Peter Weck wird 95: Die TV-Legende mit einem überraschenden Geständnis – „Manchmal vergesse ich, wer ich eigentlich bin“

Es gibt Geburtstage, an denen man nicht einfach nur auf eine Zahl schaut. Der 95. Geburtstag von Peter Weck gehört eindeutig dazu. Kaum ein anderer österreichischer Schauspieler kann auf eine derart lange und vielseitige Karriere zurückblicken. Theater, Kino, Fernsehen, Regie und Musical – Weck hat über Jahrzehnte hinweg immer wieder neue Rollen übernommen und ganze Generationen von Zuschauern begleitet.

Am 12. August 2025 feierte der gebürtige Wiener seinen 95. Geburtstag. Und obwohl dieser Tag eigentlich ein Grund für große Freude ist, gab Weck gleichzeitig ungewöhnlich persönliche Einblicke in sein Leben. Er sprach über seine Vergangenheit, seine Karriere und darüber, wie sich sein Alltag nach einem schweren gesundheitlichen Einschnitt verändert hat.

Dabei fiel ein Satz, der besonders nachdenklich macht.

„95 Jahre – ein äußerst dankbares Geschenk“, sagte Weck. Er habe so viele Rollen gespielt, dass er manchmal vergesse, wer er eigentlich sei. Es ist eine Aussage, die zunächst beinahe humorvoll klingt. Doch wenn man auf sein außergewöhnliches Leben zurückblickt, bekommt sie eine ganz andere Bedeutung.

Denn Peter Weck war im Laufe seiner Karriere unzählige Menschen.

Er war Schauspieler, Regisseur, Produzent und Theaterintendant. Er stand auf großen Bühnen, spielte in Filmen und wurde schließlich zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschsprachigen Fernsehens. Besonders eine Rolle machte ihn für Millionen Zuschauer unvergesslich: Werner Schumann in der Kultserie „Ich heirate eine Familie“.

Von 1983 bis 1986 verkörperte Weck den Familienvater, der gemeinsam mit Thekla Carola Wied als Angi Schumann das Leben einer Patchwork-Familie meisterte. Die Serie wurde zu einem Publikumserfolg und machte beide Schauspieler zu einem der bekanntesten Fernsehpaare ihrer Zeit. Noch Jahrzehnte später erinnern sich Zuschauer an die Figuren und die Geschichten aus der Serie.

Doch „Ich heirate eine Familie“ war nur ein Teil seiner Karriere.

Bereits in den 1950er-Jahren hatte Weck mit dem Schauspiel begonnen. Er arbeitete am Wiener Burgtheater und war in zahlreichen Filmproduktionen zu sehen. Auch in der berühmten „Sissi“-Trilogie mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm spielte er mit. Später wechselte er zunehmend auch hinter die Kamera und führte bei zahlreichen Produktionen Regie. Insgesamt wirkte er in rund 150 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Sein Einfluss ging jedoch noch weiter.

Als Theaterintendant in Wien war Weck maßgeblich daran beteiligt, große Musicalproduktionen im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Unter anderem brachte er „Cats“ auf eine deutschsprachige Bühne und trug damit entscheidend zum Musical-Boom in Deutschland und Österreich bei.

Ein Leben voller Arbeit, Erfolge und Begegnungen.

Doch dann kam ein Ereignis, das vieles veränderte.

Im Spätsommer 2022 erlitt Peter Weck einen Schlaganfall. Die Folgen waren schwer. Zeitweise konnte er nicht sprechen und musste das Gehen neu lernen. Inzwischen ist er auf einen Rollstuhl angewiesen und benötigt Unterstützung im Alltag. Die Genesung bezeichnete er selbst als einen weiterhin schwierigen Weg. Sein Zustand sei zwar stabil, doch die Folgen des Schlaganfalls begleiten ihn bis heute.

Für einen Mann, der sein gesamtes Leben auf Bühnen und vor Kameras verbracht hatte, muss diese Veränderung besonders einschneidend gewesen sein.

Jahrzehntelang war Bewegung für Weck selbstverständlich. Theaterproben, Dreharbeiten, Reisen, Premieren und öffentliche Veranstaltungen bestimmten seinen Alltag. Plötzlich wurde vieles schwieriger.

Trotzdem wollte er seinen 95. Geburtstag nicht von den gesundheitlichen Problemen bestimmen lassen.

Er feierte im Kreis seiner Familie und seiner Lebensgefährtin Joanna Rzepa in Wien. Seine Kinder Barbara und Philipp waren dabei. Auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig würdigte den Jubilar und überreichte ihm eine besondere Ehrengabe der Stadt Wien für sein außergewöhnliches Künstlerleben.

Doch es gibt noch eine Person, die an diesem besonderen Tag nicht fehlen durfte – zumindest gedanklich.

Thekla Carola Wied.

Die Schauspielerin, die in „Ich heirate eine Familie“ an seiner Seite stand, gratulierte ihrem früheren Serienpartner herzlich. Zwischen den beiden ist die Verbindung auch Jahrzehnte nach dem Ende der Kultserie nicht abgerissen.

Wied erinnerte daran, dass Weck schon immer davon überzeugt gewesen sei, aufgrund seiner Gene besonders alt zu werden. Sie ermutigte ihn sogar, die 100 Jahre anzupeilen.

Das klingt beinahe wie eine Szene aus ihrer alten Fernsehserie – nur diesmal ist das Leben selbst die Geschichte.

Denn Peter Weck hat bereits vieles erlebt, was ein Mensch in 95 Jahren erleben kann.

Er wurde als junger Schauspieler bekannt. Er arbeitete mit großen Stars. Er wurde zum Fernsehliebling. Er führte Regie. Er prägte das Musicaltheater. Er gründete eine Familie und musste später einen schweren persönlichen Verlust verkraften.

1967 heiratete Weck Ingrid Muttone. Gemeinsam bekamen sie zwei Kinder. Doch 2012 starb seine Ehefrau überraschend an einem Herzinfarkt. Dieser Verlust traf ihn schwer. Für längere Zeit zog er sich aus der Öffentlichkeit und aus dem Berufsleben zurück. Später erzählte er, dass er damals sogar darüber nachgedacht habe, sich vollständig zurückzuziehen und ins Kloster zu gehen.

Nach und nach fand er jedoch wieder zurück ins Leben.

Und vielleicht erklärt genau diese Vergangenheit, warum sein Blick auf das Alter heute so besonders wirkt.

Weck spricht nicht davon, 95 Jahre als selbstverständlich zu betrachten. Im Gegenteil: Für ihn ist dieses Alter ein Geschenk.

Seine Worte über die vielen Rollen wirken dabei fast wie eine Zusammenfassung seines gesamten Lebens. Jahrzehntelang schlüpfte er in verschiedene Figuren. Manche waren lustig, andere ernst. Manche blieben nur für kurze Zeit, andere wurden Teil der deutschen Fernsehgeschichte.

Und irgendwann verschwimmen die Rollen vielleicht tatsächlich mit der eigenen Erinnerung.

Doch eine Sache scheint Peter Weck ganz genau zu wissen.

Er hat sein Leben mit Leidenschaft gelebt.

Trotz der gesundheitlichen Einschränkungen blickt er nicht ausschließlich zurück. Die Glückwünsche zu seinem 95. Geburtstag zeigen, dass er für viele Menschen noch immer eine wichtige Figur der deutschsprachigen Unterhaltungswelt ist. Und die Worte von Thekla Carola Wied machen deutlich, dass auch alte berufliche Freundschaften Jahrzehnte überdauern können.

Besonders berührend ist deshalb vielleicht nicht einmal sein Alter.

Es ist die Tatsache, dass Weck trotz allem noch immer neugierig geblieben ist.

Genau das betonte er selbst: Er sei immer mit Herz und anhaltender Neugier dabei gewesen.

Und vielleicht ist das sein eigentliches Lebensgeheimnis.

Nicht die vielen Rollen.

Nicht die großen Erfolge.

Nicht die berühmten Filme.

Sondern die Fähigkeit, sich trotz aller Veränderungen eine gewisse Neugier auf das Leben zu bewahren.

Heute ist Peter Weck nicht mehr der Mann, der problemlos von einer Bühne zur nächsten eilen kann. Die Folgen seines Schlaganfalls haben seinen Alltag verändert. Doch seine Geschichte ist damit keineswegs beendet.

Und genau hier liegt die überraschendste Erkenntnis seines 95. Geburtstags.

Der Mann, der selbst sagt, dass er manchmal wegen all seiner gespielten Rollen vergisst, wer er eigentlich ist, weiß bei einer Sache ganz genau, wer er sein möchte: ein Mensch, der sein Leben mit Herz, Neugier und Dankbarkeit gelebt hat.

Vielleicht ist deshalb auch der Wunsch seiner alten Serienpartnerin so passend: Peter Weck soll nicht bei 95 stehen bleiben, sondern die 100 ins Visier nehmen.

Nach sieben Jahrzehnten im Rampenlicht wäre das ein weiterer bemerkenswerter Abschnitt in einem ohnehin außergewöhnlichen Leben.