Jürgen Drews konnte beim letzten Auftritt die Tränen nicht zurückhalten – an seiner Seite waren die wichtigsten Menschen

Für Jürgen Drews sollte es eigentlich ein Abend des Feierns werden. Nach mehr als fünf Jahrzehnten auf der Bühne stand für den Sänger ein ganz besonderer Moment bevor: sein Abschied aus der Welt des Schlagers. Doch je näher der letzte Auftritt kam, desto deutlicher wurde, dass dieser Abend für den „König von Mallorca“ weit mehr sein würde als eine gewöhnliche Fernsehsendung.

Am 14. Januar 2023 wurde „Der große Schlagerabschied“ mit Florian Silbereisen im Ersten ausgestrahlt. Für die Zuschauer war es die Gelegenheit, Jürgen Drews noch einmal auf der Bühne zu erleben. Die Sendung selbst war bereits am 22. Oktober aufgezeichnet worden. Dadurch konnte Drews schon vor der Ausstrahlung darüber sprechen, wie sehr ihn dieser besondere Abend bewegt hatte.

Seine Karriere war zu diesem Zeitpunkt bereits offiziell auf das Ende zugelaufen. Im Sommer 2022 hatte Drews seinen Rückzug aus dem Showgeschäft angekündigt. Nach Jahrzehnten voller Auftritte, Hits und großer Bühnenmomente wollte er sich künftig stärker auf sein Privatleben konzentrieren.

Doch ein Abschied nach einer so langen Karriere lässt sich nicht einfach wie ein gewöhnlicher Auftritt gestalten.

Florian Silbereisen wollte dem Sänger noch einmal eine große Bühne geben. Zahlreiche bekannte Künstler kamen zusammen, um Drews zu verabschieden und an seine lange Karriere zu erinnern. Für den Musiker selbst wurde daraus ein Abend voller Erinnerungen – und Gefühle, mit denen er offenbar selbst nicht immer gerechnet hatte.

Besonders wichtig war ihm, dass zwei Menschen an diesem Abend an seiner Seite waren.

Seine Ehefrau Ramona und seine Tochter Joelina begleiteten ihn. Für Drews war ihre Anwesenheit keine Nebensache. Im Gegenteil: Er hatte sich ausdrücklich gewünscht, dass beide bei diesem letzten großen Bühnenmoment dabei sein würden. Seine Familie sollte den Abschied mit ihm erleben.

Gerade diese Nähe machte den Abend für ihn noch emotionaler.

Drews sprach später offen darüber, wie sehr ihm die Unterstützung seiner Familie bedeutete. Seine Ehefrau bezeichnete er als seinen „Fels in der Brandung“. Ohne Ramona, so erklärte er, sei er nichts. Auch seine Tochter Joelina sollte bei diesem besonderen Moment unbedingt dabei sein.

Während der Aufzeichnung wurde deshalb schnell klar, dass der „Schlagerabschied“ nicht nur eine Show über eine Karriere werden würde. Es war gleichzeitig ein persönlicher Abschied von einem Lebensabschnitt.

Mehr als 50 Jahre hatte Drews auf der Bühne gestanden. Für Generationen von Schlagerfans war er mit seinen Liedern verbunden. Besonders „Ein Bett im Kornfeld“ wurde zu einem seiner bekanntesten Titel und zu einem festen Bestandteil der deutschen Schlagergeschichte.

Nun sollte dieses Kapitel zu Ende gehen.

Und obwohl Drews den Schritt selbst gewählt hatte, bedeutete das nicht, dass er ihn ohne Emotionen bewältigen konnte.

Schon während des Abends musste der Sänger mehrfach schlucken und kämpfte mit den Tränen. Die Situation wurde für ihn immer schwieriger, je persönlicher die Momente wurden.

Dabei ging es nicht nur um den Abschied von seinem Publikum.

Es ging auch um die Menschen, die ihn während seines Lebens begleitet hatten. Seine Frau und seine Tochter waren unmittelbar dabei und erlebten den Abschied gemeinsam mit ihm. Gerade dadurch bekam die Fernsehsendung für Drews eine sehr private Seite.

Seine Gedanken richteten sich deshalb nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Zukunft.

Was kommt nach einem Leben, das fast vollständig von Musik und Bühne geprägt war?

Drews hatte darauf eine überraschend einfache Antwort. Er wollte vor allem Zeit mit seiner Familie verbringen und noch viele Jahre an der Seite von Ramona erleben.

Sein Wunsch für die Zukunft war deshalb nicht etwa ein weiteres großes Comeback oder ein neuer Karrierehöhepunkt. Viel wichtiger war ihm, gesund und glücklich mit seiner Ehefrau leben zu können.

Passend zum Karriereende erschien außerdem das Best-of-Album „Geil war’s … Danke Jürgen!“. Für Drews war diese Veröffentlichung eine Art Dankeschön seines Labels und zugleich eine Gelegenheit, auf sein außergewöhnliches Berufsleben zurückzublicken.

Dabei blickte er nicht verbittert auf die Vergangenheit zurück. Im Gegenteil: Er erklärte, dass bei ihm eigentlich nie alles genau geplant gewesen sei. Vieles habe sich einfach entwickelt.

Und gerade darin sah er rückblickend offenbar einen großen Teil seines Lebens.

Doch der emotionalste Teil des Abends sollte noch kommen.

Denn während Drews bereits von Erinnerungen und Abschiedsstimmung überwältigt war, stand plötzlich seine eigene Tochter Joelina im Mittelpunkt eines ganz besonderen Moments. Sie trat gemeinsam mit ihrem Vater auf die Bühne. Für einen Mann, der gerade das Ende seiner Bühnenkarriere erlebte, bekam dieser gemeinsame Auftritt eine ganz andere Bedeutung.

Es war nicht mehr nur der Abschied eines bekannten Schlagersängers.

Es war ein Vater, der gemeinsam mit seiner Tochter einen letzten großen Bühnenmoment erlebte.

Und genau das war es, was Jürgen Drews letztlich die Tränen kostete.

Er wollte stark bleiben, doch immer wieder kamen ihm die Gefühle dazwischen. Für den „König von Mallorca“ wurde aus dem großen Fernsehabschied ein sehr persönlicher Abend, an dem Familie, Erinnerungen und ein ganzes Bühnenleben zusammenkamen.

Am Ende blieb deshalb vor allem ein Wunsch: nicht noch einmal im Rampenlicht zu stehen, sondern möglichst viele gesunde und glückliche Jahre mit Ramona zu verbringen.

Nach mehr als fünf Jahrzehnten auf der Bühne war das vielleicht der ungewöhnlichste Abschied, den sich Jürgen Drews vorstellen konnte: Nicht ein weiterer großer Auftritt sollte seine Zukunft bestimmen, sondern das Leben mit den Menschen, die ihm am wichtigsten sind.

Sehr emotionaler Abend“: Jürgen Drews muss beim „Schlagerabschied“ Tränen zurückhalten