Der deutsche Schauspieler Udo Kier, bekannt für seine eindringlichen Darstellungen von Bösewichten, Monstern und düster-faszinierenden Charakteren, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Sein Lebensgefährte Delbert McBride bestätigte Kiers Tod am Sonntag in einem Krankenhaus in Palm Springs, Kalifornien. Die Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.
Geboren wurde Udo Kierspe 1944 in Köln. Kiers Geburt verlief dramatisch: Das Krankenhaus, in dem er zur Welt kam, wurde nur wenige Stunden nach seiner Geburt bombardiert, sodass er und seine Mutter aus den Trümmern gerettet werden mussten. Er wuchs im Nachkriegsdeutschland unter schwierigen Bedingungen auf und beschrieb seine Kindheit später als „furchtbar“. Sein Vater war bereits verheiratet, und bis zu seinem 17. Lebensjahr gab es kein warmes Wasser.

Trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten entdeckte Kier seine Leidenschaft für die Schauspielerei und zog schließlich nach London, um Anglistik zu studieren. Eine zufällige Begegnung in einem Café gab seiner Schauspielkarriere den entscheidenden Anstoß. Seinen Durchbruch feierte er 1970 mit der Rolle in dem Horrorfilm „ Mark of the Devil“ , die ihn als Meister düsterer, einprägsamer Charaktere etablierte – von Vampiren bis hin zu Nazis.

Kiers Karriere erstreckte sich über fünf Jahrzehnte und mehr als 275 Filme im europäischen und Hollywood-Kino. Er wurde zu einer festen Größe in Kultklassikern und Mainstream-Filmen gleichermaßen und arbeitete unter anderem mit europäischen Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder ( Lola , Die dritte Generation ), Lars von Trier ( Breaking the Waves , Dancer in the Dark , Melancholia ) und Dario Argento zusammen. In Hollywood war er in My Own Private Idaho , Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv , Blade , Johnny Mnemonic und Armageddon zu sehen . Außerdem lieh er Videospiel-Ikonen wie Yuri in Command & Conquer: Red Alert 2 seine Stimme .

Bekannt für seinen durchdringenden Blick, seine magnetische Ausstrahlung und seine furchtlose Herangehensweise an die Schauspielerei, sagte Kier einmal: „Ich mag Horrorfilme… das Publikum erinnert sich besser an einen, wenn man es erschreckt.“ Zeit seines Lebens offen schwul, zog er 1991 nach Palm Springs und widmete sich dort der Kunst, der Architektur und dem Sammeln.

Udo Kier hinterlässt ein Vermächtnis unvergesslicher Darbietungen und legendärer Charaktere, die in der Filmgeschichte weiterleben werden. Ruhe in Frieden, Udo Kier – eine wahre Ikone, deren Einfluss niemals vergessen werden wird.