2,22 Meter groß und plötzlich zu Gast beim Herzog – was hinter dem außergewöhnlichen Auftritt von Rolf „Bibo“ Mayr steckt

Schon beim ersten Blick auf Rolf „Bibo“ Mayr fällt es schwer, nicht zweimal hinzusehen. Selbst Menschen, die mit 1,78 Metern alles andere als klein sind, wirken neben ihm plötzlich winzig. Türen werden zu niedrig, normale Sitzplätze zu eng und Gruppenfotos bekommen eine ganz neue Perspektive.

Rolf Mayr ist 2,22 Meter groß.

Über viele Jahre galt er deshalb als größter Mann Deutschlands. Erst 2022 wurde er von Jannik Könecke aus Hannover überholt, der 2,25 Meter misst. Doch auch wenn Mayr seinen Rekord inzwischen abgegeben hat, gehört seine außergewöhnliche Körpergröße weiterhin zu den auffälligsten Merkmalen seiner Person.

Im Februar 2025 führte ihn seine beeindruckende Größe gemeinsam mit seiner besonderen Lebensgeschichte nach München. Dort wartete ein Termin, der zunächst vielleicht ungewöhnlich klingt: Rolf „Bibo“ Mayr traf Herzog Franz von Bayern.

Und dieser Besuch hatte eine Verbindung, die viel weiter zurückreicht, als man zunächst vermuten könnte.

Denn Mayr kam nicht einfach als prominenter Gast nach München. Er trug die Sturmfahne der Bonner Stadtsoldaten – eine Aufgabe, die er bereits seit rund 20 Jahren übernimmt. Die Uniform des Corps wiederum ist historisch eng mit den Wittelsbachern verbunden.

Genau deshalb war der Besuch im Schloss Nymphenburg mehr als nur ein gewöhnliches Treffen.

Herzog Franz von Bayern ist Ehrenobrist der Bonner Stadtsoldaten. Als das Bonner Stadtsoldaten-Corps mit rund 150 Männern und Frauen München besuchte, ließ er es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu begrüßen. Mit dabei: der außergewöhnlich große Fähnrich Rolf Mayr.

Doch bevor es zum Treffen mit dem Herzog kam, sorgte Mayr bereits an anderen Orten der Stadt für erstaunte Blicke.

Auf dem Münchner Marienplatz war er kaum zu übersehen.

Auch beim Ball der Narrhalla im Deutschen Theater wurde seine Erscheinung zum Blickfang. Selbst durch die hohen Türen des Silbersaals musste er den Kopf einziehen.

Für Mayr ist das allerdings nichts Neues.

Sein ganzes Leben ist von seiner ungewöhnlichen Körpergröße geprägt.

Bereits mit 16 Jahren war er 2,22 Meter groß. Was für andere Jugendliche eine völlig außergewöhnliche Körpergröße gewesen wäre, wurde für ihn zur Realität des Alltags. Gleichzeitig entdeckte er früh seine Leidenschaft für Basketball.

Das war wahrscheinlich eine der wenigen Sportarten, bei denen seine Körpergröße nicht nur auffiel, sondern einen deutlichen Vorteil darstellen konnte.

Mayr spielte bei Eintracht Frankfurt und erhielt später sogar ein Sportstipendium für die USA. Zwei Jahre studierte er in Pittsburgh und spielte dort Basketball. Anschließend führte ihn sein Weg zurück nach Deutschland, wo er unter anderem für den damaligen deutschen Meister BSC Saturn aus Köln auflief.

Damit war seine außergewöhnliche Größe nicht nur ein Gesprächsthema.

Sie wurde zu einem Teil seiner sportlichen Karriere.

Doch die Geschichte seiner Körpergröße beginnt nicht bei ihm.

Auch in seiner Familie gab es auffällig große Männer.

Sein Vater Peter Klaus war 1,95 Meter groß. Sein Großvater Rudolf „Miesi“ Mayr brachte es auf 2,02 Meter und machte später sogar Karriere als Chefpilot bei der Lufthansa.

Die familiäre Verbindung zu Bayern ist ebenfalls bemerkenswert.

Die Familie Mayr stammt ursprünglich aus Miesbach in Oberbayern. Dort besaß die Familie früher eine Druckerei. Später zog Mayrs Großvater nach Frankfurt am Main, wo sich die Familiengeschichte weiterentwickelte.

Und auch die nächste Generation führt die außergewöhnliche Körpergröße fort.

Mayrs ältester Sohn Daniel ist 2,18 Meter groß.

Auch er spielte Basketball und gehörte zeitweise zum Kader des FC Bayern Basketball. Nach einer Knieverletzung setzte er seine Laufbahn später beim SV Fellbach in der dritten Liga fort.

Damit wird deutlich: Bei den Mayrs ist außergewöhnliche Körpergröße nicht nur eine persönliche Besonderheit eines einzelnen Familienmitglieds.

Sie zieht sich durch mehrere Generationen.

Doch Rolf „Bibo“ Mayr ist längst nicht mehr ausschließlich mit Basketball verbunden.

Heute lebt er in Köln und engagiert sich unter anderem als ehrenamtlicher Stadtführer. Dort kann er seine offene Art und seinen Humor einsetzen. Gerade diese Kombination scheint zu ihm zu passen: Er fällt auf, bleibt dabei aber nicht distanziert.

Auch seine Verbindung zum Karneval ist eng.

Der 2,22 Meter-Mann Rolf „Bibo“ Mayr bei Herzog Franz von Bayern

Seit rund zwei Jahrzehnten trägt er die Sturmfahne der Bonner Stadtsoldaten. Die prachtvolle Uniform des Corps geht historisch auf die Truppen des Wittelsbacher Kurfürsten Clemens August von Bayern zurück.

Natürlich, erklärt Mayr selbst, werde die historische Uniform im Karneval auch ein wenig auf humorvolle Weise verändert. Schließlich handelt es sich um einen Karnevalsverein.

Aber genau diese Mischung aus Tradition, Geschichte und rheinischem Humor machte seinen Auftritt in München besonders.

Denn plötzlich trafen zwei Welten aufeinander: der Herzog aus dem Haus Wittelsbach und der 2,22 Meter große ehemalige Basketballspieler aus Köln, der als Fähnrich der Bonner Stadtsoldaten vor ihm stand.

Und dann war da noch ein weiterer interessanter Punkt.

Mayr selbst kennt Bayern nicht nur durch seine Familiengeschichte. Sein Sohn Daniel spielte beim FC Bayern Basketball. Dadurch gibt es auch eine sportliche Verbindung zu München.

Man könnte also sagen: Die Begegnung mit Herzog Franz war keineswegs völlig zufällig.

Sie führte mehrere Teile seines Lebens zusammen – seine Familie, den Basketball, den Karneval und die historische Verbindung der Bonner Stadtsoldaten zu den Wittelsbachern.

Doch wie erlebte der 2,22-Meter-Mann eigentlich München?

Seine Antwort dürfte zumindest die Fans des rheinischen Karnevals nicht überraschen.

Den Münchner Fasching fand Mayr durchaus schön.

Aber an den rheinischen Karneval komme er nicht heran, sagte er sinngemäß. Dafür hätten die Münchner mit dem Oktoberfest ihre eigene große Stärke.

Damit war auch diese Frage geklärt.

Doch der eigentliche Höhepunkt seines München-Besuchs war zu diesem Zeitpunkt längst erreicht.

Denn es war nicht der Marienplatz, nicht der Ball und auch nicht allein seine beeindruckende Größe, die diesen Besuch besonders machten.

Es war die Begegnung im Schloss Nymphenburg.

Dort wurde der außergewöhnlich große ehemalige Basketballspieler von Herzog Franz von Bayern empfangen.

Und genau hier wird die Geschichte besonders interessant.

Denn hinter dem spektakulären Bild eines 2,22 Meter großen Mannes neben einem Mitglied des Hauses Wittelsbach steckt eine jahrhundertealte Verbindung zwischen Bonn und Bayern.

Die Uniform, die Mayr trägt, erinnert an die Zeit von Clemens August von Bayern. Der Wittelsbacher war Kurfürst und Erzbischof von Köln und lebte einen Teil seines Lebens in Bonn. Die Bonner Stadtsoldaten greifen diese historische Verbindung in ihren Uniformen auf.

Deshalb stand Mayr beim Treffen nicht zufällig in dieser Uniform vor Herzog Franz.

Er verkörperte gewissermaßen ein Stück dieser gemeinsamen Geschichte.

Und dann gibt es noch eine letzte Überraschung.

Der Mann, der wegen seiner 2,22 Meter Körpergröße überall auffällt, ist längst nicht mehr der größte Mann Deutschlands.

Diesen Titel musste er 2022 an Jannik Könecke abgeben.

Doch die Größe ist vielleicht ohnehin nicht mehr das Interessanteste an seiner Geschichte.

Denn erst wenn man genauer hinsieht, wird klar, wie viele ungewöhnliche Kapitel hinter diesem Mann stecken: eine Familie mit mehreren außergewöhnlich großen Männern, eine Basketballkarriere in Deutschland und den USA, eine Verbindung zu Bayern, eine jahrzehntelange Rolle bei den Bonner Stadtsoldaten und heute sogar ein Engagement als Stadtführer.

Und damit kommt die wichtigste Erkenntnis dieser Geschichte erst ganz am Ende:

Rolf „Bibo“ Mayr besuchte Herzog Franz von Bayern nicht einfach wegen seiner spektakulären Körpergröße. Der 2,22 Meter große ehemalige Basketballspieler war als Fähnrich der Bonner Stadtsoldaten in München – und genau deren Uniformen sind historisch mit den Wittelsbachern verbunden. Herzog Franz ist Ehrenobrist des Corps und empfing die rund 150-köpfige Gruppe auf Schloss Nymphenburg persönlich.

So wurde aus dem ungewöhnlichen Besuch eines riesigen ehemaligen Basketballspielers eine Begegnung mit einem Stück bayerisch-rheinischer Geschichte.

Und Rolf „Bibo“ Mayr?

Er blieb auch danach der Mann, bei dem sich die Menschen unweigerlich umdrehen.

Nicht nur wegen seiner 2,22 Meter.

Sondern wegen der Geschichte, die hinter dieser außergewöhnlichen Erscheinung steckt.