Der Rock-Himmel hat einen neuen Stern: Scorpions-Legende Francis Buchholz verstorben

Die Rockwelt trägt tiefschwarz, und ein Beben der Trauer geht durch die Herzen von Millionen Fans weltweit. Francis Buchholz, der legendäre Bassist, der den unverwechselbaren Sound der Scorpions über zwei Jahrzehnte lang entscheidend prägte, ist im Alter von 71 Jahren von uns gegangen. Es ist ein Abschied, der eine gewaltige Lücke in der Geschichte der deutschen Musik hinterlässt. Wie nun traurige Gewissheit wurde, hat der Musiker seinen tapferen, aber am Ende aussichtslosen Kampf gegen eine tückische Krebserkrankung verloren. Er starb friedlich, doch viel zu früh, und hinterlässt eine Fangemeinde, die fassungslos vor dem Ende einer Ära steht.

Francis Buchholz war weit mehr als nur ein Mann mit einer Bassgitarre; er war das rhythmische Rückgrat einer Band, die von Hannover aus die ganze Welt eroberte. Von 1973 bis 1992 war er Teil jener magischen Formation, die Welthits wie Rock You Like a Hurricane oder die unvergessliche Hymne Wind of Change hervorbrachte. Sein präzises Spiel und seine unerschütterliche Bühnenpräsenz machten ihn zu einem Idol für Generationen von Musikern. Wenn die Scorpions in den größten Stadien der Welt auftraten, von Tokio bis Rio de Janeiro, war es Buchholz, der mit seinen tiefen Tönen das Fundament für die ekstatischen Gitarrensoli und den markanten Gesang legte.

Hinter den Kulissen des wilden Rock-’n‘-Roll-Lebens galt Francis stets als der besonnene Pol, ein Profi durch und durch, dem die Musik immer wichtiger war als das flüchtige Rampenlicht. Doch die Diagnose Krebs traf ihn mit voller Härte und zwang den Vollblutmusiker in einen Kampf, den man nicht mit Leidenschaft allein gewinnen kann. In den letzten Monaten zog er sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, um im Kreise seiner Liebsten Kraft zu schöpfen und gegen die heimtückischen Zellen anzukämpfen. Dass dieser Kampf nun in einer stillen Stunde endete, rührt Weggefährten wie Klaus Meine und Rudolf Schenker zu Tränen, die mit ihm die wildesten und erfolgreichsten Zeiten ihres Lebens teilten.

Sein Vermächtnis ist jedoch unsterblich. Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt die ersten Akkorde eines Scorpions-Klassikers erklingen, wird die Handschrift von Francis Buchholz zu spüren sein. Er war ein Pionier, ein deutscher Weltstar, der trotz des gigantischen Erfolgs nie seine Bodenhaftung verlor. Die Nachricht von seinem Tod löste in den sozialen Netzwerken eine beispiellose Welle der Anteilnahme aus, wobei Fans und Kollegen gleichermaßen sein Genie und seinen Charakter würdigen. Während der Wind der Veränderung nun traurig durch die Hallen der Rockgeschichte weht, bleibt die Erinnerung an einen Mann, der den Rhythmus unseres Lebens mitbestimmt hat. Ein letzter Gruß an einen Großen, dessen Bass nun für immer verstummt ist, dessen Echo aber ewig nachhallen wird.