Es war die kürzeste und zugleich spektakulärste Ehe der deutschen Fernsehgeschichte, ein mediales Beben, das bis heute nachhallt. Wenn man an das Jahr 1996 denkt, schießen sofort die Bilder von Verona Pooth – damals noch Feldbusch – und dem Poptitan Dieter Bohlen in den Kopf. Nach nur vier Wochen Ehe und einer überstürzten Hochzeit in Las Vegas folgte der tiefe Fall: die Trennung unter Tränen, Vorwürfen und Schlagzeilen, die ganz Deutschland in Atem hielten. Doch eine Frage blieb über Jahrzehnte hinweg ein streng gehütetes Geheimnis, über das in den Villen von Hamburg-Tötensen und den Nobelrestaurants der Republik nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde: Wie viel Geld floss am Ende wirklich bei der Scheidung?
Nun bricht Verona Pooth ihr Schweigen und liefert Details, die tiefer blicken lassen als je zuvor. In einer Welt, in der über Abfindungen in Millionenhöhe spekuliert wurde, räumt die Werbeikone jetzt mit den hartnäckigen Mythen auf. Viele Beobachter der Szene waren felsenfest davon überzeugt, dass Verona nach dem Ehe-Aus mit dem millionenschweren Modern-Talking-Star ausgesorgt hätte. Man sprach von Unsummen, von einer goldenen Eintrittskarte in ein Leben ohne finanzielle Sorgen. Doch die Realität sah hinter den Kulissen der Justiz offenbar ganz anders aus, als es sich die Klatschpresse in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hatte.
Verona erinnert sich heute mit einer Mischung aus Stolz und Nüchternheit an diese turbulente Zeit. Während Dieter Bohlen damals bereits auf einem Berg aus Gold saß, den er mit seinen Welthits angehäuft hatte, war Verona die junge Aufsteigerin, die ihren eigenen Weg erst noch zementieren musste. Die Verhandlungen über den Unterhalt und die finale Abfindung zogen sich hin, doch am Ende stand eine Zahl, die im Vergleich zum Vermögen des Poptitans fast schon bescheiden wirkt. Verona stellt klar, dass sie nie die Absicht hatte, sich an ihrem Ex-Mann zu bereichern. Ihr ging es um ihre Unabhängigkeit, um die Freiheit, ihre eigene Marke aufzubauen, ohne auf die Almosen eines Mannes angewiesen zu sein, mit dem sie kaum mehr als einen Monat verheiratet war.
Tatsächlich belief sich die Summe, die sie nach dem juristischen Tauziehen erhielt, auf einen Betrag, der zwar für Normalsterbliche beachtlich ist, im Kosmos der Superreichen aber eher als „Schmerzensgeld“ für die kurze, heftige Zeit im Rampenlicht verbucht werden kann. Verona Pooth betont heute immer wieder, dass dieser Moment der finanzielle Befreiungsschlag war, der sie dazu anspornte, selbst zur Multimillionärin zu werden. Sie wollte niemandem etwas schuldig bleiben. Während Dieter weiterhin seine Hits produzierte, baute sie ein Imperium aus Werbeverträgen und eigenen TV-Shows auf. Dieses Geständnis über die wahre Höhe der Scheidungsabfindung wirft ein völlig neues Licht auf die Powerfrau, die bewiesen hat, dass sie keinen Poptitan braucht, um ganz oben mitzuspielen. Es ist die Geschichte einer Frau, die den Verrat und den Schmerz der Trennung in bares Gold verwandelte – aber durch eigene Arbeit, nicht durch einen Scheck vom Ex.