Elon Musk präsentiert einen Tesla, der abhebt: Die Zuschauer trauten ihren Augen kaum – was hinter der unglaublichen Vorführung steckt

Ein Sportwagen rast auf eine hohe, geschwungene Rampe zu. Er fährt immer weiter nach oben, bis er sich beinahe kopfüber befindet. Für einen kurzen Augenblick scheint er der Schwerkraft zu trotzen. Dann löst sich das Fahrzeug von der Rampe, dreht sich in der Luft und landet wieder auf seinen Rädern.

Was sich wie eine Szene aus einem futuristischen Actionfilm anhört, wurde bei der Präsentation des neuen Tesla Roadster tatsächlich vorgeführt. Das Publikum verfolgte die ungewöhnliche Demonstration live, während Elon Musk erklärte, warum dieser Moment so besonders sei.

Der Tesla-Chef wollte nach eigenen Worten zeigen, dass die Zuschauer das Geschehen mit eigenen Augen erleben sollten, damit niemand es für ein KI-generiertes Video hält.

Als der Wagen sicher landete, kommentierte Musk die Vorführung mit wenigen Worten: „Nun, es hat funktioniert.“

Doch die Präsentation hatte noch eine weitere Überraschung zu bieten. Bei einer zweiten Vorführung sprang der Roadster über eine Reihe anderer Tesla-Fahrzeuge. Damit wollte das Unternehmen demonstrieren, wie weit sich die Technik von herkömmlichen Autos unterscheiden könnte.

Die Bilder verbreiteten sich schnell im Internet. Besonders auffällig war, dass der Wagen nicht einfach nur über eine Unebenheit sprang, sondern mithilfe spezieller Technik in der Luft eine Drehbewegung ausführte.

Wie kann ein Auto überhaupt abheben?

Der entscheidende Unterschied zu einem gewöhnlichen Elektroauto liegt in der zusätzlichen Technik, die Tesla gemeinsam mit SpaceX entwickelt hat.

Lars Moravy, Teslas Vizepräsident für Fahrzeugtechnik, erklärte während der Präsentation, dass an der Unterseite des Autos ein spezielles System mit Ventilatoren arbeitet. Dieses erzeugt einen starken Unterdruck, durch den das Fahrzeug an einer Oberfläche gehalten werden kann.

Damit soll der Roadster sogar in ungewöhnlichen Positionen fahren können. Bei der Vorführung wurde das System eingesetzt, als der Wagen auf der geschwungenen Rampe kopfüber unterwegs war.

Für das anschließende Abheben reicht dieser Effekt allerdings nicht aus. Hier kommt eine weitere Technologie ins Spiel, die an die Raumfahrt erinnert.

Nach Angaben von Musk verfügt der entsprechende Roadster über Düsen zur Höhenkontrolle sowie über zusätzliche Schubdüsen am Heck. Sie nutzen Druckgas, um kurzfristig Schub zu erzeugen und die Bewegung des Fahrzeugs in der Luft zu beeinflussen.

Die Idee ist außergewöhnlich: Statt sich ausschließlich auf Räder und Elektromotoren zu verlassen, kombiniert das Fahrzeug klassische Autotechnik mit einem System, das an die Antriebstechnologie von Raketen erinnert.

Allerdings bedeutet das nicht, dass der Roadster wie ein Flugzeug über längere Strecken fliegen kann. Die gezeigten Manöver waren kurz und fanden unter kontrollierten Bedingungen statt.

Eine Zusammenarbeit zwischen Tesla und SpaceX

Dass gerade Elon Musk ein solches Projekt präsentiert, überrascht kaum. Er steht sowohl hinter Tesla als auch hinter SpaceX, zwei Unternehmen, die normalerweise unterschiedliche Aufgaben verfolgen.

Tesla konzentriert sich auf Elektrofahrzeuge und verwandte Technologien. SpaceX entwickelt Raumfahrtsysteme und Raketen. Beim neuen Roadster treffen diese beiden Welten aufeinander.

Musk hatte bereits vor Jahren angekündigt, dass eine besonders leistungsstarke Version des Roadster mit raketenähnlicher Technik ausgestattet werden könnte. Lange blieb jedoch offen, wann die Öffentlichkeit eine konkrete Demonstration sehen würde.

Die jetzt gezeigte Vorführung macht deutlich, dass das Projekt über eine bloße Idee hinausgegangen ist. Gleichzeitig sind noch viele Fragen offen, bevor sich beurteilen lässt, ob die Technik in einer marktfähigen Version zuverlässig eingesetzt werden kann.

Denn eine spektakuläre Demonstration ist nicht dasselbe wie ein Fahrzeug, das unter alltäglichen Bedingungen sicher funktioniert. Dazu gehören unter anderem die Kontrolle der Flugbewegung, die Zuverlässigkeit der Systeme und der Schutz anderer Verkehrsteilnehmer.

Beschleunigung in weniger als einer Sekunde?

Nicht nur die kurzen Flugmanöver sorgten für Aufmerksamkeit. Tesla präsentierte auch beeindruckende Leistungsangaben für den neuen Roadster.

Bei der Veranstaltung wurde eine Beschleunigung von null auf 60 Meilen pro Stunde in rund 0,81 Sekunden gezeigt. Das entspricht ungefähr 97 Kilometern pro Stunde.

Eine solche Beschleunigung wäre selbst für einen extrem leistungsstarken Sportwagen außergewöhnlich. Allerdings muss zwischen den Angaben des Herstellers, einer Vorführung unter kontrollierten Bedingungen und unabhängig überprüften Ergebnissen unterschieden werden.

Tesla nennt außerdem eine Reichweite von mehr als 300 Meilen, also rund 480 Kilometern. Für die besonders leistungsstarke Rocket-Version wird eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 370 Kilometern pro Stunde angegeben.

Ob sämtliche Werte in einer späteren Serienversion unter realen Bedingungen erreicht werden, bleibt abzuwarten.

Die Roadster-Präsentation ist deshalb nicht nur ein Blick auf ein mögliches neues Auto, sondern auch eine Demonstration dessen, was Tesla technisch erreichen möchte.

Drei Varianten und eine besonders extreme Version

Tesla bietet den Roadster nach den veröffentlichten Angaben in drei Varianten an: Performance, Thrust und Rocket.

Die Performance-Version ist auf klassische sportliche Fahrleistungen ausgerichtet. Die Thrust-Variante soll zusätzliche Technik für besonders hohe Beschleunigung bieten. Die Rocket-Version ist dagegen die radikalste Ausführung und wird mit dem vollständigen System für die spektakulären Luftmanöver in Verbindung gebracht.

Gerade diese Variante sorgt für Diskussionen. Sie soll nach den bisherigen Angaben nur begrenzt verfügbar sein und ist als Version auf Einladung vorgesehen.

Damit stellt sich eine wichtige Frage: Ist der Roadster in erster Linie ein Auto für den Alltag oder eher ein technologisches Vorzeigeprojekt für eine kleine Gruppe von Käufern?

Die Antwort hängt davon ab, welche Version tatsächlich angeboten wird und welche Funktionen in einem Serienfahrzeug zugelassen werden. Die spektakuläre Demonstration allein beantwortet diese Fragen noch nicht.

Wann kommt der neue Roadster auf den Markt?

Die Entwicklung des neuen Roadster hat sich über viele Jahre hingezogen. Bereits 2017 stellte Tesla eine neue Generation des Sportwagens in Aussicht. Seitdem wurden die Erwartungen mehrfach angepasst, während andere Projekte des Unternehmens Vorrang erhielten.

Nach den jüngsten Aussagen soll die Produktion 2028 beginnen. Ein konkreter Liefertermin für einzelne Kunden steht jedoch noch nicht fest.

Auch die rechtlichen Fragen sind wichtig. Ein Fahrzeug, das sich gezielt vom Boden abhebt, muss andere Sicherheitsanforderungen erfüllen als ein gewöhnlicher Sportwagen. Welche Genehmigungen für die verschiedenen Funktionen erforderlich wären, hängt davon ab, wo und wie das Fahrzeug eingesetzt werden soll.

Vor allem die Rocket-Version könnte deshalb nicht ohne Weiteres wie ein normales Auto auf öffentlichen Straßen genutzt werden.

Hinzu kommen praktische Fragen: Wie viel Druckgas steht für die Manöver zur Verfügung? Wie lange kann das System arbeiten? Welche Sicherheitsvorkehrungen sind bei einem technischen Fehler notwendig?

Diese Punkte müssen geklärt werden, bevor aus einer spektakulären Vorführung eine alltagstaugliche Lösung werden kann.

Die größte Überraschung kommt erst zum Schluss

Auf den ersten Blick scheint die Geschichte ganz einfach: Elon Musk zeigt ein Auto, das fliegen kann. Doch bei genauerem Hinsehen ist die Sache komplizierter.

Der Roadster hat bei der Vorführung tatsächlich kurze Luftmanöver ausgeführt. Das ist ein bemerkenswerter technischer Schritt. Er kann jedoch nicht mit einem Flugzeug oder einem klassischen Flugtaxi gleichgesetzt werden.

Die gezeigte Technologie soll das Fahrzeug für kurze Zeit anheben und bestimmte Bewegungen in der Luft ermöglichen. Ein längerer Flug mit Passagieren wurde damit nicht demonstriert.

Auch ist noch nicht sicher, welche dieser Funktionen in einer späteren Version für Kunden verfügbar sein werden. Die technischen Angaben stammen bislang überwiegend vom Hersteller, und wichtige Fragen zur Zulassung und zum praktischen Einsatz bleiben offen.

Genau darin liegt der eigentliche Reiz dieser Präsentation: Tesla hat eine Vision gezeigt, die vor wenigen Jahren noch wie reine Science-Fiction geklungen hätte. Gleichzeitig muss das Unternehmen nun beweisen, dass sich diese Vision in ein zuverlässiges und sicheres Produkt verwandeln lässt.

Für die Zuschauer war der Moment, in dem der Roadster abhob und sich in der Luft drehte, zweifellos der Höhepunkt der Veranstaltung. Für die Zukunft des Projekts wird jedoch entscheidend sein, was nach dieser Demonstration passiert.

Denn ein Auto für wenige Sekunden in die Luft zu bringen, ist eine Sache. Eine Technologie zu entwickeln, die zuverlässig funktioniert, rechtlich zugelassen ist und von Kunden tatsächlich genutzt werden kann, ist eine ganz andere Herausforderung.

Elon Musk hat mit dem neuen Roadster erneut gezeigt, wie weit seine Vorstellungen von der Zukunft des Autos reichen. Ob der Wagen diese Erwartungen erfüllen wird, muss sich erst noch zeigen. Die spektakulären Bilder sind jedenfalls nur der Anfang einer Geschichte, deren wichtigstes Kapitel noch geschrieben werden muss.