Wenn die unverwechselbare Stimme des deutschen Pop-Titans durch die vollbesetzten Stadien der Republik hallt, gibt es für Millionen von treuen Anhängern seit Generationen absolut kein Halten mehr. Herbert Grönemeyer, der Ausnahmekünstler, der mit seinen tiefgründigen Texten, seinen hochemotionalen Melodien und Alben wie Mensch oder Bochum Musikgeschichte geschrieben hat, steht seit Jahrzehnten im unbarmherzigen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Seine Lieder sind der emotionale Soundtrack im Leben unzähliger Menschen, jeder seiner Auftritte wird wie eine Messe gefeiert und seine Konzerte sind binnen weniger Minuten restlos ausverkauft. Doch inmitten dieses gigantischen, ohrenbetäubenden Jubels, des permanenten Erfolges und der tiefen Bewunderung seiner riesigen Fangemeinde verbirgt sich im Innenleben des Sängers eine zutiefst überraschende, verletzliche und ehrliche Seite. In einem unzensierten Moment der Wahrheit bricht der Musiker nun sein eisernes Schweigen über sein eigenes Aussehen und offenbart eine hochemotionale Unsicherheit, die die Gemüter der Fans zutiefst bewegt.
Der Kult-Sänger machte mit entwaffnenden und extrem deutlichen Worten unmissverständlich klar, dass er im Grunde seines Herzens unendlich froh ist, wenn er sich selbst schlichtweg nicht ansehen muss. Diese radikale, fast schon schmerzhafte Selbsterkenntnis lässt tief in die sensible Seele des Künstlers blicken, der trotz seines gigantischen Status im Showgeschäft eine bemerkenswerte, fast schon scheue Bodenständigkeit bewahrt hat. Das permanente Betrachten der eigenen Person auf riesigen Videowänden, in Musikvideos oder auf den Titelseiten der Boulevardpresse empfindet Herbert Grönemeyer keineswegs als Quelle des Stolzes, sondern vielmehr als eine extrem unangenehme Begleiterscheinung seines Lebens im grellen Rampenlicht. Der Spiegel wird für die Musikikone in vielen Momenten zu einem ungeliebten Gegenüber, dem er im Alltag am liebsten ganz bewusst und konsequent aus dem Weg geht.
Diese hochemotionale Distanz zum eigenen Spiegelbild steht im krassen Gegensatz zu der unbändigen, energetischen Präsenz, die der Star auf den großen Bühnen der Nation an den Tag legt. Wenn er am Mikrofon steht, opfert er seinen Körper für die Musik, tanzt absolut unkonventionell und peitscht seine Band unermüdlich nach vorne, bis die Hallen beben. Doch sobald die Kameras aus sind und die lauten Applausstürme verhallen, zieht sich der Musiker am liebsten in seine ganz private Ruheoase zurück, weit weg vom stressigen Beauty-Diktat der modernen Popwelt. Für Herbert Grönemeyer zählen im Leben weitaus wichtigere, tiefere Werte als die reine Oberflächlichkeit, perfekt retuschierte Fotos oder die Jagd nach einer ewigen, künstlichen Jugendlichkeit. Er zelebriert das Älterwerden mit einer Würde und einer rauen Ehrlichkeit, die im oft so glattgebügelten Showgeschäft ihresgleichen sucht.

Die Reaktionen der riesigen Fan-Community im Internet ließen nach diesen intimen Geständnissen nicht lange auf sich warten und fielen absolut überwältigend und voller tiefer Wehmut aus. Die sozialen Netzwerke explodierten regelrecht vor lauter Liebe, herzlichen Trostworten und virtuellem Applaus für diesen mutigen Schritt. Viele treue Bewunderer betonten in ihren Beiträgen, dass sie ihren Herbert gerade für diese Ecken und Kanten, für seine Unvollkommenheit und seine ungeschminkte Menschlichkeit so unendlich lieben. Er hat mit seinen ehrlichen Worten bewiesen, dass auch die größten Giganten der Kulturwelt mit ganz normalen menschlichen Komplexen zu kämpfen haben. Seine Fans drücken ihn dafür virtuell ganz fest an ihr Herz, und dieses emotionale Geständnis wird ganz sicher noch sehr lange Zeit für hitzige Diskussionen und tiefe Rührung sorgen.