Für viele Menschen beginnt eine Hochzeit mit Glückwünschen, Blumen und den Worten „Alles Gute für eure gemeinsame Zukunft“. Bei Samuel und Sarah Elena Koch war es anders. Kaum hatten die beiden Schauspieler geheiratet, hörten sie immer wieder einen Satz, der eigentlich gut gemeint war – bei ihnen aber zunehmend für Unverständnis sorgte.
Man wünschte ihnen viel Kraft.
Immer wieder.
Für Samuel Koch war genau das irgendwann kaum noch auszuhalten. Denn hinter diesen Worten steckte eine Vorstellung, die das Paar überhaupt nicht teilte: die Vorstellung, dass ihre Ehe vor allem eine Belastung sein müsse.
Dabei sahen Samuel und Sarah Elena ihre Beziehung völlig anders.
Ihre Liebesgeschichte begann nicht unter gewöhnlichen Umständen. Samuel Koch war bereits Jahre zuvor durch einen schweren Unfall bei „Wetten, dass..?“ bekannt geworden. Bei seinem Auftritt im Jahr 2010 stürzte der damals 23-Jährige während einer Wette und ist seitdem vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Sein Leben veränderte sich von einem Moment auf den anderen.
Doch Samuel wollte sich nicht auf dieses Ereignis reduzieren lassen.
Sein großer Traum war es weiterhin, Schauspieler zu werden. Und genau dieser Beruf sollte schließlich auch dafür sorgen, dass er die Frau kennenlernte, mit der er sein Leben teilen wollte.
Bei den Dreharbeiten zur ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ begegnete er Sarah Elena. Aus einer beruflichen Bekanntschaft wurde eine Beziehung. 2015 machte Samuel seiner Partnerin einen Antrag, und im August 2016 heirateten die beiden in Samuels Heimat Egringen in Baden-Württemberg.
Für Sarah Elena war Samuel nicht der Mann, den sie „trotz“ seiner Behinderung liebte.
Er war schlicht der Mann, den sie liebte.
Und genau diesen Unterschied schienen viele Menschen nicht zu verstehen.
Nach der Hochzeit wurde das Paar immer wieder mit gut gemeinten Bemerkungen konfrontiert. Statt einfach zur Hochzeit zu gratulieren und sich mit den beiden über ihr Glück zu freuen, wünschten viele ihnen vor allem Kraft.
Für Samuel war das irritierend.
Denn warum sollte eine Ehe automatisch ein Kraftakt sein?
Warum sollte Sarah Elena als Ehefrau ein besonderes Opfer bringen?
Und warum sollte Samuel selbst seine Beziehung als etwas betrachten, das vor allem von Einschränkungen geprägt ist?
Im Interview mit dem ZDF-Magazin „Volle Kanne“ sprach Samuel offen darüber. Er erklärte, dass ihn die ständigen Wünsche nach „viel Kraft“ nervten. Auch Sarah Elena störe sich daran. Die beiden wollten nicht, dass ihre Ehe so dargestellt werde, als müsse seine Frau ein Opfer bringen.
Im Gegenteil.
Samuel machte deutlich, dass die beiden ihre Beziehung überhaupt nicht als große Bürde empfanden.
Sie waren verliebt.
Sie waren glücklich.
Und sie wollten genau das auch leben.
Dabei ging es Samuel nicht nur um die Reaktionen auf seine Ehe. Er erzählte auch von Situationen aus seinem Alltag, in denen Menschen ihn aufgrund seiner körperlichen Behinderung übermäßig umsorgten.
Fragen wie, ob ihm kalt sei, ob er etwas essen oder trinken wolle oder ob jemand etwas für ihn erledigen solle, kamen offenbar häufig vor.
Was zunächst wie Hilfsbereitschaft klingt, kann irgendwann unangenehm werden.
Denn Samuel hatte das Gefühl, dass manche Menschen automatisch von seiner körperlichen Einschränkung auf seine gesamte Persönlichkeit schlossen. Er empfand es als störend, wenn andere ihn behandelten, als könne er bestimmte Dinge nicht selbst beurteilen oder entscheiden.
Und genau hier lag für ihn ein wichtiger Punkt: Hilfe ist nicht dasselbe wie Bevormundung.

Samuel wollte als Mensch gesehen werden – nicht ausschließlich als jemand im Rollstuhl.
Sarah Elena wiederum schien genau diese Haltung zu teilen.
Sie stellte ihre Beziehung nicht als besondere Heldengeschichte dar. Sie wollte offenbar keinen Preis dafür bekommen, mit Samuel zusammen zu sein. Für sie war es ihre Partnerschaft, ihr Alltag und ihr gemeinsames Leben.
Das machte die beiden für viele Menschen gerade deshalb so bemerkenswert.
Denn ihre Liebe entstand nicht aus Mitleid.
Sie entstand aus Nähe.
Aus gemeinsamer Arbeit.
Aus gegenseitigem Interesse.
Und aus einer Verbindung, die mit der Zeit immer stärker wurde.
Auch ihre Flitterwochen zeigten, dass das Paar sein gemeinsames Leben nicht von den Erwartungen anderer bestimmen lassen wollte. Nach der Hochzeit reisten Samuel und Sarah Elena auf die Malediven. Später erzählten sie begeistert von der Reise, vom Meer, von Delfinen, Babyhaien und den besonderen Momenten, die sie dort gemeinsam erlebt hatten.
Die beiden wollten leben – und zwar nicht vorsichtig am Rand des Lebens, sondern mitten darin.
Jahre später zeigt sich, wie nachhaltig diese Beziehung tatsächlich war.
Samuel und Sarah Elena sind weiterhin verheiratet. Im Dezember 2025 wurden sie erstmals Eltern. GALA berichtete im April 2026, dass das Paar seit Weihnachten sein Kind in den Armen hält. Ihre Liebesgeschichte, die einst am Set von „Sturm der Liebe“ begann, hat damit ein völlig neues Kapitel bekommen.
Und auch heute spricht Samuel mit großer Wertschätzung über seine Ehefrau.
Nach der Geburt ihres Kindes erzählte er 2026, dass sich sein Blick auf Sarah Elena noch einmal verändert habe. Er schwärmte davon, wie sehr er seine Frau inzwischen feiere – eine Erfahrung, die er nach eigener Aussage zuvor so noch nicht erlebt habe.
Damit bekommt auch seine Aussage aus dem Jahr 2016 eine ganz andere Bedeutung.
Damals wollte Samuel verhindern, dass seine Ehe als Belastung betrachtet wird.
Heute, Jahre später, scheint das gemeinsame Leben diese Haltung eindrucksvoll bestätigt zu haben.
Denn die vielleicht größte Überraschung dieser Geschichte liegt nicht in der Hochzeit und auch nicht in den Reaktionen der Menschen.
Sie liegt darin, dass Samuel und Sarah Elena genau das Gegenteil von dem bewiesen haben, was manche Außenstehende offenbar erwartet hatten.
Ihre Beziehung wurde nicht von Mitleid bestimmt.
Sie wurde nicht zu einem öffentlichen „Opfer“.
Und sie wurde auch nicht zu einer Geschichte darüber, wie schwierig ein gemeinsames Leben sein müsse.
Im Gegenteil: Ausgerechnet das Paar, dem so viele Menschen „viel Kraft“ wünschten, baute sich ein gemeinsames Leben auf, das inzwischen fast ein Jahrzehnt Ehe, eine Familie und viele gemeinsame Erfahrungen umfasst.
Und vielleicht war genau das die Antwort, die Samuel und Sarah Elena nie laut geben mussten.
Sie brauchten keine besonderen Wünsche für ihre Ehe.
Sie brauchten keine Erklärungen.
Sie wollten einfach eines sein: ein ganz normales Paar, das sich liebt.