Paul McCartney packt aus: Wie die Beatles-Trennung ihn an den Rand der Verzweiflung brachte

Paul McCartney, die lebende Legende der Musikgeschichte und Gründungsmitglied der Beatles, gewährt in einer neuen Prime-Video-Dokumentation außergewöhnlich persönliche Einblicke in eine Zeit, die lange im Schatten seiner beispiellosen Karriere stand: den emotionalen Zusammenbruch nach der Auflösung der Fab Four. In „Paul McCartney: Man on the Run“, der am 27. Februar in Deutschland Premiere feiert, spricht der 83-jährige Musiker offen darüber, wie ihn das Ende der Beatles nicht nur künstlerisch, sondern auch psychisch an den Rand seiner Kräfte brachte.

In der exklusiven Vorschau und im Trailer, der von internationalen Medien vorgestellt wurde, beschreibt McCartney, wie ihn die Trennung von John Lennon, George Harrison und Ringo Starr wie ein inneres Erdbeben erschütterte. „Die Beatles waren mein ganzes Leben. Als wir uns trennten, dachte ich, ich würde nie wieder eine Note Musik schreiben“, erinnert sich McCartney in der Doku-Vorschau mit einer nüchternen Ehrlichkeit, die selbst langjährige Fans überraschen dürfte. Diese Worte geben einen seltenen Einblick in das seelische Chaos eines Mannes, der Jahrzehnte damit verbracht hatte, die Weltbühne zu dominieren.

McCartney spricht nicht nur über den möglichen Verlust seiner musikalischen Identität – er gesteht auch, dass er nach dem endgültigen Bruch mit den Beatles eine Phase durchlebte, in der er „sehr deprimiert“ war. Damals fürchtete er, niemals wieder kreativ sein zu können und sah sich unversehens mit der Frage konfrontiert, wie es nun weitergehen sollte. Doch er betont zugleich, wie entscheidend seine damalige Partnerin und spätere Ehefrau Linda McCartney für seinen emotionalen Neustart war. „Ich hatte Glück, weil ich Linda hatte“, sagt er im Trailer und verweist auf die unerschütterliche Unterstützung, die sie ihm in dieser dunklen Phase gab.

Die Dokumentation begleitet McCartney auf seinem Weg aus der Depression heraus, indem sie sowohl Archivmaterial aus den frühen 1970er-Jahren als auch bislang unveröffentlichte Aufnahmen zeigt. Gemeinsam mit Linda gründete er die Band Wings und setzte sich erneut der harten musikalischen Kritik aus, die seinerzeit mit der Frage konfrontiert war, wie man als ehemaliger Beatle bestehen kann. McCartney beschreibt in der Doku, wie Wings zu Beginn von Kritikern belächelt wurde – doch gerade dieser Druck habe ihn angespornt, sich neu zu erfinden und einige der größten Hits seiner Nach-Beatles-Ära zu schaffen, darunter „Band on the Run“ und „Live and Let Die“.

Neben diesen musikalischen Anekdoten beleuchtet der Film auch das langsame Auseinanderdriften zwischen McCartney und John Lennon in den letzten Jahren der Beatles. McCartney räumt ein, dass es Spannungen, Streit und unterschiedliche Lebenswege gab, doch betont zugleich die langjährige Verbundenheit, die sie zeitlebens teilten. „Wir hatten Streit und all das, aber wir haben uns unser ganzes Leben geliebt“, reflektiert McCartney mit einer Mischung aus Nostalgie und Schmerz.

„Paul McCartney: Man on the Run“ will damit nicht nur die musikalischen und künstlerischen Stationen seines Lebens nach den Beatles beleuchten, sondern auch ein sehr menschliches Porträt eines Mannes zeichnen, der stets im Rampenlicht stand – und der dennoch tiefgreifende emotionale Kämpfe austragen musste, bevor er seine kreative Stimme wiederfand.