Was wurde aus Europas ersten Sechslingen? Ein Blick auf ihr heutiges Leben.

1980 erlebte Europa ein außergewöhnliches Ereignis: die Geburt der Giannini-Sechslinge in Florenz, Italien. Franco und Rosanna Giannini, beide 29-jährige Lehrer, begrüßten sechs Kinder – vier Jungen, Fabrizio, Francesco, Giorgio und Roberto, und zwei Mädchen, Letizia und Linda. Die Babys kamen in der 35. Schwangerschaftswoche und sechs Tagen zur Welt und wogen zwischen 1200 und 1750 Gramm. Ihre Geburt war erst die zweite dokumentierte Sechslingsgeburt weltweit und die erste in Europa, was sie sofort zu internationalen Schlagzeilen machte. Die Familie erlangte schnell Berühmtheit, und Zeitschriften und Medien verfolgten ihr Leben jahrelang aufmerksam.

Rosannas Mehrlingsschwangerschaft wurde medizinisch mit Hormontherapie unterstützt, und sie verbrachte die letzten acht Monate im Krankenhaus, um ihre Sicherheit und die ihrer Babys zu gewährleisten. Der Medienrummel war überwältigend: Geschenke und Spenden von Unternehmen und Behörden trafen ein, während Journalisten um exklusive Geschichten wetteiferten. Obwohl einige Kritiker den Gianninis vorwarfen, den Ruhm ihrer Kinder auszunutzen, erklärte die Familie, dass die gleichzeitige Erziehung von sechs Säuglingen eine enorme logistische und finanzielle Herausforderung darstellte und alle erhaltenen Gelder deren Versorgung zugutekamen.

Als die Sechslinge heranwuchsen, blieben die Herausforderungen bestehen. Es traten gesundheitliche Probleme auf, unter anderem benötigte Francesco eine Nierentransplantation, und die öffentliche Aufmerksamkeit blieb groß. Trotzdem konzentrierten sich Franco und Rosanna darauf, ihnen ein stabiles Zuhause und eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Alle sechs Kinder schlossen die Schule ab, und vier studierten anschließend – vollständig finanziert von ihren Eltern. Selbst als einige der erwachsenen Kinder arbeitslos wurden und wieder zu Hause wohnten, hielt die Familie eng zusammen und unterstützte sich gegenseitig.

Mit der Zeit zogen sich die Gianninis aus der Öffentlichkeit zurück, insbesondere nach der negativen Berichterstattung in den 1990er Jahren. Gelegentlich gaben sie Journalisten Interviews zu runden Geburtstagen, ansonsten achteten sie sehr auf ihre Privatsphäre. 2015 nahm Rosanna ihre Tätigkeit als Lehrerin wieder auf und bezog eine Pension, sodass sie ihre Kinder weiterhin unterstützen konnte. Die Sechslinge verfolgten unterschiedliche Karrierewege: Giorgio arbeitet in einem Büro, Letizia und Linda wurden Literaturlehrerinnen, Fabrizio erwarb einen pädagogischen Abschluss und Roberto arbeitet im Gastgewerbe. Francesco hingegen kämpfte weiterhin mit gesundheitlichen Problemen aufgrund früherer Komplikationen.

  

Im Jahr 2022 waren die Giannini-Sechslinge 42 Jahre alt. Nur Letizia, Linda und Fabrizio hatten Kinder und schenkten ihren Eltern jeweils ein Enkelkind, während die anderen kinderlos blieben. Trotz aller Schwierigkeiten, der öffentlichen Aufmerksamkeit und gesundheitlicher Probleme hielt die Familie zusammen und pflegte ihr besonderes Band. Rosanna äußerte den Wunsch, eines Tages eine ganze Enkelschar zu sehen, die wie eine Fußballmannschaft spielte – ein Ausdruck des Stolzes und der Herausforderungen, die die Erziehung der ersten überlebenden Sechslinge Europas mit sich brachte.