Für viele mag es überraschend klingen, doch Judith Williams (54), Unternehmerin und Publikumsliebling aus der VOX‑Show Die Höhle der Löwen, steht in der kommenden Woche vor einem der wichtigsten Momente ihres Lebens: dem Einbürgerungstest für die deutsche Staatsbürgerschaft. Obwohl sie in München geboren wurde und hier aufgewachsen ist, war sie bislang ausschließlich US‑Staatsbürgerin – und durfte deshalb nie an einer deutschen Wahl teilnehmen.

Im Gespräch mit der Bild beschreibt die Unternehmerin ihre Gefühlslage als eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude. „Ich bin so aufgeregt. Man muss sich das mal überlegen“, erklärt sie mit ehrlicher Stimme. Die Tatsache, dass sie in Deutschland nie einen Wahlzettel ausfüllen durfte, obwohl sie hier ihr ganzes Leben verbracht hat, treibt sie nun an. Für Judith sei dieser Test weit mehr als ein bürokratischer Schritt – es gehe um ein tiefes Gefühl, dazuzugehören.
Der Grund für ihre bisher fehlende deutsche Staatsbürgerschaft liegt in der Gesetzeslage zum Zeitpunkt ihrer Geburt im Jahr 1971: Damals galt in Deutschland noch das sogenannte Abstammungsprinzip, bei dem die Staatsbürgerschaft allein nach dem Pass der Eltern bestimmt wurde. Williams’ Eltern, beides US‑Amerikaner, verliehen ihr daher automatisch nur die amerikanische Nationalität, obwohl sie in Deutschland aufwuchs.

Lange hätte sie zwar die Möglichkeit gehabt, über ihre Ehe mit dem deutschen Medienunternehmer Alexander‑Klaus Stecher (58) die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen – doch das hätte bedeutet, ihren US‑Pass aufzugeben. Das kam für sie nie infrage. Erst mit dem Staatsangehörigkeitsmodernisierungsgesetz, das im Sommer 2024 in Kraft trat und die Mehrstaatigkeit generell zulässt, öffnete sich für sie die Tür zu einem deutschen Pass, ohne die Wahl ihrer amerikanischen Staatsbürgerschaft aufgeben zu müssen.
Judith betont, dass es ihr bei diesem neuen Lebensschritt weniger um offizielle Dokumente als vielmehr um Identität und Zugehörigkeit geht. „Ich habe mich immer gefragt: Gehöre ich in diesem Land dazu oder nicht?“, sagt sie. Besonders prägend sei ein Moment gewesen, als sie spät in der Nacht durch München fuhr, am Friedensengel vorbeikam und ihrer Mutter rief: „Mommy, I’m home.“ Dieser Satz spiegelt für sie wider, wie stark sie sich mit ihrer deutschen Heimat verbunden fühlt.
Jetzt, wo sie sich intensiv auf den Einbürgerungstest vorbereitet, verspricht sie mit einem Lächeln, sich anzustrengen, um nicht durchzufallen. Nicht nur die Aussicht, endlich an Wahlen teilnehmen zu können, sondern vor allem das Gefühl, offiziell in dem Land anerkannt zu werden, das sie ihr Zuhause nennt, treibt sie an. Für Judith Williams ist dieser Test mehr als ein formeller Akt – er ist ein ganz persönlicher Schritt in Richtung Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die sie seit Jahrzehnten mitprägt.