Deutschland verneigt sich vor einem seiner größten Schauspiel-Giganten: Götz George, der Mann, der als „Schimanski“ Fernsehgeschichte schrieb und ganze Generationen prägte, ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Die Nachricht von seinem Tod löst eine Welle der Bestürzung und Trauer im ganzen Land aus. Wie nun bekannt wurde, verstarb der Ausnahmekünstler bereits vor einer Woche im engsten Familienkreis. George war nicht nur ein Schauspieler, er war eine Institution – ein Mann, der mit seiner physischen Präsenz, seiner rauen Herzlichkeit und seinem unbändigen Arbeitsethos die deutsche Kulturlandschaft über Jahrzehnte hinweg wie kaum ein anderer dominierte.
Berühmt wurde er vor allem durch seine Rolle als Duisburger Tatort-Kommissar Horst Schimanski. In seiner legendären beigen Feldjacke brachte er eine neue Realität in das deutsche Wohnzimmer: dreckig, ehrlich und direkt. George schuf mit Schimanski einen Antihelden, der fluchte, sich prügelte und doch ein Herz aus Gold besaß – eine Figur, die bis heute Kultstatus genießt. Doch Götz George auf den Tatort-Ermittler zu reduzieren, würde seinem immensen künstlerischen Spektrum nicht gerecht werden. Ob als psychopathischer Massenmörder in „Der Totmacher“ oder in der hochemotionalen Auseinandersetzung mit der Geschichte seines Vaters Heinrich George – er suchte stets die totale Hingabe an seine Rollen.
Hinter der oft zitierten harten Schale des Leinwandhelden verbarg sich ein zutiefst reflektierter und sensibler Mensch. George mied das Blitzlichtgewitter abseits der Arbeit und lebte zuletzt sehr zurückgezogen. Er liebte das Meer und die Stille, weit weg vom Trubel der Medienmetropolen. Er war ein Perfektionist, der sich selbst niemals schonte und von seinen Kollegen dasselbe verlangte. Diese kompromisslose Art machte ihn zu einem der meistrespektierten Mimen seiner Zeit. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die schmerzlich spürbar bleibt, doch sein Geist lebt in den unzähligen Filmen weiter, in denen er uns gezeigt hat, was wahre Schauspielkunst bedeutet.
Die Anteilnahme in der Branche und bei den Fans ist überwältigend. Weggefährten beschreiben ihn als einen treuen Freund und einen unermüdlichen Kämpfer für die Qualität im deutschen Film. Mit Götz George verliert Deutschland eine seiner markantesten Stimmen und ein Gesicht, das für Stärke und Verletzlichkeit zugleich stand. Sein letzter Wunsch war eine Beisetzung im engsten Kreis, fernab der Öffentlichkeit, die ihn so sehr liebte. Er wollte in der Stille gehen, so wie er es sich für sein Privatleben immer gewünscht hatte. Ein letztes „Scheiße“ hallt durch Duisburg – als Gruß an einen Mann, der uns alle ein Stück weit mutiger gemacht hat.
