Lange Zeit bemerkten selbst viele Menschen, die Johann Lafer regelmäßig im Fernsehen sahen, kaum etwas. Der bekannte Fernsehkoch stand weiterhin im Mittelpunkt, arbeitete an neuen Projekten und zeigte sich in der Öffentlichkeit. Doch hinter den Kulissen hatte sich sein Leben bereits grundlegend verändert.
Heute spricht der 68-Jährige offen darüber, warum er sich zuletzt immer stärker zurückgezogen hat und weshalb er momentan vor allem eines braucht: Ruhe.
Die Nachricht über seine Erkrankung verbreitete sich Anfang Juni 2026 und löste bei vielen Fans große Anteilnahme aus. Besonders jene, die Lafer seit Jahrzehnten kennen, waren von seinem veränderten Erscheinungsbild überrascht. Der sonst so energiegeladene Koch hatte deutlich an Gewicht verloren. Rund 25 Kilogramm waren es inzwischen.
Auch seine Haare waren verschwunden.
Für viele Zuschauer war das ein sichtbares Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmte. Lafer selbst hatte seine Erkrankung zunächst nicht in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gestellt. Erst nachdem immer mehr Menschen seine Veränderung bemerkten, machte er seine Diagnose öffentlich.
Doch die Geschichte begann bereits einige Monate früher.
Zu Beginn des Jahres war Lafer wie gewohnt zu einem Fastenaufenthalt. Dort stand eigentlich ein routinemäßiger medizinischer Check auf dem Programm. Es sollte eine normale Untersuchung sein, wie sie in bestimmten Abständen eben dazugehört.
Doch diesmal kam alles anders.
Die Ärzte stellten eine Erkrankung der Lymphknoten fest. Betroffen waren nach seinen Angaben unter anderem die Bereiche an der Leiste, am Hals und im Bauch.
Für Lafer war die Nachricht zunächst ein Schock.
Er, der sein Berufsleben jahrzehntelang mit enormer Energie geführt hatte, musste plötzlich mit einer Situation umgehen, die sich nicht planen ließ.
Dabei hatte sein Leben unmittelbar zuvor noch ganz anders ausgesehen.
Im April war der gebürtige Steirer noch in Graz unterwegs gewesen. Für ein kulinarisches Magazin stand er damals im Mittelpunkt und präsentierte sich öffentlich. Für Außenstehende war kaum zu erkennen, wie sehr ihn seine gesundheitliche Situation bereits beschäftigte.
Nur Menschen, die ihm besonders nahestanden, sollen damals bemerkt haben, dass er Sorgen hatte.
Und dann veränderte sich sein Alltag innerhalb kurzer Zeit.
Aus Terminen, Reisen und öffentlichen Auftritten wurden medizinische Behandlungen und Rückzug. Lafer musste sich einer Chemotherapie unterziehen. Eine weitere Behandlung lag zum Zeitpunkt seines Gesprächs mit der „Krone“ gerade erst eine Woche zurück.
Trotz allem klingt der Fernsehkoch nicht gebrochen.
Im Gegenteil.
Er betont, dass es ihm derzeit gut gehe. Gleichzeitig erklärt er, dass er sich bewusst zurückgezogen habe. Nicht, weil er aufgeben wolle, sondern weil er seine Kräfte für das Wesentliche brauche.

Gesund zu werden.
Dieser Gedanke steht für ihn inzwischen über allem anderen.
Denn Johann Lafer kennt es, für ein Ziel alles zu geben.
Seine Karriere begann nicht mit großen Fernsehstudios oder luxuriösen Veranstaltungen. Als junger Mann verließ er seine oststeirische Heimat und ging 1977 nach Deutschland. In der Tasche hatte er damals lediglich 80 D-Mark, die ihm seine Mutter gegeben hatte.
Er arbeitete hart, Tag für Tag, und baute sich Schritt für Schritt eine beeindruckende Karriere auf.
Aus dem jungen Koch wurde einer der bekanntesten Fernsehköche Deutschlands.
Er eröffnete Restaurants, schrieb Bücher, trat in zahlreichen Fernsehsendungen auf und wurde zu einer festen Größe der deutschen Koch- und Medienwelt.
Zuletzt war sogar ein internationales Projekt mit Lufthansa hinzugekommen. Lafer präsentierte seine Küche für Business-Class-Passagiere weltweit. Ein weiterer Höhepunkt in einer Karriere, die längst weit über die Küche hinausging.
Doch all diese beruflichen Erfolge treten für ihn inzwischen in den Hintergrund.
Denn es gibt jetzt ein Ziel, das für ihn wichtiger ist als jede Auszeichnung, jedes Restaurant und jeder Fernsehauftritt.
Wieder gesund zu werden.
Die große Anteilnahme, die nach Bekanntwerden seiner Erkrankung einsetzte, hat Lafer tief berührt. Freunde, Fans und Wegbegleiter aus seiner alten Heimat meldeten sich. Viele Menschen wollten ihm Mut machen.
Auf all diese Nachrichten kann er momentan jedoch nicht persönlich reagieren.
Dafür fehlt ihm schlicht die Kraft und vor allem die Ruhe.
Er bittet deshalb um Verständnis.
Lafer möchte sich auf seine Behandlung konzentrieren und seine Energie nicht auf öffentliche Verpflichtungen verteilen.
Das bedeutet auch, dass er vorerst weniger zu sehen sein wird.
Für seine Fans ist das ungewohnt. Schließlich gehörte Lafer über Jahrzehnte zu jenen bekannten Gesichtern, die scheinbar ständig unterwegs waren. Fernsehen, Veranstaltungen, Bücher, Reisen und kulinarische Projekte bestimmten seinen Alltag.
Nun ist es genau umgekehrt.
Er sucht die Stille.
Doch hinter diesem Rückzug steckt kein Abschied von seinem bisherigen Leben. Vielmehr geht es ihm darum, die nächste große Herausforderung anzunehmen.
Und dabei hilft ihm offenbar genau jene Haltung, die ihn schon während seiner Karriere begleitet hat: Ausdauer.
Wer seine Geschichte betrachtet, erkennt eine bemerkenswerte Parallele.
Als junger Mann kam Lafer mit wenig Geld nach Deutschland und wollte sich dort eine Zukunft aufbauen. Er arbeitete Tag und Nacht, bis er sein Ziel erreicht hatte.
Heute steht er wieder vor einem Ziel, das für ihn noch viel bedeutender ist.
Er will leben.
Er will wieder gesund werden.
Und er will diese schwierige Zeit hinter sich lassen.
Dabei verschweigt er nicht, dass die vergangenen Monate hart waren. Die deutliche Gewichtsabnahme und der Verlust seiner Haare zeigen, wie sehr die Behandlung seinen Körper verändert hat.
Doch Lafer möchte nicht auf sein verändertes Aussehen reduziert werden.
Viel wichtiger ist ihm die Perspektive.
Er sieht die Erkrankung als seine momentan wichtigste Aufgabe – und will sich ihr mit derselben Konsequenz stellen, mit der er einst seine Karriere aufgebaut hat.
Viele Menschen, die ihm jetzt ihre Unterstützung zeigen, dürften deshalb vor allem eines spüren: Trotz der schwierigen Situation hat Lafer seinen Kampfgeist nicht verloren.
Und genau hier kommt der vielleicht wichtigste Satz seiner aktuellen Geschichte.
Er macht deutlich, dass seine Karriere für ihn zwar viel bedeutet hat, es aber inzwischen etwas gibt, das über all diesen Erfolgen steht.
Sein Leben.
Am Ende ist es genau diese Erkenntnis, die seine Geschichte so eindringlich macht: Für Johann Lafer gibt es momentan kein wichtigeres Ziel als wieder gesund zu werden. Er sagt unmissverständlich, dass er alles dafür tun will – und dass Aufgeben für ihn keine Option ist.