„Ich möchte den 18. Geburtstag meiner Tochter erleben“: Patrice Aminati spricht über die düstere Prognose eines Arztes und verrät, was ihr die Kraft zum Weiterkämpfen gibt

Manchmal verändert ein einziger Satz das gesamte Leben. Für Patrice Aminati war es eine ärztliche Prognose, die ihr eine Zukunft vor Augen führte, die sie sich niemals hätte vorstellen wollen. Die junge Influencerin lebt mit einer unheilbaren Hautkrebserkrankung. Seit Jahren muss sie sich mit medizinischen Behandlungen, körperlichen Belastungen und der Frage auseinandersetzen, wie viel gemeinsame Zeit ihr mit ihrer kleinen Tochter bleibt.

Nun hat die 31-Jährige in einer neuen Ausgabe des ZDF-Formats „Terra Xplore: Im Kopf von …“ ungewöhnlich offen über ihr Leben gesprochen. Im Gespräch mit Psychologe und Moderator Leon Windscheid geht es nicht nur um ihre Erkrankung, sondern auch um Angst, Hoffnung, Glauben und die kleinen Momente, die plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Die Sendung gewährt Einblicke in eine Seite von Patrice Aminati, die viele Menschen bisher kaum kannten. Nach außen zeigt sie sich immer wieder stark und bemüht sich, ihren Alltag trotz der schweren Diagnose zu bewältigen. Doch hinter dieser Haltung stehen auch Tage, an denen ihr Körper kaum mitmacht und sie auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen ist.

Besonders bewegend ist dabei die Frage, die für sie alles andere zu überstrahlen scheint: Wie lange wird sie noch mit ihrer Tochter zusammen sein können?

Seit ihrer Diagnose hat sich ihr Blick auf das Leben grundlegend verändert. Was früher selbstverständlich war, wird heute zu etwas Kostbarem. Ein gemeinsames Essen mit der Familie, ein Gespräch mit Freunden oder ein gewöhnlicher Tag zu Hause können für sie inzwischen eine Bedeutung haben, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Im Gespräch mit Windscheid beschreibt Patrice, wie die Auseinandersetzung mit dem Tod sie dazu gebracht hat, sich intensiver mit ihrem Glauben zu beschäftigen. Ein abgelegener Ort, eine Kapelle, wird dabei zum Schauplatz eines sehr persönlichen Gesprächs. Dort erzählt sie, wie sich ihre Perspektive verändert hat und weshalb sie die Gegenwart heute bewusster erleben möchte.

Es ist eine Geschichte, die nicht einfach in die Kategorien Hoffnung oder Verzweiflung passt. Denn Patrice versucht, beides auszuhalten: die Angst vor dem, was kommen könnte, und den Wunsch, ihr Leben weiterhin mit Freude und Zuversicht zu gestalten.

Ihre Erkrankung begann im Jahr 2023. Damals erhielt sie die Diagnose Hautkrebs, sieben Monate nach der Geburt ihrer Tochter Charly Malika. Seit 2025 gilt die Krankheit als unheilbar. Die medizinische Situation stellt sie seither vor Herausforderungen, die weit über einzelne Behandlungen hinausgehen.

Die Therapie belastet ihren Körper erheblich. In sozialen Medien hat sie bereits über Nebenwirkungen berichtet, die ihr selbst nachts keine Ruhe lassen. In schwierigen Phasen muss sie zahlreiche Medikamente einnehmen und braucht Unterstützung im Alltag.

Ihre Beschreibung für solche Momente fällt kurz aus: „Aushalten. Durchhalten.“

Hinter diesen beiden Worten steckt eine Realität, die Außenstehende nur teilweise nachvollziehen können. Eine schwere Erkrankung betrifft nicht nur den Körper. Sie verändert auch den Alltag, Beziehungen, Zukunftspläne und das eigene Selbstbild. Patrice hat darüber gesprochen, wie sehr sie sich nach der Diagnose verändert fühlte und wie schwer es war, sich selbst in dieser neuen Situation wiederzuerkennen.

Auch die Trennung von ihrem Ehemann Daniel Aminati gehört zu dieser persönlichen Geschichte. Im Dezember 2025 wurde bekannt, dass sich das Paar getrennt hat. Die beiden hatten im April 2022 geheiratet und haben eine gemeinsame Tochter.

In einem weiteren Gespräch über die Trennung beschrieb Patrice, wie schwierig es für eine Beziehung sein kann, wenn ein Mensch durch eine schwere Krankheit körperlich und seelisch an seine Grenzen gerät. Sie habe sich in dieser Zeit bei ihren Eltern besonders geborgen gefühlt. Ihre Entscheidung, getrennte Wege zu gehen, bezeichnete sie als eine Entscheidung für sich selbst.

Diese Erfahrungen zeigen, wie umfassend die Krankheit ihr Leben verändert hat. Trotzdem möchte Patrice nicht ausschließlich über ihre Diagnose definiert werden. Sie will weiterhin Mutter sein, eigene Wünsche verfolgen und möglichst viele Erinnerungen schaffen.

In der ZDF-Sendung spricht sie deshalb auch über die Dinge, die sie noch erleben möchte. Eine klassische Wunschliste sei es nicht. Vielmehr habe sie nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Dinge notiert, die sie in ihrem Leben noch machen möchte.

Dahinter steht kein gewöhnlicher Plan für die kommenden Jahre. Es ist der Versuch, sich eine Zukunft vorzustellen, obwohl niemand genau sagen kann, wie sie aussehen wird. Kleine und große Wünsche bekommen dadurch einen anderen Stellenwert.

Leon Windscheid begleitet sie bei diesem Gespräch und stellt Fragen, die nicht immer leicht zu beantworten sind. Dazu gehört auch die Vorstellung, wie es wäre, wenn ihre Tochter eines Tages ohne sie aufwachsen müsste. Solche Gedanken berühren einen besonders empfindlichen Punkt in Patrice‘ Leben.

Denn ihre Tochter ist noch klein. Sie steht erst am Anfang eines Lebens, das Patrice so lange wie möglich begleiten möchte. Die Vorstellung, wichtige Momente verpassen zu können, ist für sie eine der schwersten Seiten ihrer Erkrankung.

Gleichzeitig versucht sie, nicht jeden Tag ausschließlich von dieser Angst bestimmen zu lassen. Sie möchte die Zeit, die ihr bleibt, bewusst nutzen und sich nicht vollständig von düsteren Gedanken beherrschen lassen. Das bedeutet nicht, dass die Angst verschwunden wäre. Vielmehr sucht sie einen Weg, trotz dieser Angst weiterzuleben.

Die Sendung zeigt laut Ankündigung auch die humorvolle und fröhliche Seite der 31-Jährigen. Gerade dieser Gegensatz macht ihre Geschichte so eindringlich: Ein Mensch kann lachen und gleichzeitig mit einer existenziellen Unsicherheit leben. Stärke bedeutet nicht zwangsläufig, niemals traurig zu sein oder keine Angst zu haben.

Patrice möchte ihre Geschichte offenbar auch deshalb teilen, weil sie zeigen will, wie sich der Blick auf das Leben verändern kann, wenn die Zukunft nicht mehr selbstverständlich erscheint. Sie spricht über die Bedeutung von Familie, Freundschaften und Momenten, die früher vielleicht kaum aufgefallen wären.

Doch dann kommt die ärztliche Prognose zur Sprache, die ihr besonders deutlich vor Augen geführt hat, wie ungewiss ihre Zukunft ist.

Ein Arzt hatte ihr nach ihren Angaben vorausgesagt, dass sie Weihnachten 2025 nicht mehr erleben werde. Diese Aussage beschreibt sie als eine der düstersten Prognosen, mit denen sie konfrontiert wurde. Weihnachten 2025 ist inzwischen vergangen. Patrice lebt weiterhin mit ihrer Erkrankung und versucht, ihren eigenen Weg zu gehen.

Sie begegnet solchen Vorhersagen mit einem Satz, der inzwischen zu ihrem persönlichen Leitspruch geworden ist: „Glaube der Diagnose, aber nicht der Prognose.“

Damit bestreitet sie nicht, dass ihre Krankheit unheilbar ist. Sie macht vielmehr deutlich, dass eine medizinische Prognose keine Gewissheit über den genauen Verlauf ihres individuellen Lebens bedeutet. Sie möchte zu den Menschen gehören, die länger leben, als es eine ärztliche Einschätzung erwarten ließ.

Dabei bleibt ihre Situation ernst. Aus ihrer Geschichte lässt sich keine allgemeine Vorhersage über den Verlauf einer Krebserkrankung ableiten. Doch ihre Haltung zeigt, dass sie trotz der medizinischen Realität nicht aufhören möchte, nach Möglichkeiten und Hoffnung zu suchen.

Und genau hier wird deutlich, was sie sich am meisten wünscht.

Patrice hat nicht nur zahlreiche kleine und große Dinge aufgeschrieben, die sie noch erleben möchte. Ihr wichtigster Wunsch ist es, mindestens 14 weitere Jahre mit ihrer Tochter zu verbringen. Sie möchte miterleben, wie Charly Malika erwachsen wird, und an einem ganz besonderen Tag an ihrer Seite sein: ihrem 18. Geburtstag.

Dieser Wunsch ist der emotionale Mittelpunkt ihrer Geschichte. Es geht nicht um Ruhm, beruflichen Erfolg oder große öffentliche Auftritte. Es geht um Zeit mit ihrem Kind, um gemeinsame Erinnerungen und um die Chance, ihre Tochter auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten.

Die Folge „Terra Xplore: Im Kopf von Patrice Aminati“ soll ab dem 2. November 2026 in der ZDF-Mediathek abrufbar sein.

Was Patrice in diesem Gespräch vermittelt, ist keine einfache Geschichte über eine Frau, die niemals aufgibt. Es ist die Geschichte eines Menschen, der Angst hat, schwere Tage erlebt und dennoch versucht, sich die Hoffnung auf weitere gemeinsame Jahre zu bewahren.

Ihr größter Wunsch ist es, den 18. Geburtstag ihrer Tochter mitzuerleben. Ob sich dieser Wunsch erfüllen wird, kann niemand mit Sicherheit sagen. Patrice aber möchte sich nicht allein von einer düsteren Prognose bestimmen lassen. Sie will weiterleben, für ihre Tochter da sein und jeden möglichen Tag bewusst nutzen.

Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Botschaft ihres bewegenden Geständnisses: Hoffnung bedeutet nicht, die Realität zu ignorieren. Manchmal bedeutet sie einfach, trotz aller Unsicherheit weiter nach vorn zu schauen – und einen ganz bestimmten Tag im Herzen zu tragen, an dem man unbedingt dabei sein möchte.