„Danach weiß ich nicht mehr, wem ich vertrauen kann“: Davina Geiss spricht offen über ein Problem, das ihr Liebesleben verändert hat

Für Davina Geiss gehört Aufmerksamkeit eigentlich zum Alltag. Seit ihrer Kindheit steht sie gemeinsam mit ihrer berühmten Familie vor den Kameras. Millionen Zuschauer kennen sie aus dem Reality-TV, verfolgen ihr Leben und sehen, wie sie erwachsen geworden ist. Doch es gibt eine Seite ihres öffentlichen Lebens, über die sie offenbar lieber schweigen würde.

Denn Aufmerksamkeit ist nicht immer ein Kompliment. Manchmal wird sie unangenehm, aufdringlich und überschreitet eine Grenze.

Davina hat nun offen darüber gesprochen, was sie regelmäßig über soziale Netzwerke erreicht – und warum diese Erfahrungen inzwischen sogar ihre Vorstellung von einer Beziehung beeinflussen. Ihre Worte lassen erkennen, dass es längst nicht mehr nur um ein paar unangenehme Nachrichten geht.

Im Podcast „Die Geissens“ erzählte die junge TV-Persönlichkeit, dass sie immer wieder unerwünschte intime Fotos von Männern zugeschickt bekommt. Nach Angaben von BILD passiert das nahezu täglich. Selbst kurz vor der Aufzeichnung des Podcasts soll erneut eine solche Nachricht eingegangen sein.

Für Außenstehende mag es zunächst wie eine absurde Geschichte aus dem Leben eines Reality-Stars klingen. Für Davina ist es jedoch etwas, das sich immer stärker auf ihren Alltag auswirkt.

Besonders bemerkenswert ist, was sie über ihr Liebesleben sagte.

Denn eigentlich sollte eine junge Frau, die im Rampenlicht steht, unzählige Möglichkeiten haben, Menschen kennenzulernen. Doch bei Davina scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Je mehr unerwünschte Nachrichten sie erhält, desto schwieriger wird offenbar die Frage: Wer meint es ehrlich mit ihr – und wer sieht in ihr nur eine öffentliche Person?

Davina beschrieb selbst, dass sie nach der Vielzahl solcher Bilder kaum noch wisse, was eigentlich normal sei und was nicht. Genau diese Unsicherheit macht die Geschichte so bedrückend.

Denn wenn jemand ständig mit Grenzüberschreitungen konfrontiert wird, kann das Vertrauen darunter leiden. Ein neuer Kontakt, eine Nachricht oder ein vermeintliches Kompliment kann plötzlich ganz anders wirken als bei jemandem, der solche Erfahrungen nie machen musste.

Auch ihre Mutter Carmen Geiss kennt das Problem. Sie machte deutlich, dass die Familie solche Vorfälle nicht einfach akzeptieren möchte. Statt die Nachrichten zu ignorieren, werden entsprechende Fälle nach ihren Angaben an einen Anwalt weitergegeben. Die Familie hat damit bereits juristische Schritte eingeleitet.

Carmen Geiss fordert zugleich einen härteren Umgang mit solchen Übergriffen im Internet. Ihrer Ansicht nach reichen die bestehenden Konsequenzen nicht aus. Dabei verwies sie auf die rechtlichen Möglichkeiten gegen das unaufgeforderte Versenden solcher Inhalte.

Doch hinter der juristischen Frage steckt für Davina ein viel persönlicheres Problem.

Sie ist nicht einfach nur irgendeine junge Frau auf Instagram. Sie ist seit ihrem achten Lebensjahr in der Öffentlichkeit. Menschen verfolgen ihre Entwicklung, kennen ihre Familie und haben durch das Fernsehen das Gefühl, sie persönlich zu kennen.

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Genau darin liegt eine der großen Schwierigkeiten des Promi-Lebens: Die Grenze zwischen öffentlichem Interesse und privater Sphäre kann für manche Menschen erschreckend schnell verschwimmen.

Davina und ihre Schwester Shania sind mit Kameras aufgewachsen. Beide haben viele Verehrer, doch die große Liebe scheint bislang nicht gefunden zu sein. Für Carmen ist deshalb nachvollziehbar, dass es für ihre Töchter besonders schwierig sein kann, einen passenden Partner zu finden.

Und dann fällt ein Satz, der viel über Davinas Situation verrät.

Sie erklärte sinngemäß, dass sie nach all den Erfahrungen kaum noch wisse, ob sie überhaupt einen Freund haben könne. Nicht, weil sie keine Beziehung wolle. Sondern weil die ständigen unerwünschten Kontakte ihre Vorstellung davon verändert hätten, was bei einem Mann eigentlich noch als normales Interesse gelten kann.

Das ist möglicherweise der entscheidende Punkt dieser Geschichte.

Es geht nicht nur um Nachrichten in einem Postfach. Es geht um Vertrauen.

Um die Fähigkeit, jemandem eine Chance zu geben, ohne ständig damit rechnen zu müssen, wieder enttäuscht oder respektlos behandelt zu werden.

Der Psychotherapeut Dr. Christian Lüdke erklärte gegenüber BILD, dass solche Erfahrungen das Vertrauen potenzieller Partner gegenüber Frauen beeinträchtigen können. Betroffene könnten Schwierigkeiten entwickeln, zwischen ehrlichem Interesse und unangemessenem Verhalten zu unterscheiden.

Damit bekommt Davinas Aussage eine ganz andere Bedeutung.

Was im Internet vielleicht nur wenige Sekunden dauert, kann im echten Leben länger nachwirken. Eine einzelne Nachricht verschwindet schnell aus dem Postfach. Viele ähnliche Erfahrungen können jedoch ein Bild davon erzeugen, wie man andere Menschen wahrnimmt.

Und genau hier liegt die unerwartete Wendung in Davinas Geschichte.

Denn obwohl sie von den Erfahrungen deutlich getroffen ist, will sie sich offenbar nicht als Opfer definieren. Sie bezeichnet sich selbst als starke Frau und betont gleichzeitig, dass solche Situationen bei anderen Betroffenen deutlich schwerwiegendere Folgen haben können.

Auch ihre Mutter versucht, Hoffnung zu bewahren.

Carmen Geiss machte ihren Töchtern deutlich, dass nicht jeder Mann schlecht sei. Irgendwann, so ihre Hoffnung, werde der richtige Mensch dabei sein.

Und vielleicht ist genau das die Botschaft, die am Ende dieser ungewöhnlichen Geschichte bleibt.

Davina hat nicht aufgehört, an Liebe zu glauben. Sie hat nur allen Grund, vorsichtiger zu sein.

Die entscheidende Erkenntnis steckt deshalb nicht in den Nachrichten selbst, sondern in dem, was sie mit ihr gemacht haben: Die ständige Konfrontation mit unerwünschten Bildern hat bei einer jungen Frau, die eigentlich mitten im Leben stehen sollte, Zweifel daran ausgelöst, ob ein unbekannter Mann überhaupt noch mit ehrlichen Absichten auf sie zukommen kann.

Und genau deshalb ist ihr Satz über eine mögliche Beziehung so viel mehr als eine beiläufige Bemerkung im Familien-Podcast.

Davina sucht offenbar nicht einfach irgendeinen Freund.

Sie sucht jemanden, bei dem sie wieder das Gefühl haben kann, dass Aufmerksamkeit etwas Schönes bedeutet – und nicht etwas, vor dem man sich schützen muss.