Leb wohl, Horst Krause – ein stiller Riese des deutschen Fernsehens

Ganz Deutschland trauert um Horst Krause, den beliebten Schauspieler, der Generationen von Zuschauern mit seiner ruhigen, herzlichen Art berührte. Im Alter von 83 Jahren ist er in einem Seniorenheim in Teltow, Brandenburg, friedlich eingeschlafen. Für viele war er mehr als nur ein Schauspieler – er war ein Stück Heimat, ein vertrautes Gesicht, das über Jahrzehnte das Fernsehen geprägt hat.

Seine Karriere begann in den 1960er-Jahren in der damaligen DDR. Schon früh zeigte sich sein besonderes Talent, einfache Menschen mit Tiefe, Wärme und Humor darzustellen. Nach der Wende gelang ihm das, was nur wenigen Ost-Schauspielern vergönnt war: Er wurde auch im vereinten Deutschland zu einem Publikumsliebling. Mit seinem unverwechselbaren Dialekt, der bedächtigen Stimme und dem verschmitzten Lächeln schaffte er es, Millionen Zuschauer zu erreichen – ganz ohne große Gesten oder laute Worte.

Der endgültige Durchbruch kam mit dem Kinofilm „Wir können auch anders…“, in dem er 1993 als liebenswerter, naiver Trucker die Herzen eroberte. Doch seine bekannteste und wohl auch bedeutendste Rolle spielte er ab 1996 in der Kultserie „Polizeiruf 110“, wo er als Dorfpolizist Horst Krause auftrat – eine Figur, die so echt und menschlich war, dass viele Zuschauer ihn kaum von seiner Rolle unterscheiden konnten. Der „Krause“ aus Brandenburg, der mit seinem alten Motorrad, seinem Hund und seiner ruhigen Art durch die Dörfer fuhr, wurde zu einem Symbol für Gelassenheit und Menschlichkeit in einer sich ständig verändernden Welt.

Kollegen beschreiben ihn als bescheidenen, warmherzigen Menschen, der am Set lieber mit den Technikern Kaffee trank als über sich selbst zu sprechen. Schauspielerin Katrin Sass erinnerte sich: „Horst war einer, der nie laut wurde. Wenn er den Raum betrat, wurde es einfach ein bisschen ruhiger, ein bisschen menschlicher.“ Auch Regisseure schätzten ihn für seine Verlässlichkeit – Krause kam nie zu spät, kannte immer seinen Text und brachte trotzdem eine spontane Ehrlichkeit in jede Szene.
Horst Krause heute zum letzten Mal im „Polizeiruf
Rückblick auf 17 Jahre Krause - Polizeiruf 110 - ARD | Das Erste

In seinen letzten Jahren zog er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er lebte zurückgezogen in Brandenburg, wo er die Ruhe der Natur genoss, fischte und lange Spaziergänge machte. Freunde berichten, dass er trotz gesundheitlicher Probleme seinen Humor nie verlor. „Na, ick bin ja noch da“, soll er mit einem Augenzwinkern gesagt haben, wenn man ihn nach seinem Befinden fragte.

Die Todesursache wurde von der Familie nicht bekannt gegeben – man bat um Verständnis und darum, die Trauer zunächst im kleinen Kreis zu halten. Doch im ganzen Land zeigten Zuschauer, wie sehr er ihnen fehlen wird. In sozialen Netzwerken teilen Menschen alte Szenen aus seinen Filmen, Erinnerungen an Begegnungen und Worte des Dankes.
Horst Krause: Wir kannten ihn | DIE ZEIT

Polizeiruf“-Schauspieler Horst Krause ist tot - Medien - SZ.de

Sein Tod bedeutet nicht nur das Ende einer großen Karriere, sondern auch den Abschied von einer Fernsehfigur, die wie kaum eine andere für Authentizität stand. Horst Krause verkörperte das, was viele heute vermissen: Ehrlichkeit, Ruhe und Menschlichkeit.

Er selbst sagte einmal in einem Interview: „Wenn die Leute mich sehen und kurz lächeln müssen – dann war’s die Mühe wert.“ Dieses Lächeln wird bleiben.

Ruhe in Frieden, lieber Horst Krause – du wirst nie vergessen sein.