Philipp Tanzer, besser bekannt unter seinem Pornokünstlernamen Logan McCree, war einst einer der bekanntesten und beliebtesten Stars der internationalen Gay-Porno-Szene. Mit seinen markanten Tattoos, dem roten Irokesenschnitt, dem durchtrainierten Körper und dem charmanten Lächeln eroberte er ab den 2000er Jahren Millionen Fans weltweit. Besonders in Deutschland und den USA galt er als absoluter Topstar: Er drehte für große Studios wie Raging Stallion, Falcon oder Men.com, gewann zahlreiche Preise, darunter den GayVN Award, und wurde oft als „sexiest man“ der Branche gefeiert. Seine Szenen waren intensiv, leidenschaftlich und voller Energie – Logan McCree verkörperte für viele das Ideal eines selbstbewussten, offenen schwulen Mannes, der keine Hemmungen kannte. Doch hinter der glänzenden Fassade begann sich schon früh etwas zu verändern, das heute in voller Härte ans Licht kommt.
Der gebürtige Deutsche, der lange in den USA lebte, zog sich irgendwann aus der Porno-Branche zurück. Er sprach von Erschöpfung, vom Wunsch nach einem normalen Leben und davon, dass die Branche ihn innerlich ausgelaugt habe. Viele Fans hofften, er würde als Aktivist oder Model weitermachen – stattdessen verschwand er weitgehend aus der Öffentlichkeit. Doch in den letzten Jahren tauchte Philipp Tanzer plötzlich wieder auf, und zwar in ganz anderen Kreisen: auf Social-Media-Kanälen und in Foren, wo er sich als glühender Verfechter rechter Positionen outete. Er postet regelmäßig gegen Migration, gegen „Woke-Kultur“, gegen Gender-Politik und lobt offen Parteien wie die AfD. Was viele schockiert: Der Mann, der früher für sexuelle Freiheit und Liberalität stand, teilt jetzt Inhalte, die homophobe Tendenzen in der rechten Szene ignorieren oder sogar bagatellisieren.
In Interviews und Posts erklärt Tanzer seinen Wandel mit persönlichen Erfahrungen: Er fühle sich von der linken Szene verraten, die seiner Meinung nach zu intolerant gegenüber abweichenden Meinungen geworden sei. Die Porno-Welt habe ihn gelehrt, wie manipulativ Medien und Politik sein könnten, und jetzt wolle er „die Wahrheit sagen“. Er kritisiert scharf die Corona-Maßnahmen, spricht von „Great Reset“ und Verschwörungstheorien, die in rechten Kreisen kursieren. Besonders brisant: Trotz seiner schwulen Identität verteidigt er Positionen, die queere Rechte oft angreifen. Viele alte Fans fühlen sich betrogen – sie warfen ihm vor, er habe sich „verkauft“ oder sei einfach verbittert. Andere versuchen zu verstehen: Vielleicht habe die Branche ihn psychisch kaputt gemacht, vielleicht suche er jetzt Halt in einer scheinbar starken Ideologie.

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Früher posierte Logan McCree nackt für Magazine, feierte Pride-Paraden und lebte seine Sexualität offen aus. Heute teilt Philipp Tanzer Memes gegen Trans-Rechte, postet gegen „linksgrüne Spinner“ und liket Beiträge von Figuren, die in der queeren Community als Feinde gelten. In Deutschland sorgt das für hitzige Debatten: Ist das nur ein persönlicher Ausrutscher oder ein Symptom dafür, wie enttäuschte Menschen in extreme Lager abdriften? Tanzer selbst scheint sich in seiner neuen Rolle wohlzufühlen – er wirkt kämpferisch, fast missionarisch. Die einstige Ikone der Gay-Porno-Welt ist heute für viele ein warnendes Beispiel: Wie schnell sich ein Leben wenden kann, wenn alte Gewissheiten bröckeln. Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass selbst die freiesten Geister manchmal in die dunkelsten Ecken abrutschen – und dass der Weg zurück selten einfach ist.
