Wenn man Simone Thomalla heute sieht, fällt zunächst eines auf: Sie wirkt selbstbewusst, elegant und erstaunlich wandelbar. Mal mit dunklem Haar, mal blond, mal mit einem Longbob, mal mit auffälligen Locken – die Schauspielerin hat in mehr als vier Jahrzehnten immer wieder mit ihrem Aussehen experimentiert.
Doch wer Bilder aus ihren früheren Jahren betrachtet, erkennt schnell, wie groß die Veränderung tatsächlich ist.
Seit 1982 steht Simone Thomalla vor der Kamera. In dieser langen Zeit hat sie nicht nur zahlreiche Rollen gespielt, sondern auch immer wieder ihren persönlichen Stil verändert. Von ihren frühen Fernsehauftritten bis zu ihren bekannten Rollen als „Tatort“-Kommissarin und in der Serie „Frühling“ liegen Jahrzehnte voller unterschiedlicher Looks.
Besonders spannend ist dabei, dass sich Thomallas Erscheinungsbild nie auf eine einzige Phase festlegen ließ.
In den frühen 1990er-Jahren zeigte sie sich noch deutlich natürlicher. 1991 war sie unter anderem an der Seite von Olivia Augustinski und Peter Weck in der ZDF-Serie „Durchreise“ zu sehen. Wenige Jahre später, 1994, präsentierte sie sich erneut mit einem eher zurückhaltenden Look.
Auch 1995 blieb sie ihrem damaligen Stil treu. Perlenohrringe gehörten offenbar zu ihren bevorzugten Accessoires. Es war eine Zeit, in der ihr Erscheinungsbild noch weit entfernt war von den auffälligeren Veränderungen, die später folgen sollten.
Dann begann eine Phase, in der Simone Thomalla offenbar immer wieder etwas Neues ausprobieren wollte.
Ihre Haarfarbe wechselte. Mal erschien sie mit rötlichen Haaren, später wieder mit dunkleren Nuancen. Dazu kamen unterschiedliche Frisuren und Kleidungsstile. Eine besonders rockige Phase wurde durch dunklere Haare und eine Lederjacke unterstrichen.
Doch auch ihr Privatleben sorgte im Laufe der Jahre für Aufmerksamkeit.
Vier Jahre lang war Thomalla mit dem Schauspieler Sven Martinek liiert. Von 2000 bis 2009 lebte sie anschließend mit dem Fußballmanager Rudi Assauer zusammen. Der gemeinsame Werbespot für Veltins ist bis heute vielen Zuschauern in Erinnerung geblieben.
2009 kam eine weitere bekannte Beziehung in ihr Leben: Simone Thomalla wurde mit dem deutlich jüngeren Handballspieler Silvio Heinevetter liiert. Die Beziehung hielt zwölf Jahre, bevor die beiden 2021 ihre Trennung bekanntgaben.
Während sich ihr Privatleben veränderte, blieb auch ihr äußerer Stil in Bewegung.
Eine der auffälligsten Veränderungen kam 2016.
Plötzlich zeigte sich Simone Thomalla blond.
Für eine Schauspielerin, deren dunklere und rötliche Haarfarben lange zum bekannten Erscheinungsbild gehört hatten, war dieser Schritt besonders auffällig. Doch Thomalla schien sich mit der Veränderung wohlzufühlen und bewies damit erneut, dass sie sich nicht auf einen bestimmten Look festlegen lassen wollte.
Später kamen weitere Varianten hinzu. Mal trug sie einen schicken Longbob mit hellen Strähnchen, mal präsentierte sie sich mit einer wilden Lockenpracht.
Wer die verschiedenen Fotos nebeneinander betrachtet, könnte beinahe meinen, es handle sich um unterschiedliche Personen.
Doch gerade diese Wandelbarkeit ist ein Teil ihres öffentlichen Bildes geworden.
Simone Thomalla hat nie versucht, für immer genauso auszusehen wie zu Beginn ihrer Karriere. Stattdessen erlaubte sie sich, ihren Stil immer wieder neu zu definieren.
Mit zunehmendem Alter rückte allerdings ein anderes Thema stärker in den Mittelpunkt: die Frage, ob hinter ihrer veränderten Erscheinung möglicherweise mehr steckte als nur neue Frisuren, Make-up und Styling.
Immer wieder tauchten Spekulationen über mögliche Beauty-Eingriffe auf.
Und irgendwann entschied sich Thomalla, selbst darüber zu sprechen.
2015 bestätigte sie gegenüber „Bunte“, dass sie Botox verwendet hatte. Der Grund war allerdings nicht, jünger aussehen zu wollen. Vielmehr ging es um ein medizinisches Problem.
Ihre Kieferorthopädin hatte ihr Botox empfohlen, weil Thomalla nachts mit den Zähnen zusammenbiss. Die Behandlung sollte die Kiefermuskulatur entspannen.
Doch das Ergebnis entsprach offenbar überhaupt nicht ihren Vorstellungen.
Im Gegenteil.
Was als medizinisch motivierter Versuch begann, wurde für die Schauspielerin zu einer ausgesprochen unangenehmen Erfahrung. Thomalla berichtete später, dass sie nach den Botox-Injektionen in die Kiefermuskeln ihr eigenes Gesicht kaum wiedererkannt habe. Sie habe nicht mehr richtig lachen können und den Eindruck gehabt, ihr Gesicht sei verformt.
Damit kam eine Geschichte ans Licht, die deutlich weniger glamourös war, als man bei einem Thema wie Beauty-Behandlungen zunächst erwarten könnte.
Denn für eine Schauspielerin ist die Gesichtsmimik nicht irgendein Detail.
Sie ist ein wichtiges Werkzeug.
Ein Lächeln, ein skeptischer Blick, ein trauriger Ausdruck oder eine kleine Veränderung um die Augen können über eine ganze Szene entscheiden. Eine eingeschränkte Mimik könnte deshalb im Schauspielberuf zu einem echten Problem werden.
Thomalla selbst machte deutlich, dass eine steife Mimik für ihren Beruf fatal wäre. Eine reine Schönheitsoperation habe sie dagegen dementiert.
Damit wurde auch deutlich, dass nicht jede sichtbare Veränderung ihres Aussehens automatisch auf einen kosmetischen Eingriff zurückzuführen ist.
Frisuren, Haarfarben, Make-up, Sport und Ernährung können das Erscheinungsbild eines Menschen über Jahrzehnte ebenfalls erheblich verändern.
Und genau darauf setzt Thomalla nach eigenen Angaben.
Statt sich auf zahlreiche Eingriffe zu verlassen, verwies sie auf Kosmetik, Sport und eine gesunde Ernährung.
Vielleicht erklärt genau diese Einstellung, warum ihre optische Entwicklung so abwechslungsreich wirkt.
Sie scheint ihren Stil als etwas zu betrachten, das sich verändern darf.
Die Simone Thomalla von 1991 muss nicht genauso aussehen wie die Simone Thomalla von 2016. Und die Frau, die heute vor der Kamera steht, muss wiederum nicht dieselbe sein wie vor zehn oder zwanzig Jahren.
Das macht ihre Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten besonders interessant.
Man sieht darauf nicht nur unterschiedliche Frisuren. Man sieht verschiedene Lebensphasen.
Die junge Schauspielerin am Anfang ihrer Karriere. Die etablierte TV-Darstellerin. Die Frau mit rötlichem Haar. Die rockige Version mit Lederjacke. Die überraschend blonde Simone Thomalla. Und schließlich die Schauspielerin, die sich heute mit großer Selbstverständlichkeit präsentiert.
Doch eine Veränderung sorgte rückblickend für besonders viel Aufmerksamkeit.
Nicht die blonde Haarfarbe.
Nicht der Longbob.
Nicht die Locken.
Sondern der Moment, in dem Thomalla selbst offenlegte, was hinter einem Teil der Spekulationen über ihr Aussehen tatsächlich steckte.
Es war keine klassische Schönheitsoperation, wie manche vielleicht vermutet hatten.
Das Botox hatte sie aus einem medizinischen Grund ausprobiert – und die Erfahrung fiel für sie alles andere als angenehm aus.
Gerade diese Offenheit macht die Geschichte so interessant.
Denn hinter dem perfekten Erscheinungsbild einer bekannten Schauspielerin steckt manchmal eine ganz gewöhnliche Erfahrung: Etwas wird ausprobiert, funktioniert nicht wie erwartet – und danach entscheidet man sich, einen anderen Weg zu gehen.
Heute ist Simone Thomalla längst nicht mehr die junge Schauspielerin von damals.
43 Jahre vor der Kamera haben ihre Spuren hinterlassen – nicht nur äußerlich, sondern vor allem in Form einer außergewöhnlich langen Karriere.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Veränderung von allen.
Sie muss niemandem mehr beweisen, dass sie immer gleich aussehen kann.
Sie kann ihre Haare verändern, ihren Stil wechseln und mit neuen Looks überraschen. Gleichzeitig weiß sie inzwischen sehr genau, was für ihren Beruf funktioniert – und was nicht.
Die Fotos von früher und heute erzählen deshalb keine Geschichte darüber, dass Simone Thomalla einfach „anders“ aussieht.
Sie erzählen die Geschichte einer Frau, die sich über Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat.
Und die vielleicht überraschendste Erkenntnis kommt erst ganz am Ende:
Hinter einer der auffälligsten Diskussionen um ihr verändertes Gesicht stand laut Thomalla kein klassischer Beauty-Wunsch, sondern ein medizinischer Versuch. Das Botox sollte ihr wegen des nächtlichen Zähne-Zusammenbeißens helfen – doch nachdem ihre Mimik darunter litt, wusste sie genau, dass dieser Weg für sie nicht der richtige war.
Seitdem setzt Simone Thomalla nach eigenen Angaben lieber auf Kosmetik, Sport und gesunde Ernährung – und bleibt vor allem eines: eine Schauspielerin, die sich auch nach mehr als vier Jahrzehnten im Rampenlicht nicht auf einen einzigen Look festlegen lässt.