbaren Narben und Nervenschäden geführt hätten.
Die Dokumente, die ihre Anwälte im High Court in London eingereicht haben, schildern detailliert die Folgen des Unfalls: permanente „traumatische Narben“ und Deformitäten im Bereich der Lippen, Wangen, des Kinns und des unteren Gesichts, begleitet von einer Erkrankung namens Dysaesthesia, die zu verstärkter Empfindlichkeit und vermindertem Gefühl im Gesicht führe. Diese Schäden hätten nicht nur ihr Aussehen verändert, sondern in vielen Momenten auch grundlegende Funktionen wie Sprechen, Essen und Trinken erschwert, argumentieren Dicksonns Rechtsvertreter, die mehr als £700 000 an Entschädigung fordern.

In britischen Medien veröffentlichte Fotos zeigen Dickinson in einem Krankenhausbett, mit tiefen Wunden und Schwellungen im Gesicht — erschütternde Bilder, die das Ausmaß der Verletzungen unmissverständlich dokumentieren. Die ehemalige Jurorin von „America’s Next Top Model“ beschreibt die Nacht des Unfalls als die „erschreckendste ihres Lebens“, in der sie minutenlang hilflos im Dunkeln lag, bevor andere Teilnehmer ihr zur Hilfe kamen.
ITV reagierte auf die Vorwürfe mit einer offiziellen Stellungnahme, in der der Sender betont, dass „I’m a Celebrity“ hohe Sicherheitsprotokolle einhalte und die Gesundheit aller Teilnehmer stets oberste Priorität habe. „Wir erkennen diese Version der Ereignisse nicht an“, heißt es in der Mitteilung, gleichzeitig betont ITV, dass Dickinson medizinisch versorgt worden sei, alle Kosten übernommen wurden und regelmäßiger Kontakt zu ihr und ihren Vertretern nach ihrer Rückkehr in die USA bestand.

Unabhängig davon hat die Klage bereits eine Welle von Diskussionen ausgelöst — nicht nur unter Fans der Reality-Show, sondern auch in juristischen Kreisen. Kritiker fragen, ob Produzenten tatsächlich für einen Sturz haftbar gemacht werden können, der angeblich durch Umstände verursacht wurde, die auch mit den natürlichen Risiken eines rauen Drehs im Dschungel verbunden sein könnten. Dickinsons Anwälte hingegen bestehen darauf, dass die Kombination aus angeblich unzureichender Beleuchtung, der Verabreichung von Schlafmitteln und mangelnder unmittelbarer Hilfe weit über das hinausgehe, was von einem professionellen Produktionsteam erwartet werden könne.
Für Dickinson selbst ist dieser Schritt ein tiefer Einschnitt. Die Frau, die einst über Jahrzehnte mit ihrem Aussehen Millionen begeisterte und als Ikone der Modebranche galt, steht nun im Zentrum eines Rechtsstreits, der nicht nur ihr persönliches Schicksal betrifft, sondern auch die Frage aufwirft, wie weit Verantwortlichkeiten bei Reality-TV-Produktionen reichen dürfen.