Johann Lafer ist es gewohnt, Menschen mit seiner Arbeit Freude zu bereiten. Jahrzehntelang stand der bekannte TV-Koch vor Kameras, entwickelte neue Gerichte und vermittelte Millionen Zuschauern seine Leidenschaft für gutes Essen. Doch seit einiger Zeit hat sich sein Leben grundlegend verändert. Statt kulinarischer Projekte bestimmt eine schwere Erkrankung seinen Alltag.
Im Mai 2026 machte der 68-Jährige öffentlich, dass er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Die Diagnose hatte er lange für sich behalten. Erst nachdem sich sein Aussehen deutlich verändert hatte und immer mehr Spekulationen entstanden waren, entschied sich Lafer dazu, offen über seine Situation zu sprechen.
Seit Anfang des Jahres befindet sich der Starkoch in Behandlung. Die Chemotherapie verlangt ihm körperlich viel ab. Es gibt gute Tage, aber auch Phasen, in denen die Belastung deutlich zu spüren ist. Trotzdem versucht Lafer, seinen Alltag nicht vollständig von der Krankheit bestimmen zu lassen.
Besonders schwierig ist für ihn, dass die Behandlung ausgerechnet das beeinträchtigt, was sein Berufsleben seit Jahrzehnten prägt: sein Verhältnis zum Essen.
Durch die Chemotherapie verlor Lafer zeitweise seinen Geschmack. Er berichtete von offenen Fingern und davon, dass er bestimmte Speisen nicht mehr normal essen konnte. Teilweise musste das Essen für ihn püriert werden. Für einen Koch, dessen gesamte Karriere auf Geschmack, Geruch und Genuss aufgebaut ist, ist das eine besonders schwierige Erfahrung.
Doch Lafer versucht, sich davon nicht zurückziehen zu lassen.
„Ich will leben und arbeiten“, machte er deutlich. Genau deshalb hält er weiterhin Kontakt zu seinen beruflichen Projekten. Die Arbeit gibt ihm offenbar nicht nur Beschäftigung, sondern auch einen wichtigen mentalen Halt. Wenn er arbeitet, denkt er weniger über seine Erkrankung nach.
Das zeigte sich auch Ende Juni. Trotz der laufenden Behandlung arbeitete Lafer weiterhin an neuen Menüs. Unter anderem war er für ein Projekt mit einer Airline unterwegs und entwickelte Gerichte für die Business Class. Selbst während einer schwierigen Phase wollte er aktiv bleiben.
Allerdings machte ihm zu diesem Zeitpunkt auch die extreme Sommerhitze zu schaffen. Bei Temperaturen um 40 Grad erklärte er gegenüber BILD, dass es ihm aktuell nicht besonders gut gehe. Die Belastung durch die Hitze komme zusätzlich zu den ohnehin schwierigen Folgen der Behandlung.
Lafer wartet deshalb nicht darauf, dass die Krankheit sein Leben vollständig bestimmt. Er versucht vielmehr, sich seine eigene Normalität zu bewahren.
Dabei hilft ihm auch seine Einstellung.
Der TV-Koch spricht erstaunlich offen über seine Erkrankung, ohne sich selbst als Opfer darzustellen. Er möchte kein Mitleid. Vielmehr will er weiterhin als der Mensch wahrgenommen werden, der er immer gewesen ist: als Koch, Unternehmer, Familienmensch und jemand, der noch Pläne hat.
Auch seine Familie steht fest hinter ihm. Lafer betont, dass seine Angehörigen, Freunde und Geschäftspartner ihn auf seinem Weg unterstützen. Diese Menschen geben ihm Kraft, wenn die Behandlung besonders anstrengend wird.
Und trotzdem bleibt natürlich die Frage, die sich viele Menschen stellen: Wie sieht seine Zukunft aus?
Lafer selbst weiß, dass seine Erkrankung ernst ist. Sein Lymphdrüsenkrebs gilt als nicht heilbar. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass keine Behandlung möglich ist. Die Erkrankung kann nach seinen eigenen Angaben eingedämmt werden. Auch deshalb konzentriert er sich weniger auf eine genaue Vorhersage und stärker darauf, was er heute tun kann.
Eine konkrete Lebenserwartung kann ihm niemand garantieren. Lafer hat selbst erzählt, dass die Verläufe sehr unterschiedlich sein können. Manche Betroffene leben nur vergleichsweise kurze Zeit, andere viele Jahre mit der Erkrankung. Gerade deshalb wolle er nichts mehr aufschieben.
Diese Haltung hat seinen Blick auf das Leben verändert.
Was früher vielleicht selbstverständlich erschien, bekommt heute eine andere Bedeutung. Ein Arbeitstag, ein gemeinsamer Urlaub mit der Familie, ein gutes Essen oder einfach Zeit mit Menschen, die einem wichtig sind – all das möchte Lafer bewusster erleben.
Auch große Wünsche stehen wieder stärker im Mittelpunkt.
So sprach der 68-Jährige über einen Traum, den er sich gerne noch erfüllen würde: das Basislager des Mount Everest im Himalaya. Gerade angesichts seiner Erkrankung möchte Lafer offenbar nicht nur über Einschränkungen nachdenken, sondern auch darüber, was er noch erleben möchte.
Das bedeutet nicht, dass die schwierige Zeit für ihn vorbei wäre.
Im Gegenteil: Lafer beschreibt auch Krisenphasen. Die Chemotherapie zehrt an seinen Kräften, und die körperlichen Folgen sind deutlich spürbar. Dennoch versucht er, seine „Grundpräsenz“ aufrechtzuerhalten und sich nicht vollständig zurückzuziehen.
Gerade deshalb wirken seine aktuellen Aussagen so persönlich.
Denn hinter dem bekannten Fernsehkoch, der jahrzehntelang souverän vor der Kamera stand, steht heute ein Mann, der sich mit einer Krankheit auseinandersetzen muss, die sein Leben verändert hat. Er hat Gewicht verloren, seine Haare verloren und mit Nebenwirkungen der Therapie zu kämpfen. Gleichzeitig versucht er, seine Zuversicht zu bewahren.
Und nun gibt es eine Nachricht, die ihm offenbar besonders viel Kraft gibt.
Die Behandlung zeigt Wirkung.
Lafer erklärte gegenüber BILD, dass er vor Beginn der Chemotherapie viele Knoten an den Lymphknoten gehabt habe. Inzwischen seien es weniger geworden. Die Therapie schlage glücklicherweise an.
Noch wichtiger sind für ihn offenbar die Worte seines behandelnden Professors.
Der Arzt habe ihm schriftlich bestätigt, dass Lafer noch viele Jahre sehr gut mit seiner Erkrankung leben könne – auch wenn der Krebs vermutlich nie vollständig verschwinden werde.
Für den Starkoch ist das offenbar genau die Perspektive, die er braucht.
Keine falsche Sicherheit, kein Versprechen, dass die Krankheit einfach verschwinden wird – sondern die Hoffnung auf viele weitere Jahre.
Lafer selbst bleibt deshalb kämpferisch. Sein Lebensmut und seine positive Einstellung seien weiterhin ungebrochen. Er wolle leben, arbeiten und seine Ideen weiterverfolgen.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Nachricht hinter seiner schweren Diagnose: Johann Lafer hat seine Zukunft nicht abgeschrieben.
Er weiß, dass sein Weg schwierig bleibt. Er weiß auch, dass die Krankheit ihn weiterhin begleiten wird. Aber solange die Therapie anschlägt und die Ärzte ihm Hoffnung auf viele weitere Jahre geben, möchte er diese Zeit nutzen.
Und so steht für den bekannten TV-Koch trotz aller Belastungen nicht nur die Krankheit im Mittelpunkt.
Sondern das Leben, das noch vor ihm liegt.