„Ich wollte sterben“: Jörg Dahlmann spricht über den dunkelsten Moment seines Lebens – nach mehreren Krebserkrankungen kämpft er erneut um seine Zukunft

Es gibt Momente im Leben, in denen selbst ein Mensch, der sonst immer nach vorne blickt, plötzlich keine Kraft mehr zu haben glaubt. Für den Sportkommentator Jörg Dahlmann war ein solcher Moment mit einer schweren Operation verbunden. Nach seiner ersten Krebserkrankung und Komplikationen nach dem Eingriff geriet er in einen Zustand, den er später mit erschütternder Offenheit beschrieb. „Ich wollte sterben. Ich konnte nicht mehr.“ Diese Worte fielen, als Dahlmann im RTL-Dschungelcamp über eine Zeit sprach, in der er kaum noch Hoffnung hatte.

Die Erinnerung daran bewegte nicht nur seine Gesprächspartner, sondern auch viele Zuschauer. Denn hinter dem bekannten Sportreporter, der jahrelang Fußballspiele kommentierte und mit seiner direkten Art auffiel, stand ein Mann, der mehrfach mit lebensbedrohlichen Erkrankungen konfrontiert wurde. Und seine Geschichte war damit noch lange nicht zu Ende.

Im Februar 2025 erzählte der damals 66-jährige Dahlmann im Gespräch mit seinem Mitcamper Maurice Dziwak von seiner ersten Krebserkrankung. Schon früh hatte er erfahren, wie stark die Krankheit seine Familie getroffen hatte. Sein Vater, sein Großvater und sein Onkel waren an Darm- beziehungsweise Magenkrebs gestorben. Sie wurden nur 44, 40 und 36 Jahre alt. Die familiäre Vorgeschichte machte seine eigene Diagnose besonders belastend.

Im Jahr 2005, als Dahlmann gerade einmal 35 Jahre alt war, wurde bei ihm Darmkrebs festgestellt. Die Ärzte rieten ihm, sich umgehend operieren zu lassen. Ein Teil seines Darms wurde entfernt. Doch nach dem Eingriff folgten Komplikationen, die seinen Zustand erheblich erschwerten.

Der Darm arbeitete nicht mehr richtig. Dahlmann konnte weder essen noch trinken. Für einen Menschen, der sich von einem schweren Eingriff erholen sollte, wurde die Situation zu einer extremen Belastung. Er musste abwarten, während sein Körper nicht so reagierte, wie er es dringend gebraucht hätte. Die Tage wurden zur Prüfung seiner Geduld und seiner Kräfte.

Rückblickend beschrieb er, wie verzweifelt er damals gewesen war. Er habe zum ersten Mal in seinem Leben den Wunsch gehabt zu sterben. Er konnte nicht mehr, sagte er über diese Phase. Als er davon im Fernsehen erzählte, kamen die Gefühle wieder hoch. Die Erinnerung an die Hilflosigkeit ließ ihn nicht unberührt.

Dann geschah etwas, das für ihn zu einem entscheidenden Wendepunkt wurde. Kurz bevor die Ärzte eine weitere Notoperation in Betracht ziehen mussten, kam die Verdauung wieder in Gang. Dahlmann erinnerte sich an den 10. Januar 2005, seinen Geburtstag, an dem sich die Situation plötzlich veränderte. Nach den Tagen, in denen er weder essen noch trinken konnte, war selbst dieser kleine körperliche Fortschritt für ihn ein überwältigendes Erlebnis.

Es war kein dramatischer Sieg mit einem einzigen großen Moment. Es war eine kleine Veränderung, die ihm zeigte, dass sein Körper doch noch reagieren konnte. Nach der Verzweiflung kehrte Hoffnung zurück. Dahlmann überstand die Erkrankung und konnte sein Leben fortsetzen.

Doch damit endete seine persönliche Geschichte mit Krebs nicht. Später wurde bei ihm Hautkrebs festgestellt. Auch diese Erkrankung konnte er überwinden. Im Jahr 2017 folgte die Diagnose Prostatakrebs. Die Prostata musste entfernt werden. Der Eingriff hatte langfristige Folgen: Dahlmann erklärte später, dass er seitdem keinen Samenerguss mehr habe. Über dieses intime Thema sprach er offen, ohne zu versuchen, die Auswirkungen der Erkrankung zu beschönigen.

Seine Offenheit ist ein wesentlicher Teil seiner Geschichte. Dahlmann spricht nicht nur über medizinische Diagnosen, sondern auch über die Folgen, die Krankheiten für den Alltag, das Selbstbild und das persönliche Leben haben können. Dabei macht er deutlich, dass es für ihn nicht immer leicht war, mit den Veränderungen umzugehen.

Besonders eindringlich ist, dass er seine damaligen Gedanken heute anders bewertet. Im Dschungelcamp sagte er, dass es falsch gewesen sei, sein Leben in einem Moment völliger Verzweiflung aufgeben zu wollen. Damit machte er deutlich, wie sehr sich die Perspektive verändern kann, wenn eine akute Krise überstanden ist. Was in einem Moment ausweglos erscheint, muss nicht für immer so bleiben.

Doch im Sommer 2026 wurde Dahlmann erneut mit einer schweren Diagnose konfrontiert. Bei ihm wurde ein Tumor in der Leber festgestellt – seine vierte Krebserkrankung. Eigentlich hatte er geplant, die Fußball-Weltmeisterschaft von der Türkei aus als Moderator zu begleiten. Stattdessen musste seine Gesundheit Vorrang bekommen. Er sagte das berufliche Engagement ab und unterzog sich einer Reihe medizinischer Eingriffe.

Die neue Diagnose war besonders belastend, weil Dahlmann bereits mehrere Krebserkrankungen hinter sich hatte. Er berichtete, dass ihm ein genetischer Defekt fehle, der dem Körper dabei hilft, Schäden zu reparieren und sich gegen Krebs zu wehren. Zugleich betonte er, dass der Tumor glücklicherweise in einem frühen Stadium entdeckt worden sei. Er wollte seine Erfahrungen öffentlich machen, um andere Menschen – insbesondere Männer – zu Vorsorgeuntersuchungen zu ermutigen.

Die Behandlung brachte weitere Komplikationen und einen langen Krankenhausaufenthalt mit sich. Insgesamt musste sich Dahlmann mehreren Operationen unterziehen. Im August berichtete er, dass er nach 58 Tagen in der Klinik endlich entlassen worden sei. Die Zeit im Krankenhaus hatte ihn körperlich stark geschwächt. Er beschrieb sich selbst als krank und erschöpft und wusste, dass er seine Kräfte Schritt für Schritt wieder aufbauen musste.

Besonders dankbar zeigte er sich gegenüber seiner Partnerin Claudia Pöhlmann, die ihn in dieser schwierigen Phase unterstützte. Er sagte, sie habe ihm in kritischen Momenten Lebensmut gegeben. Auch seinen Fans dankte er für die zahlreichen Nachrichten und die Ermutigung, die ihn erreicht hatten.

Anfang Oktober gab es erneut vorsichtig positive Nachrichten. In einem Interview erklärte Dahlmann, dass er sich auf dem Weg nach vorne fühle und seit mehreren Tagen kein Fieber mehr gehabt habe. Nach den Monaten des Leidens könne er die Erholung umso mehr genießen. Er hielt sich auf Mallorca auf und versuchte, langsam wieder zu Kräften zu kommen.

Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass alle gesundheitlichen Probleme endgültig überwunden sind. Dahlmann muss sich weiterhin erholen und mit den Folgen der Behandlung umgehen. Dennoch zeigen seine Worte, dass er wieder Pläne machen und sich auf die kommenden Tage konzentrieren möchte.

Seine Geschichte ist deshalb mehr als eine Erzählung über Krankheit. Sie handelt auch davon, wie unterschiedlich sich das Leben in verschiedenen Momenten anfühlen kann. Im Jahr 2005 war Dahlmann nach einer Operation so verzweifelt, dass er nicht mehr weiterleben wollte. Jahre später sprach er offen darüber, wie falsch sich dieser Gedanke im Rückblick anfühlte. Und 2026, nach einer weiteren Krebsdiagnose und einem langen Krankenhausaufenthalt, versuchte er erneut, Schritt für Schritt nach vorne zu gehen.

Dahlmann hat nie behauptet, dass ein solcher Kampf einfach sei. Seine Erzählung zeigt vielmehr, dass es Phasen geben kann, in denen selbst kleine Fortschritte eine enorme Bedeutung bekommen. Manchmal ist es nicht die große Nachricht, die Hoffnung zurückbringt, sondern die Möglichkeit, wieder selbstständig zu essen, das Krankenhaus verlassen zu können oder nach langer Zeit einen Tag ohne Fieber zu erleben.

Heute möchte der Sportkommentator vor allem eines: weiterleben und seine Zeit bewusst nutzen. Er spricht über seine Erkrankungen, weil er andere zur Vorsorge bewegen möchte. Seine Botschaft richtet sich besonders an Männer, die gesundheitliche Beschwerden möglicherweise zu lange ignorieren oder Untersuchungen aufschieben.

Der Mann, der einst Fußballspiele mit Energie und Leidenschaft begleitete, hat selbst erfahren, wie schnell sich die Prioritäten verändern können. Seine Worte über den früheren Todeswunsch bleiben erschütternd. Doch sie erzählen nicht nur von Verzweiflung. Sie zeigen auch, dass Menschen nach dunklen Momenten wieder Hoffnung finden können – und dass es sich lohnt, medizinische Hilfe anzunehmen und in schweren Zeiten Unterstützung zu suchen.

Nach vier Krebserkrankungen blickt Jörg Dahlmann vorsichtig nach vorn. Der Weg ist nicht frei von Unsicherheit, und eine positive Entwicklung ist keine Garantie dafür, dass alle Schwierigkeiten vorbei sind. Aber er gibt nicht auf. Seine jüngsten Aussagen machen deutlich, dass er die Zeit der Erholung nutzen und wieder Kraft für das Leben außerhalb der Klinik sammeln möchte.