Es ist eine Nachricht, die wie ein elektrischer Schlag durch die internationale Musikszene fährt und beweist, dass wahre Legenden niemals wirklich verstummen. Nina Hagen, die unangefochtene Ikone des deutschen Punk und die Frau, die mit ihrer vier Oktaven umfassenden Stimme Generationen erschütterte, ist zurück. Nach einer unglaublichen Durststrecke von elf Jahren, in denen es musikalisch ungewohnt still um die exzentrische Künstlerin geworden war, hat sie nun ihr neuestes Werk vollendet. Es ist ein Comeback, das niemand mehr in dieser Intensität erwartet hatte, und es markiert eine dramatische Wende in ihrem ohnehin schon bewegten Leben.
Die 69-jährige Ausnahmekünstlerin hat die letzten Jahre keineswegs in Untätigkeit verbracht, doch der Rückzug aus dem Aufnahmestudio war für ihre treue Fangemeinde eine harte Geduldsprobe. Während sie sich in der Zwischenzeit verstärkt ihrer Spiritualität und ihrem sozialen Engagement widmete, brodelte in ihrem Inneren offenbar wieder die kreative Unruhe, die sie einst zur „Godmother of Punk“ machte. Das neue Album ist das Ergebnis einer tiefgreifenden künstlerischen Reflexion und zeigt eine Nina Hagen, die nichts von ihrer Bissigkeit verloren hat, aber gleichzeitig eine neue, fast schon prophetische Tiefe offenbart.
Die Atmosphäre rund um die Entstehung dieses Albums war von absoluter Geheimhaltung geprägt. In Branchenkreisen heißt es, Nina Hagen habe sich für die Aufnahmen in eine Art kreative Isolation begeben, um ungefiltert an ihrem Sound feilen zu können. Es ist ein Werk, das die Grenzen zwischen Rock, Punk und opernhaften Elementen erneut sprengt – genau jenes Markenzeichen, das sie in den 70er und 80er Jahren weltweit berühmt machte. Doch diesmal schwingt eine Reife mit, die von den Kämpfen und Erkenntnissen des letzten Jahrzehnts erzählt. Wer glaubte, die Berlinerin hätte sich zur Ruhe gesetzt, wird nun eines Besseren belehrt.

Dieses Album ist mehr als nur eine Sammlung neuer Lieder; es ist ein lautstarkes Lebenszeichen einer Frau, die sich niemals hat verbiegen lassen. In einer Zeit, in der die Musikwelt oft glattpoliert und angepasst wirkt, kehrt Nina Hagen als das bunte, laute und unberechenbare Enfant terrible zurück, das wir so schmerzlich vermisst haben. Die Aufregung unter den Kritikern und Fans ist gleichermaßen gigantisch, denn dieses Werk könnte die letzte große Antwort auf eine Welt sein, die Nina Hagen schon oft abgeschrieben hat. Sie ist wieder da – und sie hat offensichtlich noch eine Menge zu sagen, das gehört werden muss.
