Für Laura Müller schien das Jahr 2021 zunächst immer komplizierter zu werden. Die junge Influencerin war längst an ein Leben in der Öffentlichkeit gewöhnt. Kameras, Instagram, Fernsehauftritte und die ständige Aufmerksamkeit gehörten zu ihrem Alltag. Doch plötzlich schien vieles nicht mehr so zu funktionieren wie zuvor.
Kooperationen wurden schwieriger, bekannte Marken hielten Abstand und auch in den sozialen Netzwerken war es deutlich ruhiger geworden. Für eine Influencerin, deren berufliches Modell wesentlich von Werbepartnern und Reichweite lebt, war das keine Kleinigkeit.
Doch Laura Müller schien nicht vor der Situation kapitulieren zu wollen.
Stattdessen deutete sich im Sommer 2021 ein ungewöhnlicher beruflicher Neuanfang an. Und diesmal sollte nicht sie selbst im Mittelpunkt stehen.
Die Geschichte begann mit einem kleinen schwarzen Labradorwelpen.
Tiger war erst kurze Zeit Teil der Familie, als Laura ihn ihren Followern auf Instagram vorstellte. Ein süßer Welpe, große dunkle Augen, schwarzes Fell – eigentlich genau das, was im Internet schnell für Aufmerksamkeit sorgen kann.
Und Laura erkannte offenbar sehr schnell, welches Potenzial darin stecken könnte.
Während sich ihr eigenes Instagram-Profil nach einer längeren Pause wieder langsam mit Leben füllte, bekam Tiger einen eigenen Auftritt. Plötzlich hatte der Hund nicht nur einen Namen, sondern auch eine eigene digitale Identität.
Für Laura war das mehr als ein niedliches Familienprojekt.
Es war möglicherweise der Versuch, ein neues berufliches Standbein aufzubauen.
Denn nur wenige Monate zuvor hatte sich ihr bisheriges Influencer-Geschäft deutlich schwieriger entwickelt. Laura Müller hatte mit Werbeaufträgen für Kleidung, Beautyprodukte und andere Produkte Geld verdient. Doch die Situation hatte sich verändert.
Nachdem ihr Ehemann Michael Wendler mit umstrittenen Aussagen zur Corona-Pandemie für große öffentliche Kontroversen gesorgt hatte, zogen sich laut GALA zunehmend Kooperationspartner zurück. Damit geriet auch Lauras berufliche Situation unter Druck.
Für eine junge Frau, die sich gerade erst eine eigene Karriere aufbauen wollte, war das eine schwierige Ausgangslage.

Laura hatte bereits bewiesen, dass sie auch unabhängig von ihrem Ehemann öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen konnte. Sie nahm 2020 an der 13. Staffel von „Let’s Dance“ teil und erreichte dort den sechsten Platz. Außerdem erschien sie im selben Jahr auf dem Cover des „Playboy“.
Doch nun schien sie nach einer neuen Möglichkeit zu suchen.
Und diese Möglichkeit hatte vier Pfoten.
Tiger bekam seinen eigenen Instagram-Account. Der Name war auffällig: „Tigerwendlerofficial“. In der Profilbeschreibung wurde Laura als Tigers „Mami“ bezeichnet. Auch ein Hinweis auf seinen „Papa“ war dort zu finden. Der Account von Michael Wendler selbst war laut GALA allerdings nicht verknüpft.
Was zunächst wie ein harmloses digitales Fotoalbum aussah, entwickelte erstaunlich schnell eine eigene Dynamik.
Auf dem Profil erschienen Bilder des Welpen beim Schlafen, im Auto oder gemeinsam mit Laura. Der Hund war genau das, was viele Nutzer auf Instagram lieben: jung, niedlich und fotogen.
Und die Zahlen ließen ebenfalls aufhorchen.
Obwohl der Account zu diesem Zeitpunkt erst sieben Beiträge hatte, waren bereits mehr als 6.000 Menschen als Follower dabei. Für ein völlig neues Profil war das durchaus bemerkenswert.
Doch genau hier stellte sich eine Frage, die damals viele beschäftigt haben dürfte.
War Tiger einfach nur ein geliebtes Haustier?
Oder steckte hinter dem eigenen Instagram-Account tatsächlich ein Geschäftsmodell?
Laura Müller selbst gab darauf zumindest indirekt eine Antwort, indem sie dem Labrador eine eigene Online-Präsenz aufbaute. Die Idee, Tiere als sogenannte „Petfluencer“ zu vermarkten, war zu diesem Zeitpunkt längst keine völlig unbekannte Erscheinung mehr.
Hunde und Katzen mit großen Social-Media-Accounts können enorme Reichweiten erzielen. Unternehmen können solche Profile für Werbung nutzen, wenn die Zielgruppe und das Umfeld passen.
Für Laura könnte das Konzept deshalb gleich mehrere Vorteile gehabt haben.
Sie musste nicht selbst ständig im Mittelpunkt stehen. Der süße Labrador übernahm den emotionalen Teil der Aufmerksamkeit. Gleichzeitig konnte sie weiterhin als Betreiberin und „Tigers Mami“ hinter dem Account stehen.
Und noch etwas machte die Idee interessant.
Ein Tierkonto wirkt auf viele Menschen weniger kontrovers als ein klassischer Promi-Account. Während eine Influencerin ständig mit ihrem Privatleben, ihren Entscheidungen oder ihrem Umfeld konfrontiert wird, steht bei einem niedlichen Hund zunächst etwas völlig anderes im Mittelpunkt: Bilder, Alltag und Unterhaltung.
Vielleicht war genau das der Reiz.
Laura Müller wollte offenbar nicht einfach aufgeben, nur weil ihr bisheriger Weg schwieriger geworden war.
Stattdessen versuchte sie, aus einer neuen Situation etwas Eigenes zu machen.
Das passte auch zu Aussagen aus einer früheren Phase ihrer Karriere. Bereits 2020 hatte Laura erklärt, dass sie ihr eigenes Geld verdienen wolle. Damals hatte sie noch deutlich mehr Möglichkeiten vor sich und verfügte laut GALA über eine große Instagram-Reichweite. Ursprünglich hatte sie sogar geplant, Deutsch und Geschichte auf Lehramt zu studieren. Durch ihre Bekanntheit erschien ihr dieser Weg später jedoch kaum noch realistisch.
Nun war die berufliche Realität eine völlig andere.
Aus der jungen Frau, die einst als Partnerin von Michael Wendler bekannt geworden war, war eine Person geworden, die selbst nach neuen Möglichkeiten im digitalen Geschäft suchen musste.
Und plötzlich spielte Tiger dabei eine erstaunlich große Rolle.
Natürlich war damals noch völlig offen, ob aus dem Account tatsächlich ein ernsthaftes Geschäft entstehen würde. GALA berichtete, dass zu diesem Zeitpunkt noch keine Kooperationen auf dem Profil zu finden waren. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass eine kommerzielle Entwicklung angesichts der wachsenden Followerzahl durchaus denkbar sei.
Genau diese Unsicherheit machte die Geschichte so interessant.
Denn vielleicht war „Tigergram“ nur ein süßes Nebenprojekt.
Vielleicht aber auch der Anfang einer neuen Einnahmequelle.
Laura Müller hatte jedenfalls einen ungewöhnlichen Vorteil: Sie wusste bereits, wie soziale Medien funktionieren. Sie kannte die Mechanismen von Reichweite, Bildern und Followern. Sie wusste, wie schnell ein bestimmtes Motiv Aufmerksamkeit erzeugen kann.
Und jetzt hatte sie ein Motiv, das kaum einfacher sein konnte.
Einen kleinen schwarzen Labrador.
Die Idee wirkte fast spielerisch. Doch dahinter steckte eine ziemlich nüchterne berufliche Überlegung: Wenn das eigene Gesicht weniger gefragt ist, könnte vielleicht ein tierischer Star die Aufmerksamkeit übernehmen.
Genau deshalb war Tigers Instagram-Auftritt für Laura möglicherweise mehr als nur eine Momentaufnahme.
Es war ein Experiment.
Ein Versuch, aus einem privaten Familienmitglied eine öffentliche Figur zu machen.
Und die ersten Reaktionen zeigten zumindest, dass Interesse vorhanden war.
Mehr als 6.000 Follower bei gerade einmal sieben Beiträgen waren ein Signal, das man nicht einfach ignorieren konnte.
Doch die eigentliche Überraschung lag nicht in der Zahl der Follower.
Sie lag darin, wer plötzlich zum Mittelpunkt von Lauras beruflichen Plänen wurde.
Nicht Laura selbst.
Nicht Michael Wendler.
Nicht eine neue Fernsehsendung und auch kein neues Modeprojekt.
Es war Tiger, der kleine schwarze Labradorwelpe.
Laura Müller machte aus ihrem Hund einen eigenen Social-Media-Star und eröffnete damit möglicherweise ein völlig neues Kapitel ihrer Karriere. Genau deshalb bekam die Idee damals den Namen „Tigergram“ – und aus dem niedlichen Familienhund wurde plötzlich ein möglicher Petfluencer.
Ob daraus tatsächlich ein dauerhaftes Geschäftsmodell entstehen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch offen.
Aber eines war bereits klar:
Laura Müller hatte offenbar nicht vor, einfach aufzugeben.
Wenn sich eine Tür schloss, suchte sie eine andere.
Und diesmal führte diese Tür direkt zu einem kleinen schwarzen Labrador.