Kristina Vogel gibt ihren „Let’s Dance“-Traum nicht auf: Warum sie unbedingt aufs Tanzparkett will

Manche Träume verschwinden mit der Zeit. Andere werden gerade dann stärker, wenn das Leben plötzlich alles verändert. Bei Kristina Vogel scheint genau das der Fall zu sein.

Die zweifache Olympiasiegerin hat eine außergewöhnliche sportliche Karriere hinter sich. Doch seit ihrem schweren Trainingsunfall im Jahr 2018 ist ihr Leben nicht mehr dasselbe. Bei einer Kollision auf der Radrennbahn in Cottbus erlitt sie eine schwere Wirbelsäulenverletzung und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Trotzdem hat Vogel nie aufgehört, sich neue Ziele zu setzen. Und jetzt geht es um einen Traum, der auf den ersten Blick kaum etwas mit ihrer früheren Karriere zu tun hat: Sie möchte bei „Let’s Dance“ antreten.

Was zunächst wie eine spontane Idee klingt, beschäftigt sie schon seit Jahren.

Bereits 2024 sprach die damalige Spitzensportlerin gegenüber der „Bild“ über ihren Wunsch, bei der RTL-Tanzshow dabei zu sein. Für sie wäre es nicht einfach irgendein Fernsehauftritt. Sie wollte eine neue Form der Bewegung kennenlernen und sich einer Herausforderung stellen, die sie bisher noch nicht erlebt hatte. Auch damals machte sie deutlich, dass Tanzen für sie ein persönlicher Traum sei.

Nun ist dieser Wunsch wieder in den Mittelpunkt gerückt.

Im Podcast „WONDERMOM“ von Natascha Ochsenknecht wurde Kristina Vogel erneut gefragt, welches Fernsehformat sie besonders reizen würde. Ihre Antwort fiel bemerkenswert schnell aus: „Let’s Dance“.

Warum gerade diese Sendung?

Die Antwort hat viel mit ihrer Vergangenheit zu tun.

Vogel ist Leistungssportlerin. Wettbewerb ist für sie nichts Neues. Sie weiß, wie es sich anfühlt, monatelang auf einen einzigen Moment hinzuarbeiten. Sie kennt das Training, den Druck und das Gefühl, sich mit anderen messen zu wollen.

Doch beim Tanzen wäre sie plötzlich wieder Anfängerin.

Genau das scheint den besonderen Reiz auszumachen.

Vogel erklärte, dass sie Tanzen bisher nie professionell gemacht habe. Sie müsste die Bewegungen also tatsächlich lernen. Und damit würde sie sich erneut in eine Situation begeben, in der nicht feststeht, was am Ende möglich sein wird.

Für eine ehemalige Weltklasseathletin ist das eine interessante Vorstellung.

Denn Kristina Vogel kennt ihren Körper seit Jahrzehnten als Werkzeug für Höchstleistungen. Auf dem Fahrrad wusste sie genau, wie sie trainieren musste, wie sie ihre Kräfte einteilte und wie sie innerhalb von Sekundenbruchteilen reagieren musste.

Auf dem Tanzparkett gelten jedoch andere Regeln.

Rhythmus, Musik, Choreografie und Zusammenarbeit mit einem Partner würden eine völlig neue Herausforderung darstellen.

Und dann gibt es natürlich noch die Frage, wie eine Teilnahme im Rollstuhl überhaupt funktionieren könnte.

Auch darauf gibt es inzwischen eine Antwort.

Kristina Vogel ist nicht die erste Sportlerin im Rollstuhl, die davon träumt, in einer Tanzshow aufzutreten. Ein besonders wichtiges Beispiel kommt aus Norwegen. Dort nahm die Paralympics-Siegerin Birgit Skarstein im Jahr 2020 an „Skal vi danse?“, der norwegischen Version von „Let’s Dance“, teil. Gemeinsam mit ihrem Tanzpartner zeigte sie, wie Choreografien für eine Rollstuhlfahrerin umgesetzt werden können.

Dieses Beispiel dürfte auch für Vogel eine wichtige Inspiration sein.

Denn es zeigt, dass ein Rollstuhl nicht automatisch bedeutet, dass eine Tanzfläche unerreichbar ist.

Natürlich müsste vieles angepasst werden. Bewegungen müssten neu entwickelt, Abläufe genau einstudiert und die Choreografien auf das Zusammenspiel zwischen Rollstuhl und Tanzpartner abgestimmt werden.

Aber gerade diese Aufgabe könnte Vogel reizen.

Sie sucht offenbar nicht nach etwas, das leicht ist.

Sie sucht nach etwas Neuem.

Das passt zu ihrem bisherigen Lebensweg.

Schon als junge Sportlerin musste sie Rückschläge überwinden. Ihre Karriere begann früh und führte sie schließlich an die Weltspitze. Vogel gewann zweimal olympisches Gold, wurde elfmal Weltmeisterin und holte zahlreiche weitere internationale Titel. Ihre offizielle Erfolgsbilanz weist unter anderem 28 Weltcupsiege und fünf Europameistertitel aus.

2018 schien ihre aktive Karriere dann plötzlich vorbei zu sein.

Doch das Ende ihrer Karriere bedeutete nicht das Ende ihrer sportlichen Identität.

Vogel blieb dem Sport verbunden, arbeitete später unter anderem als TV-Expertin und engagiert sich für Inklusion. Ihr Leben nach dem Unfall wurde damit nicht zu einer Geschichte darüber, was sie verloren hatte, sondern auch zu einer Geschichte darüber, was sie weiterhin erreichen wollte.

Genau deshalb ist „Let’s Dance“ für sie mehr als Unterhaltung.

Es wäre eine neue sportliche Aufgabe.

Ein neues Training.

Eine neue Bühne.

Und vielleicht sogar ein neuer Beweis dafür, dass sich sportlicher Ehrgeiz nicht mit dem Ende einer bestimmten Karriere verabschieden muss.

Interessant ist auch, dass Vogel bereits Unterstützung aus der Tanzwelt bekommen hat. Schon bei ihren früheren Äußerungen über „Let’s Dance“ zeigten sich Profitänzer Valentin Lusin und Juror Joachim Llambi offen für die Idee. Lusin hatte sogar erklärt, dass er sich vorstellen könne, gemeinsam mit Vogel dieses Experiment zu wagen.

Damit ist aus einer persönlichen Wunschvorstellung zumindest eine ernsthafte Möglichkeit geworden.

Doch bislang gibt es einen entscheidenden Punkt, der die Geschichte offenhält.

Kristina Vogel hat ihren Traum.

Sie hat Erfahrung mit Herausforderungen.

Sie hat ein internationales Vorbild.

Und sie hat bereits positive Reaktionen aus der Tanzwelt bekommen.

Aber bedeutet das automatisch, dass sie tatsächlich bei „Let’s Dance“ auf der Bühne stehen wird?

Nein.

Eine offizielle Teilnahme ist damit noch nicht bestätigt.

Und genau das macht ihre Geschichte derzeit so spannend.

Denn Vogel spricht nicht davon, dass sie sich mit dem Gedanken längst abgefunden hätte. Im Gegenteil: Auch Jahre nach ihren ersten Aussagen über die Sendung ist der Wunsch noch da.

Sie will es weiterhin versuchen.

Und vielleicht ist das die wichtigste Botschaft hinter ihrem Traum.

Nach ihrem Unfall hätte sie allen Grund gehabt, ihre persönlichen Ziele völlig neu zu definieren. Stattdessen sucht sie immer wieder nach neuen Möglichkeiten. Sie will nicht einfach nur auf ihre Vergangenheit als Olympiasiegerin zurückblicken.

Sie möchte etwas Neues lernen.

Etwas, bei dem sie nicht automatisch die Beste ist.

Etwas, das sie wieder herausfordert.

Und genau hier liegt die vielleicht überraschendste Wendung.

Denn bei „Let’s Dance“ würde Kristina Vogel nicht als die große Olympiasiegerin auf die Tanzfläche kommen, die alles bereits kann.

Sie würde wieder ganz am Anfang stehen.

Sie müsste Schritte lernen, Bewegungen ausprobieren, Fehler machen und gemeinsam mit einem Partner eine Choreografie entwickeln.

Für jemanden, der jahrelang an Perfektion im Spitzensport gearbeitet hat, könnte gerade diese neue Ungewissheit der größte Reiz sein.

Ob RTL ihr diesen Wunsch tatsächlich erfüllen wird, bleibt abzuwarten.

Doch Kristina Vogel selbst scheint ihre Entscheidung längst getroffen zu haben:

Der Traum von „Let’s Dance“ ist für sie noch nicht vorbei.

Und sollte sie eines Tages tatsächlich auf dem Tanzparkett erscheinen, wäre es nicht nur ein weiterer Fernsehauftritt einer Olympiasiegerin.

Es wäre der nächste Schritt in einer Geschichte, die bereits einmal eine völlig unerwartete Wendung genommen hat.

Denn Kristina Vogel möchte nicht zurück zu dem Leben vor ihrem Unfall.

Sie möchte herausfinden, was im nächsten Kapitel möglich ist.

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