Es ist die Nachricht, auf die die Musikwelt seit über einem Jahrzehnt gewartet hat, und sie schlägt ein wie eine Granate. Nina Hagen, die unbezähmbare Legende und die Frau, die den deutschen Punk überhaupt erst auf die Weltkarte setzte, ist zurück im Rampenlicht. Mit ihrem neuesten Werk „Unity“ bricht sie eine elfjährige Stille und beweist eindrucksvoll, dass ihr Feuer noch genauso hell brennt wie in den wilden 70er Jahren. Es ist nicht einfach nur ein Album; es ist eine lautstarke Rückeroberung ihres Throns als absolute Ikone der Gegenkultur.
Die Atmosphäre rund um diese Veröffentlichung ist elektrisierend. Während viele Künstler in ihrem Alter leiser werden, dreht Nina Hagen den Verstärker erst richtig auf. In „Unity“ mischt sie gewohnt furchtlos verschiedenste Stile – von dubbigen Beats bis hin zu Rock-Elementen – und veredelt das Ganze mit ihrer unverwechselbaren Stimme, die immer noch über mehrere Oktaven springt, als gäbe es keine physikalischen Grenzen. Es ist eine wilde Reise durch ihre spirituelle Welt, ihre politischen Ansichten und ihre tiefe Liebe zur Musik. Die Kritiker sind sich einig: Nina Hagen hat nichts von ihrer Bissigkeit verloren, ist aber gleichzeitig zu einer Tiefe gereift, die unter die Haut geht.
Besonders faszinierend ist die Energie, die von diesem neuen Material ausgeht. Hinter den Kulissen der Produktion wurde gemunkelt, dass Nina Hagen mit einer fast schon manischen Kreativität an den Songs gearbeitet hat. Sie bleibt das Enfant terrible, das sich weigert, in irgendeine Schublade zu passen. Ob sie über soziale Gerechtigkeit singt oder spirituelle Hymnen anstimmt – jedes Wort wirkt echt, ungeschönt und radikal ehrlich. In einer Zeit, in der die Popmusik oft glattgebügelt wirkt, ist „Unity“ ein dringend notwendiger Weckruf.
Die Rückkehr der 69-jährigen Berlinerin wird von den Fans weltweit gefeiert. Es ist die Geschichte einer Frau, die alles gesehen hat – vom Aufstieg des Punks in London bis hin zur eigenen spirituellen Suche in Indien und ihrer Rückkehr zum christlichen Glauben. Alles, was Nina Hagen ausmacht, fließt in dieses Album ein. Sie ist die Godmother, die uns daran erinnert, dass Kunst wehtun darf, dass sie provozieren muss und dass man niemals zu alt ist, um das System zu erschüttern. „Unity“ ist ihr lautstarkes Statement an eine Welt, die sie schon oft abschreiben wollte, und das Urteil könnte klarer nicht sein: Die Königin ist zurück und sie ist lauter als je zuvor.
