Die deutsche Hip-Hop-Szene ist in Mark und Bein erschüttert, denn eine ihrer schillerndsten, umstrittensten und zugleich einflussreichsten Figuren ist nicht mehr am Leben. Der Goldraub-Rapper Xatar, bürgerlich Giwar Hajabi, ist im Alter von nur 44 Jahren in Deutschland verstorben. Die Nachricht von seinem plötzlichen Ableben verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die sozialen Netzwerke und hinterlässt eine fassungslose Fangemeinde sowie eine Musiklandschaft, die einen ihrer charismatischsten Anführer verliert. Xatar war weit mehr als nur ein Musiker; er war ein Phänomen, ein Geschäftsmann und ein Mann, dessen Lebensgeschichte die Vorlage für Hollywood-Filme lieferte. Sein Tod markiert das Ende einer Ära des deutschen Gangsta-Raps, die er wie kaum ein anderer mitgeprägt und definiert hat.
Die Atmosphäre in der Rap-Community ist von einer bleiernen Schwere geprägt. Xatar, der Mann mit dem markanten Gesicht und der tiefen, autoritären Stimme, galt als unbesiegbar, als jemand, der selbst die härtesten Krisen und Gefängnisaufenthalte mit einem Lächeln und einem neuen Geschäftsplan überstand. Die Umstände seines Todes werfen derzeit noch viele Fragen auf und sorgen für wilde Spekulationen in den Hinterhöfen und VIP-Lounges der Republik. Er war der Gründer von Alles oder Nix Records, der Entdecker von Stars und der Mann, der den „Baba-Status“ im deutschen Rap zementierte. Sein Weg vom Flüchtlingskind über den spektakulären Goldraub bis hin zum gefeierten Labelboss und Gastronomen war eine moderne Odyssee, die nun ein jähes und tragisches Ende gefunden hat.
In den Aufnahmestudios von Berlin bis Köln herrscht heute Stille. Weggefährten und Konkurrenten gleichermaßen zeigen sich tief bewegt von dem Verlust eines Mannes, der trotz seiner kriminellen Vergangenheit immer einen gewissen Ehrenkodex verfolgte. Xatar war eine Instanz, deren Wort in der Szene Gesetz war. Er verstand es wie kein zweiter, die harte Realität der Straße mit dem Glamour des Erfolgs zu verknüpfen. Sein Erbe umfasst nicht nur zahlreiche Gold-Alben, sondern auch eine ganze Generation von Künstlern, die ohne seine Förderung niemals den Sprung ins Rampenlicht geschafft hätten. Die Trauer unter den Fans ist grenzenlos, viele versammeln sich spontan vor seinen Shisha-Bars und Restaurants, um Abschied von ihrem Idol zu nehmen.

Hinter der harten Schale des Gangsta-Rappers verbarg sich ein kluger Stratege, der die Mechanismen der Aufmerksamkeit perfekt beherrschte. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die niemand so schnell füllen kann. Während die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen seines Ablebens andauern, wird deutlich, wie tiefgreifend sein Einfluss auf die Jugendkultur in Deutschland war. Xatar war eine Reizfigur, ein Provokateur, aber vor allem ein Mensch, der niemals aufgab. Sein plötzliches Verstummen ist ein Schock für die gesamte Unterhaltungsindustrie. Deutschland verliert einen Künstler, der die Grenzen des Genres gesprengt hat und dessen Name für immer mit der Geschichte des deutschen Raps verbunden bleiben wird. Die Legende von Xatar wird weiterleben, doch der Mann, der das Gold stahl und die Charts eroberte, ist nun auf seine letzte Reise gegangen.