Nina Hagen ist zurück – und wie! Die Frau, die den Punk in Deutschland erfand, die mit ihrer schrillen Stimme, den grellen Looks und der unbändigen Energie ganze Generationen in den Wahnsinn trieb, wird heute von einer neuen Welle von Fans und Künstlern als „Godmother of Punk“ gefeiert. In einem neuen großen Porträt wird sie als die ultimative Ikone beschrieben: eine Frau, die nie Kompromisse machte, die immer zu laut, zu bunt, zu verrückt war – und genau deswegen bis heute unantastbar bleibt. Nina Hagen ist kein Relikt der 70er und 80er – sie ist lebende Geschichte, die immer noch atmet, schreit und provoziert.
Alles begann Ende der 70er in Ost-Berlin. Nina, damals noch eine junge Opernsängerin mit klassischer Ausbildung, hörte plötzlich die Sex Pistols und die Ramones – und etwas in ihr explodierte. „Das war meine Musik!“, rief sie später. Sie floh in den Westen, landete in London, tauchte in die Punk-Szene ein, färbte sich die Haare knallrot, trug Netzstrümpfe, Leder und riesige Schulterpolster. Ihr Debütalbum „Nina Hagen Band“ von 1978 war ein Schock: Operngesang traf auf Punk-Rhythmus, Texte über Sex, Gott und Revolution. Die Platte verkaufte sich hunderttausendfach – Nina war über Nacht Star und Skandal in einem.
In den 80ern wurde sie zur globalen Ikone. Sie lebte in New York, nahm mit den Dead Kennedys auf, posierte für Andy Warhol, drehte Videos, die selbst heute noch provozieren: grell geschminkt, mit riesigen Perücken, in Outfits, die zwischen Domina und Clown oszillierten. „Ich wollte immer die Extreme ausloten“, sagt sie heute mit diesem typischen, rauchigen Lachen. „Entweder ganz oben oder ganz unten – dazwischen gibt’s nichts.“ Ihre Songs wie „New York New York“, „Ziggy Stardust“-Covers oder „Smack Jack“ wurden Hymnen einer Generation, die sich nicht mehr an Regeln halten wollte.
Nina Hagen war nie nur Musikerin – sie war Performerin, Aktivistin, Provokateurin. Sie sprach offen über Drogen, Sex, Spiritualität, Feminismus, Umweltschutz. Sie wurde Christin, dann wieder Esoterikerin, heiratete, ließ sich scheiden, bekam Kinder und blieb dabei immer sie selbst: laut, direkt, ohne Filter. „Ich habe nie verstanden, warum man sich verstellen soll“, sagt sie. „Wenn ich singe, dann schreie ich meine Seele raus – und wenn das jemanden stört, ist das sein Problem.“
Heute, Jahrzehnte später, wird sie als Pionierin gefeiert. Junge Künstlerinnen wie Billie Eilish oder Machine Gun Kelly nennen sie als Einfluss, Designer zitieren ihre Looks, Festivals laden sie als Headlinerin. Nina lacht darüber: „Die Kids entdecken mich jetzt – als wäre ich neu! Aber ich bin ja nie weg gewesen.“ Sie tritt immer noch auf, postet wilde Videos auf Social Media, malt sich die Augen schwarz und die Lippen rot, trägt Kleider, die aussehen wie aus einer anderen Dimension. „Ich werde nie aufhören“, sagt sie. „Punk ist kein Alter – Punk ist Haltung.“
Das Porträt endet mit einem Satz, der alles zusammenfasst: Nina Hagen ist nicht die Godmother of Punk – sie ist der lebende Beweis, dass Punk nie stirbt. Sie ist immer noch da, immer noch laut, immer noch frei – und genau das macht sie zur unsterblichen Göttin einer Bewegung, die sie selbst mitgeboren hat. Nina Hagen bleibt Nina Hagen: zu viel für manche, genau richtig für die, die das Leben in voller Lautstärke wollen.
