Tim Curry zeigt sich nach Schlaganfall wieder in der Öffentlichkeit: „Ich kann immer noch nicht laufen“

Als Tim Curry die Bühne betrat, wussten viele im Saal sofort, dass dies kein gewöhnlicher Auftritt werden würde. Vor 50 Jahren machte er als Dr. Frank-N-Furter in „The Rocky Horror Picture Show“ Filmgeschichte. Seine extravagante Erscheinung, seine Stimme und seine unverwechselbare Art machten ihn zu einer Kultfigur, die bis heute Millionen Menschen kennen.

Doch diesmal stand nicht nur seine legendäre Rolle im Mittelpunkt.

Tim Curry erschien im Rollstuhl.

Der Schauspieler, der einst als exzentrischer Dr. Frank-N-Furter tanzte und sang, ist seit Jahren von den Folgen eines Schlaganfalls betroffen. Bei einer großen Feier zum 50. Geburtstag des Kultfilms in Los Angeles zeigte er sich dennoch öffentlich – und bewies dabei genau den Humor, für den ihn seine Fans lieben.

Die Veranstaltung fand im Academy Museum statt und wurde zu einem besonderen Wiedersehen der „Rocky Horror“-Familie. Viele Besucher erschienen sogar in den berühmten Kostümen des Kultfilms. Als Tim Curry auftauchte, erhielt er stehende Ovationen.

Für einen Moment schien die Zeit zurückgedreht.

Vor fünf Jahrzehnten hatte Curry als Dr. Frank-N-Furter eine Figur geschaffen, die bis heute zu den bekanntesten Charakteren der Filmgeschichte gehört. Die Mischung aus Glamour, Provokation und schwarzem Humor machte ihn damals über Nacht zu einer Ikone.

Doch der Auftritt in Los Angeles zeigte auch eine andere Seite seines Lebens.

Curry sitzt heute im Rollstuhl und kann nicht mehr selbstständig laufen.

Er selbst sprach offen darüber.

Auf die Frage nach einem möglichen erneuten Singen und Tanzen machte der Schauspieler einen Scherz. Doch hinter seinem Humor verbirgt sich eine Realität, mit der er seit vielen Jahren leben muss.

2012 erlitt Tim Curry einen Schlaganfall.

Seitdem hat sich sein Leben grundlegend verändert.

Der Schauspieler erklärte bei der Veranstaltung, dass er noch immer nicht laufen könne und besonders sein linkes Bein erhebliche Probleme bereite. Die Einschränkungen seien für ihn sehr belastend.

Für seine Fans muss dieser Anblick besonders bewegend gewesen sein.

Denn wer Tim Curry vor allem aus „The Rocky Horror Picture Show“ kennt, erinnert sich an einen Mann, der auf der Bühne voller Energie war.

Dr. Frank-N-Furter war selbstbewusst, provokant und extravagant.

Er sang.

Er tanzte.

Er bewegte sich mit einer Sicherheit, die perfekt zu der außergewöhnlichen Figur passte.

Heute ist vieles davon nicht mehr möglich.

Doch etwas ist geblieben.

Sein Humor.

Seine Ausstrahlung.

Und seine Fähigkeit, trotz schwieriger Umstände über sich selbst zu lachen.

Genau das zeigte sich bei seinem Auftritt zum Jubiläum des Films.

„The Rocky Horror Picture Show“ wurde 1975 veröffentlicht und entwickelte sich zunächst keineswegs zu einem klassischen Kassenschlager. Seine eigentliche Bedeutung entstand mit der Zeit.

Aus dem Film wurde ein Kult.

Bis heute wird er weltweit in Kinos gezeigt. Zuschauer kommen teilweise verkleidet zu den Vorführungen, sprechen bestimmte Dialoge mit und machen aus den Vorstellungen eigene Events.

Und Tim Curry ist das Gesicht dieser Geschichte.

Als Dr. Frank-N-Furter wurde er zur Legende.

Die Rolle war außergewöhnlich.

Curry spielte einen verrückten Wissenschaftler, der in einem extravaganten Schloss lebt und dort ein künstliches Wesen erschafft. Seine Darstellung war so charismatisch, dass die Figur bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden ist.

Doch Curry war niemals nur Dr. Frank-N-Furter.

Er arbeitete auch erfolgreich im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne.

Eine seiner bekanntesten weiteren Rollen war Pennywise in der ersten Verfilmung von Stephen Kings „Es“.

Auch diese Figur wurde Kult.

Als dämonischer Clown sorgte Curry bei einer ganzen Generation von Zuschauern für Albträume.

Damit gelang ihm etwas, das nur wenigen Schauspielern gelingt:

Er schuf gleich mehrere Figuren, die sich tief in die Popkultur eingebrannt haben.

Dr. Frank-N-Furter.

Pennywise.

Zwei völlig unterschiedliche Charaktere.

Und beide sind bis heute unvergessen.

Doch im Jahr 2012 kam der Einschnitt.

Tim Curry erlitt einen Schlaganfall.

Wie er später erzählte, bemerkte er zunächst selbst nicht, dass etwas nicht stimmte.

Der Schauspieler war gerade massiert worden. Der Masseur bemerkte offenbar, dass mit Curry etwas nicht stimmte, und bestand darauf, einen Krankenwagen zu rufen.

Curry selbst hielt das zunächst für übertrieben.

Er habe damals gar nicht verstanden, dass er ein ernsthaftes gesundheitliches Problem hatte.

Diese Erinnerung machte er Jahre später öffentlich.

Und sie zeigt, wie plötzlich sich sein Leben verändert haben muss.

Von einem Moment auf den anderen war nichts mehr selbstverständlich.

Bewegung.

Selbstständigkeit.

Alltag.

Alles musste neu organisiert werden.

Doch Curry gab seine Karriere nicht vollständig auf.

Auch nach dem Schlaganfall arbeitete er weiter und trat immer wieder öffentlich auf.

Er lieh Figuren seine Stimme.

Er war an verschiedenen Produktionen beteiligt.

Und er blieb eine feste Größe für seine Fans.

Seine Gesundheit bestimmte zwar zunehmend seinen Alltag, aber sie nahm ihm nicht seine Persönlichkeit.

Das wurde besonders beim Jubiläum von „The Rocky Horror Picture Show“ sichtbar.

Curry kam im Rollstuhl.

Aber er kam.

Und genau das war für viele Fans der wichtigste Moment des Abends.

Die Besucher empfingen ihn mit Standing Ovations.

Ein Mann, der vor Jahrzehnten als Dr. Frank-N-Furter die Bühne und Leinwand eroberte, wurde nun selbst von einem Publikum gefeiert, das seine Arbeit nie vergessen hatte.

Dabei hätte Curry allen Grund gehabt, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.

Seit dem Schlaganfall kämpft er mit erheblichen Einschränkungen.

Besonders sein linkes Bein macht ihm weiterhin Probleme.

Doch anstatt seinen Auftritt von diesen Einschränkungen bestimmen zu lassen, machte Curry das, was er schon immer konnte:

Er unterhielt sein Publikum.

Sein Humor war dabei nicht verschwunden.

Im Gegenteil.

Gerade weil die Situation so ernst war, wirkten seine scherzhaften Bemerkungen besonders stark.

Er weiß, dass er heute nicht mehr so auftreten kann wie früher.

Und er machte daraus keinen großen dramatischen Moment.

Er sprach offen über seinen Rollstuhl.

Er sprach über seine Schwierigkeiten.

Aber er blieb Tim Curry.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum seine Fans ihn bis heute so sehr verehren.

Er versucht nicht, seine Realität zu verstecken.

Er spielt auch im wirklichen Leben keine Rolle.

Wenn etwas nicht mehr geht, sagt er es.

Und wenn er darüber lachen kann, dann tut er es.

Das macht seinen Auftritt beim Jubiläum so besonders.

Denn eigentlich hätte die Veranstaltung vor allem ein Fest für den Film sein sollen.

50 Jahre „The Rocky Horror Picture Show“.

50 Jahre Dr. Frank-N-Furter.

50 Jahre Musik, Kostüme und Kult.

Doch für viele Besucher wurde es gleichzeitig ein Wiedersehen mit einem Schauspieler, der einen langen und schwierigen Weg hinter sich hat.

Tim Curry hat sich nach seinem Schlaganfall nicht einfach zurückgezogen.

Er hat weitergearbeitet.

Weitergesprochen.

Weiter auf der Bühne gestanden.

Und immer wieder den Kontakt zu seinen Fans gesucht.

Seine Geschichte zeigt deshalb auch, dass ein schwerer gesundheitlicher Einschnitt nicht automatisch das Ende einer Karriere bedeuten muss.

Das Leben verändert sich.

Die Möglichkeiten verändern sich.

Aber die eigene Identität bleibt.

Curry ist heute nicht mehr der junge Schauspieler, der als Dr. Frank-N-Furter über die Bühne wirbelte.

Doch er ist noch immer derselbe Künstler.

Noch immer derselbe Mann mit dieser unverwechselbaren Stimme.

Und noch immer besitzt er die Fähigkeit, einen Raum zu füllen, sobald er erscheint.

Das zeigte sich bei der Jubiläumsveranstaltung besonders deutlich.

Als er auf die Bühne kam, standen die Menschen auf.

Nicht aus Mitleid.

Sondern aus Respekt.

Sie feierten einen Schauspieler, der ihnen eine Figur geschenkt hatte, die ein halbes Jahrhundert überdauert hat.

Und vielleicht war genau das der schönste Moment des Abends.

Denn Tim Curry musste nicht tanzen.

Er musste keine aufwendige Show liefern.

Er musste nicht beweisen, dass er noch der gleiche Schauspieler wie vor 50 Jahren ist.

Tim Curry im "blöden Rollstuhl": "Rocky Horror Picture Show"-Star leidet  unter Schlaganfall-Folgen - n-tv.de

Seine Anwesenheit genügte.

Seine Fans wussten, was er ihnen bedeutet.

Für viele von ihnen war Dr. Frank-N-Furter ein Teil ihrer Jugend.

Für andere ist die Figur bis heute ein Symbol für Individualität und die Freiheit, anders zu sein.

Und Tim Curry verkörperte diese Haltung wie kaum ein anderer.

Seine Karriere war außergewöhnlich.

Aber sein Leben nach dem Schlaganfall war eine andere Art von Herausforderung.

Er musste akzeptieren, dass bestimmte Dinge nicht mehr möglich sind.

Dass er nicht mehr laufen kann.

Dass er auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Dass sein linkes Bein weiterhin Probleme macht.

Doch er hat etwas behalten, das sich nicht einfach nehmen lässt:

seinen Humor.

Und vielleicht ist das seine größte Stärke.

Denn Humor kann manchmal mehr sagen als lange Erklärungen.

Curry hätte seinen Auftritt beim 50. Jubiläum auch nutzen können, um über seine gesundheitlichen Probleme zu sprechen.

Stattdessen konzentrierte er sich auf das, was er noch kann.

Er war da.

Er sprach mit den Menschen.

Er erinnerte sich an die Vergangenheit.

Und er ließ sich feiern.

Für einen Schauspieler, dessen Karriere so stark mit Bewegung, Tanz und körperlicher Präsenz verbunden war, ist das besonders bemerkenswert.

Dr. Frank-N-Furter war eine Figur, die von Energie lebte.

Tim Curry kann heute nicht mehr so tanzen wie damals.

Doch die Erinnerung an diese Auftritte ist geblieben.

Und sie gehört nicht nur ihm.

Sie gehört Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

Vielleicht ist deshalb auch der Titel des Films so passend:

„The Rocky Horror Picture Show“.

Ein Werk, das niemals wirklich alt zu werden scheint.

Jede neue Generation entdeckt es.

Jede Generation bringt neue Fans hervor.

Und immer wieder taucht der Name Tim Curry auf.

Sein Dr. Frank-N-Furter gehört längst zur Filmgeschichte.

Sein Pennywise ebenfalls.

Und deshalb war der Auftritt beim 50. Jubiläum mehr als eine kurze Prominentenbegegnung.

Es war ein Moment, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertrafen.

Der junge Tim Curry, der einst in Strapsen und Korsage über die Bühne tanzte.

Und der heutige Tim Curry, der im Rollstuhl zu seinen Fans kam.

Dazwischen liegen fünf Jahrzehnte.

Eine unglaubliche Karriere.

Und ein Schlaganfall, dessen Folgen bis heute sein Leben bestimmen.

Doch trotz allem wirkte Curry nicht gebrochen.

Er wirkte präsent.

Wach.

Humorvoll.

Und dankbar.

Die Standing Ovations im Saal machten deutlich, dass sein Publikum ihn nicht vergessen hat.

Vielleicht ist das für einen Künstler das größte Geschenk überhaupt.

Nicht nur für seine berühmteste Rolle erinnert zu werden, sondern als Mensch und Künstler weiter geliebt zu werden.

Tim Curry hat beides geschafft.

Und genau deshalb war sein Auftritt so emotional.

Er zeigte, dass ein Mensch auch dann stark sein kann, wenn sein Körper ihn einschränkt.

Dass man trotz Verlusten Humor behalten kann.

Und dass eine jahrzehntelange Karriere nicht einfach verschwindet, nur weil sich das Leben verändert.

Heute sitzt Tim Curry im Rollstuhl.

Er kann nicht mehr laufen.

Sein linkes Bein bereitet ihm weiterhin große Schwierigkeiten.

Das sind die nüchternen Fakten.

Doch sie erzählen nicht die ganze Geschichte.

Denn hinter diesen Fakten steht ein Schauspieler, der weiterhin auf die Bühne geht.

Ein Künstler, der weiterhin mit seinem Publikum spricht.

Und ein Mann, der nach einem schweren Einschnitt nicht aufgehört hat, er selbst zu sein.

Vielleicht war deshalb sein Satz über den Rollstuhl so typisch für ihn.

Er bezeichnete ihn auf seine gewohnt humorvolle Art als „blöden Rollstuhl“.

Ein kurzer Satz.

Aber darin steckt viel.

Keine Selbstinszenierung.

Kein großes Pathos.

Einfach Tim Curry.

Der Mann, der einst als Dr. Frank-N-Furter eine ganze Generation überraschte.

Und der Jahrzehnte später noch immer vor einem begeisterten Publikum steht.

Nicht mehr auf eigenen Beinen.

Aber weiterhin mit derselben unverwechselbaren Persönlichkeit.

Und genau darin liegt die vielleicht wichtigste Nachricht seines jüngsten Auftritts:

Tim Curry kann heute nicht mehr so leben und arbeiten wie früher.

Doch verschwunden ist er nicht.

Ganz im Gegenteil.

Zum 50. Geburtstag von „The Rocky Horror Picture Show“ kehrte er noch einmal zu der Rolle zurück, die ihn unsterblich machte.

Die Fans standen auf.

Sie applaudierten.

Und Curry lächelte.

Ein halbes Jahrhundert nach seinem großen Auftritt war Dr. Frank-N-Furter wieder da.

Nur diesmal zeigte sich hinter der Kultfigur der Mensch Tim Curry – ein Mann, der seit 2012 mit den Folgen eines Schlaganfalls lebt und trotzdem seinen Humor nicht verloren hat.