Wenn die Wünsche einer Legende übersehen werden: Bardots Beerdigung erregt weltweite Trauer. Was war der Grund?

Frankreich bereitet sich darauf vor, sich von der Kinoikone Brigitte Bardot zu verabschieden, die im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Doch selbst im Tod spaltet das „Sexsymbol des 20. Jahrhunderts“ weiterhin die öffentliche Meinung: Die Beerdigung wird zum Zentrum eines politischen Skandals und signalisiert bereits eine Verletzung der letzten Wünsche der Schauspielerin.

Es wurde angekündigt, dass der offizielle Abschied für Bardot am 7. Januar in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption in Saint-Tropez stattfinden wird. Die Hauptintrige und Kontroversen drehen sich jedoch um ihren letzten Ruheort.

Bereits 2018 erklärte Bardot in einem Interview mit Le Monde, dass sie in ihrem eigenen Garten beerdigt werden wollte. Die Schauspielerin war entschieden gegen eine Beerdigung auf einem Friedhof, damit „eine Menge Idioten“ nicht die Gräber ihrer Eltern und Großeltern trampeln. Die Gemeindeverwaltung hat jedoch bereits Pläne angekündigt, die Legende auf dem „sternengeschmückten“ Meerfriedhof in Saint-Tropez zu beerdigen. Es scheint, dass ihre Familie gegen Bardots Wünsche handeln könnte, um einen „öffentlicheren“ Status zu gewährleisten.

Politische Streitigkeiten sind ebenfalls rund um Bardots Beerdigung ausgebrochen. Während rechte Politiker einen „nationalen Abschied“ im Maßstab von Johnny Hallyday fordern, sind linke Kräfte entschieden dagegen. Der Grund: die radikalen Ansichten der Schauspielerin.

Zu Lebzeiten wurde Bardot fünfmal wegen Hassrede verurteilt, insbesondere für Kommentare gegen Muslime und die Bewohner von Réunion, die sie als „Wilde“ bezeichnete.

Ein politischer Boykott ist bereits im Gange. Präsident Emmanuel Macron gab eine kurze Erklärung ab, in der er Bardot als „Legende“ bezeichnete, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass er an der Beerdigung teilnehmen wird. Der sozialistische Führer Olivier Faure erklärte, dass Staatsauszeichnungen nicht für diejenigen seien, die „den republikanischen Werten den Rücken gekehrt haben.“ In der Zwischenzeit hat Macrons rechtsextreme Rivalin, Marine Le Pen, bereits ihre Absicht angekündigt, an Bardots Abschiedszeremonie teilzunehmen.

Die Abgeordnete der Grünen, Sandrine Rousseau, fasste die Widersprüche des Stars prägnant zusammen:

„Sich um das Schicksal von Delfinen zu kümmern, während man gegenüber den Toden von Migranten im Mittelmeer gleichgültig bleibt – welches Maß an Zynismus erfordert das?“

Bardot verstarb am Sonntag, den 28. Dezember, im Morgengrauen. An ihrer Seite war ihr vierter Ehemann, Bernard d’Ormale – ein ehemaliger Berater des rechtsextremen Politikers Jean-Marie Le Pen, dem Vater von Marine Le Pen. Vor ihrem Tod flüsterte Brigitte ihrem Ehemann ein letztes Wort der Liebe zu.