Helge Schneider, der legendäre Jazz-Punk-König, der mit seinem schrägen Humor, seinen genial-verrückten Songs und seiner totalen Verweigerung jeglicher Regeln seit Jahrzehnten die Menschen zum Lachen, Staunen und Kopfschütteln bringt, wird 70 – und zeigt sich jetzt von einer ganz anderen, sehr privaten Seite. Der Mann, der auf der Bühne wie ein wandelndes Chaos wirkt, lebt im echten Leben überraschend bodenständig, familiär und liebevoll. In einem sehr herzlichen Interview spricht Helge offen über seine Frau, seine Kinder und vor allem über seinen Sohn Charly – und was dabei rauskommt, ist so warm und ehrlich, dass man den schrägen Entertainer plötzlich mit ganz neuen Augen sieht.
Helge ist seit vielen Jahren glücklich verheiratet mit seiner Frau Anke. Die beiden lernten sich in den 90er-Jahren kennen, als Helge schon erste Erfolge feierte, aber noch lange nicht so bekannt war wie heute. Anke war von Anfang an die Frau, die ihn erdete – ruhig, geduldig, mit einem trockenen Humor, der perfekt zu Helges Wahnsinn passt. „Sie ist die Einzige, die mich wirklich durchschaut und trotzdem noch mag“, sagt er lachend. Das Paar lebt zurückgezogen in einer kleinen Stadt am Niederrhein, in einem Haus voller Bücher, Instrumente, seltsamer Kunstwerke und selbstgebauter Möbel. Anke kümmert sich um den Alltag, Helge um die verrückten Ideen – eine perfekte Balance. Die beiden haben keine riesige Hochzeit gefeiert, keine Promi-Gäste, kein Tamtam – einfach nur sie zwei und ein paar Freunde. „Wir sind kein Paar für rote Teppiche – wir sind ein Paar fürs Sofa und fürs Lachen“, beschreibt Helge es treffend.
Aus der Beziehung stammen zwei Kinder – und besonders stolz ist Helge auf seinen Sohn Charly. Der Junge, mittlerweile erwachsen, ist das genaue Gegenteil des Vaters: ruhig, nachdenklich, musikalisch begabt, aber ohne den Drang, im Rampenlicht zu stehen. Charly hat sich bewusst gegen eine Karriere als Entertainer entschieden und studiert stattdessen etwas ganz „Normales“ – was Helge mit einem Augenzwinkern kommentiert: „Er ist klüger als ich – er weiß, dass man nicht verrückt sein muss, um glücklich zu sein.“ Trotzdem verbindet die beiden eine tiefe Liebe zur Musik: Charly spielt Gitarre und Klavier, und manchmal jammen sie zusammen zu Hause – ohne Publikum, ohne Druck, einfach nur Vater und Sohn. Helge erzählt gerührt, wie stolz er ist, dass Charly seinen eigenen Weg geht und sich nicht vom Ruhm des Vaters hat blenden lassen.
Die Tochter – Helge spricht nur liebevoll von „meiner Kleinen“ – ist ebenfalls aus dem Haus, lebt ihr eigenes Leben und kommt regelmäßig zu Besuch. Die Familie ist eng verbunden: Es gibt sonntägliche Mittagessen, bei denen Helge kocht (meistens sehr experimentell und chaotisch), Anke lacht und die Kinder die Augen verdrehen. Helge gibt zu, dass er als Vater nicht immer der klassische Typ war: Er hat die Kinder oft mit auf Tour genommen, hat ihnen beigebracht, dass man Regeln brechen darf, solange man niemanden verletzt, und hat ihnen vor allem eines mitgegeben: Humor ist die beste Medizin. „Ich wollte, dass sie lachen lernen – auch über sich selbst“, sagt er.
Heute, mit 70, genießt Helge die ruhigen Momente mit seiner Familie mehr denn je. Er spielt immer noch Konzerte, wenn ihm danach ist, dreht kleine Filme, malt Bilder und kocht sich seltsame Gerichte – aber der wichtigste Teil seines Lebens sind Anke, Charly und die Tochter. „Ich habe nie verstanden, warum man reich oder berühmt sein muss – Hauptsache, man hat Menschen, die einen ertragen“, lacht er. Die Fans lieben diese Seite von Helge: Den Chaoten, der plötzlich zum liebevollen Familienvater wird. In den sozialen Medien hagelt es Gratulationen, alte Clips mit Charly als Kind werden geteilt, und alle feiern den Mann, der bewiesen hat: Man kann total verrückt sein – und trotzdem das glücklichste Privatleben haben.