Königin Silvia bricht Patina des Schweigens: Was sie nach 54 Jahren über München enthüllt

Königin Silvia von Schweden, inzwischen 82 Jahre alt, hat etwas ausgesprochen, das sie über ein halbes Jahrhundert lang tief in sich verschlossen hielt – und ihr bewegender Blick zurück zieht nun weite Kreise. Die Monarchin, die heute neben ihrem Ehemann König Carl XVI. Gustaf als eine der bekanntesten Royals Europas gilt, kehrt in Erinnerungen zurück zu einem der erschütterndsten Momente des 20. Jahrhunderts, der eng mit ihrem eigenen Lebensweg verknüpft ist.

Die Olympischen Sommerspiele 1972 in München – einst als „heitere Spiele“ geplant – endeten in einer Tragödie, die die Weltöffentlichkeit erschütterte. Der Terroranschlag der palästinensischen Gruppe „Schwarzer September“ und der Tod von Athleten, das Drama der Geiselnahme und das Entsetzen von Millionen wurden unvergesslich. Doch was wenige wussten: Silvia Sommerlath, wie sie damals noch hieß, war nicht nur eine Zuschauerin, sondern erlebte das ganze Ausmaß der Bedrohung aus nächster Nähe.

In einem exklusiven Kapitel ihres neu erschienenen Buches „Beruf: Königin – Wie Silvia von Schweden die Welt verändert“ spricht Silvia jetzt erstmals offen darüber, wie sie als eine der wenigen Personen eine interne Warnung über eine weitere unmittelbare Gefahr erhielt. Sie befand sich auf der Ehrentribüne im Olympiastadion, als die Ereignisse sich überschlugen. „Ich habe nie darüber gesprochen“, sagt die Königin heute, und ihre Stimme scheint noch immer von jener Zeit berührt zu sein.

Die Erinnerung an jene Tage ist für Silvia von gemischten Gefühlen geprägt: Einerseits verbindet sie mit München den Beginn einer der bedeutendsten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts. Dort lernte sie den damaligen Kronprinzen Carl Gustaf kennen – eine Begegnung, die sich sofort in Leidenschaft verwandelte und später im Königshaus Schwedens zur Ehe führte. Andererseits war sie Zeugin von Angst, Schrecken und der realen Gefahr eines zweiten Anschlags.

Noch eindringlicher wird es, wenn Silvia beschreibt, wie schnell alles damals ging und wie sie und andere Augenzeugen versuchen mussten, ruhig zu bleiben. Eine Evakuierung von 80.000 Menschen hätte in Panik enden können, erklärt sie in dem Buch. Diese nüchterne Einschätzung steht im krassen Gegensatz zu der Fassungslosigkeit, die Menschen heute fühlen, wenn sie an jene Tage zurückdenken.

Doch obwohl die Bezahlung für ihre Arbeit als Hostess damals „schlecht“ gewesen sei – ein ehrliches Statement, das sie selbst abgibt –, habe die Zeit ihr dennoch unermesslich viel bedeutet. Sie spricht von Ehre und persönlichen Eindrücken, die sie bis heute begleitet. Vor allem aber hat diese Erfahrung sie und Carl Gustaf zusammengebracht und damit einen royalen Bund begründet, der bis heute Bestand hat.

Silvias bewegende Offenbarungen eröffnen nun einen neuen Blick auf diese historisch bedeutsame Zeit und zeigen zugleich die menschliche Seite einer Königin, die lange geschwiegen hat – bis jetzt.